Viele typische Männerberufe als Problem
15.03.2010 | 18:15 Uhr 2010-03-15T18:15:00+0100
Hagen. Selbst wenn die Deutsche Telekom schafft, was sie bis 2015 schaffen möchte - eine Frauenquote von 30 Prozent in Führungspositionen - die Arnsberger Firma Tillmann Werkzeugbau wird sie nicht überflügeln.
In dem Familienunternehmen liegt die Frauenquote in der Geschäftsführung bei 50 Prozent. Und das schon seit Jahren. Ganz konstant.
Aber die Telekom will nachziehen. In den kommenden fünf Jahren möchte der Bonner Telekommunikations-Riese seine Arbeitsplätze in der Führungsetage vornehmlich mit Frauen besetzen. Bis Ende 2015 sollen sie 30 Prozent aller Leitungspositionen des Konzerns innehaben. Ein ehrgeiziges Ziel, für das eine glatte Verdoppelung nötig ist.
„Bisher haben wir im oberen und mittleren Management eine Frauenquote von 15 Prozent”, sagt Telekom-Sprecher Christian Fischer. „Es bewerben sich mehr hervorragend qualifizierte Frauen als Männer. Sie sollen ihre Chance bekommen”, begründet er die Initiative, für die es umgehend Lob aus der Politik gab. Von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder persönlich, die erst jüngst eine höhere Frauenquote gefordert hatte.
Wenn die Telekom die Türen ihrer Führungsetagen nun medienwirksam für Frauen öffnet, bedeutet das zugleich, dass sie bislang zumeist verschlossen waren. Das war und ist bei der Firma Tillmann anders. „Ich würde gerne mehr Frauen einstellen. Aber bei uns gibt es fast ausschließlich typische Männerberufe”, sagt Susanne Fingerhut. Sie ist die Geschäftsführerin.
Mit einem Kompagnon leitet sie die Firma. Daher die nicht ganz repräsentative Frauenquote in der Geschäftsführung von 50 Prozent. Aber für die mittelständisch geprägte Region Südwestfalen ist Susanne Fingerhuts Werdegang durchaus repräsentativ. Die gelernte Werkzeugmacherin „erbte” den Posten der Geschäftsführerin von ihrem Vater. „Das ist in unserem Kammerbezirk einer der wesentlichen Wege für Frauen in führende Positionen”, bestätigt Ralf Hueß, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Arnsberg.
Telekom-Sprecher Christian Fischer ist sich sicher - der Vorstoß der Telekom wird Nachahmer finden. An die Mittelständler der Region denkt er dabei wohl kaum. Ralf Hueß erklärt: „Ob es so etwas wie eine Quote geben kann und wie hoch sie ist, hängt von der Nachfrage der Frauen nach den Jobs ab”.
Bei der Telekom ist die Nachfrage offenbar groß. Die heimische Wirtschaft bietet allerdings eher technische Berufe. Und davor schrecken Frauen traditionell zurück. Nun könnte man der Telekom nacheifern, eine Quote festlegen und den Frauen-Anteil so hochschrauben. „Aber”, sagt Ralf Hueß, „ich halte nichts von einer willkürlichen Quote. Qualität wird sich auch so durchsetzen. Wenn der Wettbewerb fair ist”.
Einen fairen Wettbewerb möchte sich auch die Telekom mit ihrer 30-Prozent-Initiative auf ihre Fahnen schreiben. „Alle müssen die gleichen Chancen haben”, wiederholt sich Christian Fischer. Ralf Hueß hat einen Einwand: „Genauso wie es Unsinn ist, Frauen zu benachteiligen, ist es Unsinn, sie zu bevorzugen.”

19:32
frauenquoten sind der größte unsinn überhaupt.
10:01
...die beiden Zitatgeber schön aneinander vorbei reden lassen. Aber Hauptsache der Autor hat verstanden, wobei es um die Frauenquote geht... das hat er doch?
18:36
Tolle Überschrift, wirklich. Aber was will uns der Dichter damit sagen? Und welche Sprache ist das?