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Unternehmen geben Nachhilfe im Rechnen und Schreiben

08.04.2010 | 18:33 Uhr
Unternehmen geben Nachhilfe im Rechnen und Schreiben

Arnsberg/Hagen/Siegen. Schülern fehlt vielfach die Ausbildungsreife. Folge: Unternehmen fällt die Suche nach fähigen Auszubildenden schwer. Zu dieser Erkenntnis kommt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nach Auswertung einer bundesweiten Umfrage. Südwestfalen macht keine Ausnahme.

„Wir kommen zu ähnlichen Ergebnissen”, sagt Klaus Bourdick, Bereichsleiter Berufsbildung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Arnsberg. Um Defizite im Schreiben, Rechnen und Lesen auszugleichen, organisiert jede zweite Firma im Kammerbezirk Nachhilfe. „Es gibt nicht die Lösung schlechthin, sondern ganz verschiedene Ansätze”, so Bourdick. „So gibt es größere Unternehmen, die Berufsschullehrer zur Nachhilfe für ihre Auszubildenden verpflichten.”

Angesichts sinkender Bewerberzahlen auf dem Ausbildungsmarkt fürchten Firmen einen wachsenden Fachkräftemangel. Bereits im Krisenjahr 2009 konnte jeder fünfte Betrieb in Deutschland nicht alle Ausbildungsplätze besetzen - insgesamt 50 000 Stellen.

Soziale Kompetenz fehlt

Neben den Bildungsschwächen beklagen Unternehmen in Südwestfalen bei Jugendlichen fehlende soziale Kompetenz. Betriebe müssen ihrer Ansicht nach ausbügeln, was Elternhaus und Schule in der Erziehung nicht geschafft haben. Hans-Peter Rapp-Frick, Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen: „Lücken gibt es bei den Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit, Disziplin, Umgangsformen und Belastbarkeit. Diese Problematik nimmt zu.”

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen, Klaus Vetter, schützt den Nachwuchs vor Kritik: „Kinder lernen am ehesten über Vorbilder. Wenn sie fehlen, kann man ihnen keinen Vorwurf machen.”

Die Alarmglocken in der Kammer schrillen, weil die befragten Unternehmen lediglich sechs Prozent der heutigen Schulabgänger keinerlei Mängel bei der Ausbildungsreife attestieren. Vetter: „Ein niederschmetterndes Ergebnis, an dem die gesamte Gesellschaft arbeiten muss. Hier tickt eine Zeitbombe, gerade angesichts der demografischen Entwicklung.”

20 Prozent nicht ausbildungsreif

Klaus-Dieter Jacobsen, Leiter der Technischen Bildungsstätte Lüdenscheid der SIHK, hält die schulischen Schwächen für nicht so gravierend. „Schlechte und gute Schüler gab es immer.” Die Entwicklung im sozialen Umfeld der Mädchen und Jungen hält er für bedenklich. Von einem Elternhaus könne oft keine Rede sein. „Schulen und Firmen können die Aufgaben der Eltern aber nicht übernehmen.”

Kammern und Betriebe reagieren auf diese Entwicklung mit vermehrten Angeboten. Dazu gehören langfristige Schülerpratika, eigener Nachhilfeunterricht und die Nutzung ausbildungsbegleitender Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit. Probleme, geeignete Azubis zu bekommen, sieht Jacobsen für kleinere Betriebe. Große Unternehmen filterten sich die besten Kandidaten heraus.

Der Siegener IHK-Präsident Vetter macht sich angesichts dramatischer Perspektiven für die Jugendlichen für rigorose Einschnitte stark. Nach Einschätzung des DIHK sind 20 Prozent eines Jahrgangs nicht ausbildungsreif. Vetter empfiehlt, die Schulpflicht so genannter schulmüder Schüler grundsätzlich zu reduzieren und den Mädchen und Jungen nach acht oder neun Jahren Schule, eine Tätigkeit in betrieblichen, überbetrieblichem oder caritativem Umfeld verbindlich vorzuschreiben. „Wir glauben, dass diese Jugendlichen durch einen präventiven Ansatz noch halbwegs 'in die Spur' zu bringen sind.”

Joachim Karpa und Sven Noelting

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Kommentare
09.04.2010
23:12
Unternehmen geben Nachhilfe im Rechnen und Schreiben
von Sauerland123 | #2

Unseren Kindern Werte und Selbstverständlichkeiten zu vermitteln ist heute leider nicht mehr möglich, da man sofort das Jugendamt am Hintern hat. Man braucht sie nur schief ansehen, dann hagelt es schon Anzeigen. Disziplin ist somit unmöglich zu vermitteln. Sie kennen nur Rechte und werden von der Öffentlichkeit in Watte gepackt.
Armes Deutschland

09.04.2010
14:33
Unternehmen geben Nachhilfe im Rechnen und Schreiben
von gvb | #1

„Wir glauben, dass diese Jugendlichen durch einen präventiven Ansatz noch halbwegs in die Spur zu bringen sind.”

1.) das wäre politisch nicht korrekt, weil genau diese Entwicklung vorhergesehen und erwünscht war.
2.) Durch diese Entwicklung wird die Zerstörung bestehnder Strukturen einfacher. Aus den Trümmern wollen dann die Jünger der Frankfurter Schule einen neuen Staat kreieren.
3.) Dabei ist der Unsinn des Gender Mainstreaming ebenso hilfreich, weil das ja Gleichheit in der Volksverdummung vordert.
4.) Als die Klugen bezeichnen sich dann ausnehmend die politische Klasse, weil sie es ja glauben geschafft zu haben, ihre Ideologie zu verbreiten. (Bin auch schon beinahe durchgegendert)
5.) Wenn letztlich alle doof sind, ist es ja wieder egal. Den letzten Rest richtet dann Erdogan....

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