Wenig Hochqualifizierte in der Region
24.11.2008 | 17:45 Uhr 2008-11-24T17:45:00+0100Arnsberg ist im Augenblick nur mäßig für die Zukunft gerüstet. Die jüngste Europa-Studie sieht den Regierungsbezirk nur auf 195. Platz.
Brüssel. Die Regionen Nordrhein-Westfalens sind nur mäßig für die Zukunft gerüstet: Die Bevölkerung schrumpft schneller als anderswo in Europa, es gibt vergleichsweise wenig Hochqualifizierte und es wird weniger in Bildung investiert als in anderen Industrie-Regionen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Berlin-Insituts für Bevölkerung und Entwicklung, die gestern in Brüssel vorgestellt wurde.
24 Indikatoren berücksichtigt
Die Forscher haben die Regionen anhand von 24 Indikatoren aus den Bereichen Demografie, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bildung, Klima und Gesundheit unter die Lupe genommen. Während die skandinavischen Länder, Island, die Schweiz oder Großbritannien frühzeitig Rezepte gegen Bevölkerungsschwund gefunden haben, sieht es an Rhein und Ruhr anders aus. Im Vergleich von 285 Regionen Europas landet der Regierungsbezirk Arnsberg (mit Bochum, Dortmund und Hagen sowie dem Sauerland und dem Siegerland) in punkto Zukunftsfähigkeit nur auf Rang 195. Der Regierungsbezirk Düsseldorf – dazu zählen Essen, Duisburg und Mülheim – rangiert auf Platz 138. Der Regierungsbezirk Münster (mit Gelsenkirchen, Bottrop, Recklinghausen) liegt noch 30 Plätze dahinter. Köln bildet eine Ausnahme, weil es zu den wirtschaftsstarken Zonen Europas zählt und an Bevölkerung gewinnen wird. Die Region kommt damit im Europa-Vergleich auf Rang 108.
Laut Studie liegen die Erfolgsregionen Europas in einem Gebiet, das sich von Stockholm über Oslo, von London über Paris erstreckt. Auch Süddeutschland, die Schweiz, das westliche Österreich und einige nördliche Gebiete Italiens und Spaniens liegen ganz vorn. Sie haben die höchsten Beschäftigungszahlen auch bei älteren Menschen, die höchsten Frauenerwerbsquoten und den besten Bildungsstand. Hier werden die meisten Kinder geboren und es konnten die meisten Fachkräfte angelockt werden. Auf der Verliererseite stehen ländliche Regionen in Süditalien oder Griechenland sowie die vom radikalen Strukturwandel betroffenen Gebiete in Bulgarien, Rumänien und Polen, aber auch der Osten Deutschlands.

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