Wer jetzt kein Auto hat
17.08.2009 | 18:40 Uhr 2009-08-17T18:40:00+0200Wer jetzt kein neues Auto hat, kauft sich keines mehr, könnte man in Abwandlung eines bekannten Rilke-Gedichts ausrufen. Und die Jahreszeit passt auch: Der Herbst naht, und die Abwrackprämie für Altautos ist fast ausgeschöpft. Zeit für eine erste Zwischenbilanz.
Die meisten Autohändler, sofern sie nicht an Mercedes, BMW oder Audi gebunden sind, werden die ersten Blätter mit traurigen Augen fallen sehen. Denn sie, neben den Importeuren die größten Profiteure des Neuzulassungs-Booms dieses Jahres, werden demnächst ihr blaues Wunder erleben: in Gestalt eines massiven Nachfrageeinbruchs, der mit ebenso massiven Rabatten bekämpft werden wird.
Nach der Party kommt der Kater, und der wird Arbeitsplätze bis in die Zulieferindustrie hinein kosten. Es ist zwar gut so, dass der ordnungspolitische Sündenfall der Bevorzugung einer Branche zu Ende geht. Er hat den Wettbewerb verzerrt und die Kaufkraft der Verbraucher einseitig verteilt. Man hätte nur die Folgen vorher bedenken müssen. Dazu passt leider kein Rilke-Gedicht.

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