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Ein Reisemobil...

Wenn Männerträume wahr werden

28.08.2009 | 20:23 Uhr

Düsseldorf. Männer machen mobil. Und heraus kommt eine Klischeekiste für cooles Camping ganzer Kerle. Die Kiste - Schätzpreis 170 000 Euro - steht auf dem Caravansalon in Düsseldorf und verbindet alles, wovon Männer träumen und was Reisemobilbauer möglich machen können

Das Reisemobil als solches ist cremeweiß oder silbern, kann dank elektronischem Assistenten Stoßstange an Stoßstange geparkt werden und kostet mindestens soviel, wie zehn Pauschalurlaube mit der ganzen Familie. Vier Räder, eine Küche und ein kleines Bad - irgendwie muss man sich als Caravan-Hersteller unterscheiden, um nicht in der Masse, die ab heute die Düsseldorfer Messehallen in einen riesigen Campingplatz verwandelt, unterzugehen. Die Dethleffs-Tochter Sunlight hat es geschafft: Ihr Männermobil steuerten am ersten Presse- und Fachbesucher-Tag mehr Menschen an, als das mobile Herrenhäuschen fassen konnte. Also vertrieb Mann sich mit Kickern die Zeit unterm Vorzelt. „Ein Männersport”, sagt Marketing-Mitarbeiterin Anita Lorenscheit. Und mit einem mobilen Tisch einer der verwirklichten Träume für das ganz spezielle Reisegefährt.

In die Eingangstür eingelassen, nachträglich mit züchtigem Polo-Shirt verhüllt, begrüßt den Camper (oder besser das Mädel aus dem Zelt nebenan) das „Einstiegsqualifikationsmaß”: eine Schaufensterpuppe mit Baywatch-Proportionen. Klischee, das bei der Präsentation auch in Fleisch und Blut zu haben war. Zwei leicht bekleidete Hostessen verteilten einladende Blicke und gleich auch noch ein wenig Werbung für die übrigen Fahrzeuge der Sunlight-Kollektion.

Apropos Klischee. Natürlich sei das ganze Mobil nicht ernst gemeint, versichert Anita Lorenscheit. Man habe sich einen Spaß erlaubt, um die Möglichkeiten, zielgruppengerecht zu planen, darzustellen. Ein Spaß, der bei mehr als zehn Interessenten allerdings durchaus Ernst werden könnte. „Dann kann man in Serie gehen”, so Lorenscheit.

Die Kommentare der ersten Besucher lassen den Hersteller hoffen. Der Zwei-Flammen-Herd reicht „für Nudeln und Sosse”, die Zapfanlage wird mit großem Hallo begrüßt und der große Fernseher samt Beamer fürs Public Viewing am Adria-Strand hinterlässt stummes Staunen, das vom satten Sound aus den Mega-Boxen übertönt wird. Die Dame ohne Unterleib im Doppelbett ist Deko, ebenso wie das Spindluder in der Toilette. Zur festen Ausstattung gehört dagegen ein Pissoir in Form eines Fußballfeldes, „da kann Frau sich endlich sorglos auf die Toilette setzen”, lobt Anita Lorenscheit diese Innovation. Die Dusche sucht man dafür vergebens. „Echte Kerle duschen nicht.” Und wenn, dann draußen vor dem Mobil.

Ein teurer Scherz, mit dem sich der Hersteller nicht nur die mediale Aufmerksamkeit gesichert hat. Doch lässt sich dieser rollende Männertraum vielleicht sogar verwirklichen. Die 40-Tonner mit mehr Platz als in drei Junggesellen-Zimmern, die zwei Hallen weiter den Sportwagen hydraulisch an Bord hieven, werden dagegen für 99,9 Prozent der Messebesucher ein Traum bleiben.

Caravan Salon bis 6. September, täglich von 10 bis 18 Uhr.

Susanne Schlenga

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