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Top-Angebote bei Autokauf nicht an der Tagesordnung

10.10.2009 | 10:10 Uhr
Top-Angebote bei Autokauf nicht an der Tagesordnung

Hagen. Bis zu 42 Prozent Preisnachlass hat es auf einen neuen Opel Astra gegeben. Zurzeit versuchen einige Autohändler die Kundschaft nach dem Ende der Abwrackprämie mit günstigen Angeboten zu locken. Mit häufigen Preisnachlässen ist vorerst jedoch nicht zu rechnen.

Die Fördertöpfe für die Abwrackprämie sind ausgeschöpft. Mit teilweise hohen Rabatten versuchen nun einige Händler ihre Neuwagen trotz Nachfrageeinbruchs loszuwerden. Im Falle des extrem günstigen Astras jedoch handelte es sich wohl um einen Ausnahmefall. „Bei diesem Auto ist zu berücksichtigen, dass es sich um ein Auslaufmodell handelt”, sagt Autoforscher Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, der den Lehrstuhl für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg Essen führt. Dr. Axel Koblitz, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Kraftfahrzeug-Gewerbe, ist gleicher Meinung: „Diese 42 Prozent sind nicht repräsentativ für die gesamte Branche.” Höhere Rabatte seien hingegen bei auslaufenden Fabrikaten wie dem Astra gang und gäbe.

Eine Million Autos weniger

Drastische Preissenkungen sieht Koblitz ohnehin äußerst skeptisch, hält sie für kontraproduktiv. Denn jeder Preisnachlass schmälere die Renditen der jeweiligen Händler. „Kaufmännisch ist das unvernünftig”, so Koblitz. Viele Händler würden das Neuwagengeschäft ohnehin schon „mit leicht roten Zahlen betreiben”. Die Autohäuser hielten sich häufig nur noch mit Service-Leistungen über Wasser. Den Händlern und auch den Kunden rät Koblitz dazu, nicht auf Quantität, sondern auf Qualität zu setzen. „Nicht der Preis sollte der entscheidende Faktor sein, sondern vielmehr die Beratung und das Vertrauen zueinander.”

Noch sieht der Verbandgeschäftsführer keinen Trend hin zu einer neuen Rabattschlacht. Im kommenden Jahr könnte sich dies jedoch ändern. Denn in der Branche hält man für das Jahr 2010 zwischen 2,7 bis 2,8 Millionen Neuzulassungen für realistisch. Zum Vergleich: Bis Ende 2009 werden bis zu 3,8 Millionen neue Fahrzeuge gekauft worden sein. 2010 werde daher das härteste Geschäftsjahr für die Autohändler seit der Wiedervereinigung, heißt es.

Nachhall-Effekt der Abwrackprämie

„Das wären eine Million Autos, die fehlen”, sagt Professor Dudenhöffer. Ein Überangebot an Neuwagen ist im kommenden Jahr daher wahrscheinlich. Der Wirtschaftswissenschaftler analysiert Monat für Monat die aktuelle Marktlage. In seiner aktuellen Erhebung kommt er zu dem Ergebnis, dass die Autohersteller ihrerseits Sonderangebote und Rabatte momentan deutlich zurückfahren. Im September lag die Anzahl dieser Aktionen nahezu auf Vorjahresniveau.

Dudenhöfer rechnet jedoch im Frühjahr vor allem im Segment der Kleinwagen wieder vermehrt mit deutlichen Preisnachlässen der Hersteller. Grund sei der so genannte Nachhall-Effekt im Zuge der Abwrackprämie. Deren Antragsteller können nämlich bis Ende des Jahres den Abschluss des Kaufvertrages hinauszögern. Der Auftragseingang im Automarkt erscheine laut Dudenhöffer daher besser, als er tatsächlich ist. Potenziellen Kleinwagen-Käufern rät der Hochschulprofessor, „genau die heutigen Angebote zu prüfen.” Gegebenenfalls sollten sie den Abschluss eines Kaufvertrags in das Frühjahr verschieben.

Stefan Rebein

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