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Wettbewerb lässt Gebühren kaum sinken

24.01.2010 | 18:37 Uhr
Wettbewerb lässt Gebühren kaum sinken

Hagen. Den einen bringt er in diesem Jahr Glück - und verlangt weniger Geld von ihnen. Den anderen stellt der Schornsteinfeger 2010 höhere Rechnungen aus. Grund ist die neue bundesweite Kehrordnung.

Galt bislang in jedem Bundesland eine andere Regelung, so hat der Bund seit Anfang des Jahres eine einheitliche Kehr- und Überprüfungsverordnung für Schornsteinfegerarbeiten in Kraft gesetzt. Die Folge: Um zehn bis zwölf Prozent können in NRW die Gebühren für Haushalte sinken, die ausschließlich mit einer Gas- oder Ölheizung befeuert werden.

Kaminofen kostet

Umgekehrt jedoch steigen die Gebühren um zehn bis 20 Prozent für Haushalte, die nicht allein mit Gas und Öl heizen, sondern zusätzlich über einen Kaminofen verfügen. Das bestätigt Hans-Jürgen Gesting, Obermeister der Schornsteinfegerinnung für den Regierungsbezirk Arnsberg. Im waldreichen Südwestfalen, wo es viele Kaminöfen gibt, dürfte das eine ganze Reihe von Familien betreffen.

Um große Summen allerdings geht es dabei nicht. 60 bis 70 Euro - so hoch ist bisher in etwa die Schornsteinfeger-Jahresgebühr für ein Einfamilienhaus, rechnet Martin Pawelczyk vom Landesinnungsverband vor. Um rund sechs bis 14 Euro können demnach die Gebühren in diesem Jahr steigen oder sinken.

„Die Gebühren sind nun je nach Arbeitsaufwand gerecht verteilt”, betont Hans-Jürgen Gesting. Ein Termin im Jahr genüge schließlich, um in einem Haushalt mit Öl- oder Gasheizung den Schornstein zu überprüfen und alle Werte zu messen, erklärt der Obermeister.

Zweimal kehren

Gibt es im Haus allerdings einen Kaminofen, müsse der Schornstein zweimal im Jahr gekehrt werden - und das sei aufwändiger als eine Gasanlage zu überprüfen.

Dass die Gebühren mit zunehmendem Wettbewerb in Zukunft geringer ausfallen, darauf macht Hans-Jürgen Gesting Hausbesitzern keine Hoffnung. Seit Januar 2009 dürfen auch Kaminkehrer aus dem Ausland in Deutschland arbeiten, wenn sie die handwerklichen Voraussetzungen erfüllen, wie Gesting betont. Das allerdings sei selten der Fall, weil in Deutschland hohe Standards gälten.

Ab 2013 können auch andere deutsche Schornsteinfeger in den Bezirken ihrer Nachbarn kehren. Dann fällt das Monopol gänzlich und die Verbraucher dürfen ihren Kaminkehrer frei wählen. Wenn man aber nicht mehr gleich straßenweise die Kunden aufsuche, sondern sich die Aufträge hier und da zusammensammeln müsse, würden die Anfahrtskosten teurer, rechnet Gesting vor. „Das muss umgelegt werden.” Will heißen: Die Gebühren werden eher steigen als sinken.

Nina Grunsky

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