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Kriminalität

Taschendiebe sind kaum zu fassen

16.12.2010 | 18:23 Uhr
Taschendiebe sind kaum zu fassen
Taschendiebe überschwemmen die Innenstädte und Weihnachtsmärkte. Haftbefehle gegen sie sind aber schwer durchzusetzen.

Arnsberg/Dortmund.Der Trubel vor den Festtagen zieht sie magisch an: Immer mehr Taschendiebe überschwemmen die Innenstädte und Weihnachtsmärkte.

„Allein aus Soest liegen uns 40 und aus Lippstadt sogar 60 Anzeigen wegen Taschendiebstahls vor“, bestätigt Winfried Schnieders, Pressesprecher der Polizei im Kreis Soest. So habe die Polizei in Soest zwei Frauen festgenommen, die von einem Ladendetektiv beobachtet wurden, als sie versucht hätten, Kundinnen die Portemonnaies zu klauen. Winfried Schnieders: „Nach der Anzeigenerstattung und der Identitätsfeststellung wurden die beiden Frauen aus Bulgarien aber wieder entlassen, weil sie seit einigen Wochen in Dortmund gemeldet sind.“

Und genau darin liegt für Jörg Beyer, Sprecher des Einzelhandelsverbandes Ostwestfalen-Lippe, das Problem. Denn bevor die Bulgarinnen samt Komplizen in Lippstadt und Soest auftauchten, waren sie in Bielefeld und Herford aktiv. Auch hier gingen sie nach dem selben Muster vor: Ein Täter klaut die Geldbörse, gibt sie an einen zweiten weiter, der mit der Beute flüchtet und ein dritter schirmt den Tatort ab. Somit ist es sehr schwierig, dem Taschendieb die Tat nachzuweisen, weil er keine Beute mehr bei sich trägt.

„Im Jahr 2009 wurde 34 100 Mal ein Taschendiebstahl in NRW angezeigt“ , berichtet Frank Scheulen vom Landeskriminalamt, „es wurden aber nur 1421 Tatverdächtige ermittelt.“ Wenn doch einmal ein Dieb gefasst wird, muss er bis zur Verhandlung freigelassen werden, da er angeblich einen festen Wohnsitz hat und keine Fluchtgefahr besteht.

Friedhelm Burchard, Sprecher der Bielefelder Polizei, berichtet von der Festnahme bulgarischer Frauen, denen „zigfacher Taschendiebstahl nachgewiesen werden konnte“. Weil die Täterinnen in Dortmund gemeldet waren, wurden sie freigelassen.

Doch nicht nur das: Bereits im Sommer 2010 waren die Diebinnen aus Dortmund in Herford verurteilt worden. Friedhelm Burchard: „Außerdem stellte sich heraus, dass sie auch in Köln und Bremen Straftaten begangen hatten.“

Trotzdem spricht die Staatsanwaltschaft keine Haftbefehle gegen die Dortmunder Taschendiebbande aus. „Weil wir immer den Einzelfall sehen müssen“, begründet der Arnsberger Oberstaatsanwalt Werner Wolf die Zurückhaltung seiner Kollegen, „wir können uns nicht auf Vermutungen stützen, sondern wir müssen in einem Rechtsstaat jede Tat konkret beweisen.“

Einig sind sich Polizei und Staatsanwaltschaft, dass „etwas geschehen muss“. Denn die Taschendiebe wüssten genau, „wie es geht“. So bezweifelt etwa die Dortmunder Polizei, dass die Trickdiebe überhaupt in Dortmund wohnen. Pressesprecher Peter Schulz: „Das neue Meldegesetz macht es möglich.“ Jeder EU-Bürger könne sich unter einer x-beliebigen Adresse bei dem jeweiligen Meldeamt eintragen lassen: „Eine Bestätigung durch den Vermieter ist nicht mehr nötig.“ So komme es zustande, dass mehr als 50 Personen unter einer Adresse gemeldet seien, „obwohl dort niemand von ihnen wohnt“. Juristisch betrachtet haben sie alle einen festen Wohnsitz.

Darum ist es aus Sicht der örtlichen Polizeibehörden und der Staatsanwaltschaften nötig, dass sich die Landeskriminalämter endlich „der überörtlich reisenden Taschendiebe“ annehmen, „um die Sache aufzuhellen“.

Volker Dörken

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Kommentare
19.12.2010
13:39
Taschendiebe sind kaum zu fassen
von Elektrosteiger | #4

Sind die Taschendiebe, vor allem die aus Osteuropa, nicht die FACHKRÄFTE, die Deutschland so dringend benötigt???

18.12.2010
15:14
Taschendiebe sind kaum zu fassen
von Rallewer | #3

lol - und ihr glaubt noch, dass die auf eigene faust klauen ?

man müsste die hintermänner in ihren dicken Sklassen schnappen. das wäre mal was. anschließend eine ordentliche trachtprügel und ab in den polizeikeller.

17.12.2010
14:15
Blockierter Kommentar.
von jo | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.12.2010
12:24
Taschendiebe sind kaum zu fassen
von Kalutti | #1

Das gibt es glaube ich in keinem Land der Welt, dass Personalien aufgenommen werden und die Leute werden dann laufen gelassen.
Warum gibt man denen nicht noch eine Broschüre in die Hand: Wo sind Weihnachtsmärkte???

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