Vermächtnis weitergeben
11.08.2009 | 22:00 Uhr 2009-08-11T22:00:00+0200
Eine Stiftung bewahrt jetzt das Erbe der großen Choreographin Pina Bausch.
Wuppertal.
Zu Ehren der jüngst gestorbenen Choreographin Pina Bausch ist jetzt in Wuppertal die „Pina Bausch Stiftung” gegründet worden.
Pina Bauschs Sohn Salomon Bausch hat die Stiftung ins Leben gerufen, deren Zweck es sein soll, das künstlerische Vermächtnis seiner Mutter zu verwalten und weiterzugeben. Das teilte das Tanztheater Pina Bausch gestern mit.
„Insbesondere Aufführung und Verbreitung ihrer Werke sind ein wichtiges Anliegen der Stiftung”, heißt es in der Erklärung. Geplant sei außerdem ein öffentlich zugängliches Archiv, das auch die wissenschaftlichen Grundlagen des Tanztheaters und seiner historischen Entwicklung ermöglichen soll.
Langjährige
Weggefährten
Den Vorstand der Stiftung bilden demnach Ronald Kay, der Lebensgefährte von Pina Bausch, sowie ihr gemeinsamer Sohn Salomon Bausch. Ein Beirat wird den Vorstand beraten, unterstützen und kontrollieren. Er besteht aus Dominique Mercy, Lutz Förster und Dr. Joachim Schmidt-Hermesdorf. Dominique Mercy und Lutz Förster sind zwei der ältesten Mitglieder im Tanztheater Wuppertal und jahrzehntelange Weggefährten von Pina Bausch.
Sie werden laut Stiftung unerlässlich sein, den umfangreichen Nachlass sinnvoll zu erhalten und fortzuführen. „Ihre Erfahrung, ihr Sachverstand und ihre genaue Kenntnis des Werkes werden den Geist des Tanztheaters in die Stiftung tragen”, heißt es in der Erklärung.
Dr. Joachim Schmidt-Hermesdorf ergänzt den Beirat als langjähriger rechtlicher und steuerlicher Berater von Pina Bausch. Die Stiftung plant, den Beirat auf bis zu sieben Mitglieder zu erweitern.
Der gesamte künstlerische Nachlass von Pina Bausch, der auch das Werk des 1980 gestorbenen Bühnenbildners Rolf Borzik umfasst, wurde auf die Stiftung übertragen.
Die Gründung der Stiftung, so die Erklärung, stellt die Verwirklichung eines schon zu Lebzeiten der Choreographin gefassten Plans dar. „Die Stiftung steht selbstverständlich eng an der Seite des Tanztheaters Wuppertal und sieht es auch als ihre Aufgabe, dessen Belange zu unterstützen”, heißt es.
Pina Bausch war am 30. Juni im Alter von nur 68 Jahren fünf Tage nach der Diagnose einer Krebs-Erkrankung gestorben. Die Wuppertalerin gilt als eine der bedeutendsten Choreographinnen der Welt und als große Erneuerin des zeitgenössischen Tanztheaters. Ihr Schaffen wurde mit allen großen internationalen Kulturpreisen gewürdigt, darunter dem japanischen Kyoto-Preis für ihr Lebenswerk.

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