Wenn Winterspiele in Arbeit ausarten
18.02.2010 | 18:49 Uhr 2010-02-18T18:49:00+0100Hagen. Tief verschneite, im Sonnenlicht schimmernde Berggipfel, glückselige, ihrer Leidenschaft fröhnende Wintersportler: Sie denken gerade an Düsseldorf? Nein, wohl kaum.
Daran werden vermutlich auch die jüngsten Bemühungen von Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers wenig ändern können. Extra war er nach Vancouver gereist, um die Landeshauptstadt als Hochburg des Wintersports auszurufen: „Eishockey, Eiskunstlauf und Curling gehören zu den festen Bestandteilen des Wintersportkalenders in Düsseldorf”, verkündete er, um dann den eigentlichen Trumpf auszuspielen: „Besonders stolz sind wir, dass wir mit dem Skilanglauf-Weltcup ein Ereignis an den Rhein geholt haben, das man im Flachland nicht vermutet.”
Eingebettet waren Elbers' Worte in den „NRW-Tag” im Deutschen Haus. Dort galt es, das Projekt „Wintersportland Nordrhein-Westfalen” vorzustellen und das nagelneue Logo dazu zu präsentieren. Natürlich war Elbers nicht als Einzelkämpfer unterwegs. So halfen beispielsweise NRW-Innenminister Ingo Wolf sowie Winfried Stork, Geschäftsführer der Erholungs- und Sportzentrum Winterberg GmbH und in Personalunion HSK-Kreisdirektor, das Wintersportland NRW weit über seine Grenzen hinaus bekannt zu machen.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Willi Körfges möchte in einer „Kleinen Anfrage” von Innenminister Wolf wissen, wie hoch die Reisekosten sind. Die einwöchige, mit Terminen gespickte Reise Storks zahlt zu zwei Dritteln die GmbH, den Rest steuert er aus eigener Tasche bei. Wolf ist als Sportminister ohnehin auf Dienstreise. Und Dirk Elbers? Der ist als Repräsentant der Stadt und als Aufsichtsratsvorsitzender der Düsseldorfer Messe sowie der örtlichen Sportagentur an der kanadischen Westküste unverzichtbar. „Das ist harte Arbeit”, so sein Sprecher.

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