Versicherungen können 230-Millionen-Euro-Pieks verschmerzen
19.02.2010 | 17:55 Uhr 2010-02-19T17:55:00+0100
Hagen/Berlin. Eis hat seinen Preis. Für Kfz-Versicherer ist das zwar nicht schön, aber auch nicht neu.
Entsprechend unbesorgt klingt Christian Lübke, Pressereferent des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auch dann noch, wenn er über die Auswirkungen der schneereichen Wochen auf die Kassen der Versicherer spricht.
Dennoch, die Zahlen, die Lübke da vorträgt, sind schon echte Hausnummern. In einer Schätzung geht der GDV davon aus, dass sich im Zeitraum von Dezember 2009 bis Ende Februar auf Deutschlands Straßen circa 55 000 Schadensfälle mehr ereignet haben werden als in einem Durchschnittswinter. „In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei glücklicherweise um Auffahrunfälle, zumeist mit Stoßstangenschäden”, weiß Christian Lübke. Doch auch diese summieren sich zu einer Zahl, die zunächst aufhorchen lässt. Die letzten Wochen, vielfach schon unter dem Titel „Jahrhundert-Winter” geführt, kosten die Versicherer nämlich geschätzte 230 Millionen Euro extra.
Und doch ist Christian Lübke bemüht, die Verhältnisse gerade zu rücken. „Im Jahr 2008 wurden bundesweit etwa 3,3 Millionen Schadensfälle mit einem Kostenvolumen von 19,6 Milliarden Euro gemeldet”, sagt er. Diese Zahlen im Hinterkopf, bezeichnet Lübke die 230 Zusatz-Millionen als „kleinen Pieks” für die Branche. Demnach sollte dieser Pieks auch nicht zu höheren Versicherungsprämien führen, oder? „Das ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar zu sagen und daher Kaffeesatzleserei. Aber der starke Wettbewerb hat dazu geführt, dass die Prämien im Schnitt auf dem Niveau von 1984 liegen. Und der Wettbewerb geht ja weiter. In dieser Branche funktioniert die Marktwirtschaft hervorragend”, antwortet Lübke.
Folgt die kalte Dusche für die Versicherten noch? Hat Eis auch für sie seinen Preis? So ganz ausschließen wollte Christian Lübke das nicht.

19:40
Ein weiterer Grund für die Autohersteller, die Ersatzteilpreise für unfallgefährdete und -trächtige Fahrzeugteile anziehen zu lassen...
Früher™ war eine Stoßstange ein gebogenes Stück Edelstahl, verzinkt, oder meinetwegen verchromt (gegen Aufpreis!), und kosteten incl. Montage (4 Schrauben lösen und anziehen) kaum mehr als 150 DM, Selbstbeteiligungsschaden also.
Heute sind die Dinger aus Plastik, geben der Wucht eines halbherzigen Wurfes eines Tennisballs nach und erfordern daraufhin den Austausch bzw. mindestens eine Neulackierung.
Nicht unter 500 Euro zu bekommen.
Es lebe der Fortschritt, zurück in die Steinzeit, zurück zur Natur.
Aber bitte nicht zu Fuß!