VERA bereitet Lehrern jede Menge Sorgen
27.05.2009 | 17:30 Uhr 2009-05-27T17:30:00+0200Meschede. Aufgaben, die Drittklässler noch gar nicht bewältigen können, hat die Lernstandserhebung „VERA” jetzt von ihnen verlangt: Wahscheinlichkeitsrechnung steht laut Lehrbuch erst im vierten Schuljahr an.
Laut Lehrplan muss es bis zum Ende des vierten Schuljahres behandelt worden sein. Doch die meisten Schulen nehmen sich das komplexe Thema erst am Ende der vierten Klasse vor.
Als das Schulministerium über die Themenschwerpunkte informierte, setzte in vielen Schulen im HSK ein hektisches Treiben ein: Der Stoff wurde vorgezogen, Kinder erhielten Übungsaufgaben in den Osterferien mit nach Hause. Das Schulministerium setzt noch einen drauf: Das Thema vorzuziehen sei unnötig. Es sei gar nicht gewollt, dass alle Schüler alle Aufgaben schaffen, sagte ein Sprecher. Man wolle auch „Spitzen”, also besonders begabte Kinder, abfragen. Für die Lehrer ist das unverständlich: „Wir können die Kinder doch nicht so vor die Wand laufen lassen”, so eine Schulleiterin.
Auch die Schulrätin im HSK hatte die Schulen per E-Mail auf die problematischen Aufgaben hingewiesen. Aber nicht, weil sie sie für zu schwer hielt, betonte Martina Nolte: „Das war nur ein sanfter Hinweis an die Schulen, Daten, Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeitsrechnung zu thematisieren, damit die Kinder nicht ganz unvorbereitet in die Aufgaben gehen.”
Den Schulen bereitet in diesem Zusammenhang noch ein anderes Thema Sorgen: Über die Lernstandserhebungen, können sie sich landesweit vergleichen. Und wer dann nicht vorher geübt hat, steht im Konkurrenzkampf um weniger werdende Schüler vielleicht letztlich auf verlorenem Posten.

0mitdiskutieren