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Straftaten

Tankstellen werden immer häufiger von Kriminellen heimgesucht

12.05.2010 | 08:34 Uhr
Tankstellen werden immer häufiger von Kriminellen heimgesucht

Hagen/Iserlohn.Spritklau, Überfall, Einbruch - Tankstellen werden immer wieder zur Zielscheibe von Kriminellen - mit steigender Tendenz. Trotz Video-Überwachung und anderer Sicherheitsvorlehrungen, lassen sich die Täter nicht abschrecken. Die wenigsten werden gefasst.

„Tankstellen werden gerade in jüngster Zeit immer häufiger zum Objekt der Begierde“, stellt Willi Henke, technischer Leiter der BMV Mineralölvertriebsgesellschaft aus Iserlohn, nüchtern fest. Und dass seine Behauptung nicht aus der Luft gegriffen ist, beweisen allein vier Schlagzeilen, die in den vergangenen zwei Monaten in Hagen, Menden, Lüdenscheid und Werdohl die Bürger aufschreckten: „Mit der Axt Tankstelle überfallen“, „Tankstellenüberfall mit dem Küchenmesser“, „Bewaffneter Täter bedroht AVIA-Angestellte“, „26-jährige Angestellte mit abgeschlagenem Flaschenhals zum Öffnen der Kasse gezwungen“.

Drei Schwachpunkte

Willi Henke schildert drei Schwachpunkte, die sich böswillige Zeitgenossen immer wieder zu Nutze machen.

Spritklau wird immer beliebter. Foto: ddp

Der Spritklau. Die Täter fahren mit gefälschten Nummernschildern vor, tanken voll und rasen ohne zu bezahlen davon. Schaden pro Delikt: zwischen 50 bis 150 Euro.

Der Überfall. Die Ganoven zwingen Angestellte durch Vorhalten lebensbedrohender Waffen zur Herausgabe der Tageseinnahme. Die Beute: meistens unterhalb der 1000- Euro-Grenze, da das Geld oft in einem für die Angestellten unzugänglichen Bodentresor sicher gebunkert wird.

Der Einbruch: Die Diebe hebeln Türen auf oder stiegen sogar durch die Decke ein, dann stehlen sie Zigaretten und Alkohol. Ein leergeräumtes Regal voller Raucherwaren entspricht einem Warenwert von 8000 bis 10 000 Euro.

Spritklau nur an der Tanke

„Hier unterscheiden sich die Shops in den Tankstellen kaum von einer überfallenen Trinkhalle oder einem Kiosk“, meint Ewald Weinberger, Pressesprecher der Hagener Polizei. Zigaretten und PaketTabak ließen sich schnell über einen Hehler absetzen. Anders sei es beim Spritklau: „Der ist und bleibt naturgemäß ein Spezifikum der Tankstellen.“

Bleibe der Überfall. Ewald Weinberger: „Fast 90 Prozent finden im Schutz der Dunkelheit statt.“ Und gerade die Tankstellen gehörten zu den wenigen Einrichtungen, die rund um die Uhr - also auch in den dunklen Abend- und Nachtstunden - geöffnet seien. Also dränge es die Kriminellen dort hin, um hier unerkannt und ohne große Gefahr, geschnappt zu werden, die schnelle Mark zu machen.

Dramatische Entwicklung

„Es ist eine dramatische Entwicklung“, stellt Willi Henke fest, „und es wird noch schlimmer.“ Die Bereitschaft, sich fehlendes Geld durch kriminelle Handlungen zu besorgen, sei offenbar ansteigend. Trotz Video-Überwachung und anderer Sicherheitsvorlehrungen, ließen sich die Täter nicht abschrecken. Die wenigsten würden gefasst. Willi Henke: „Wir wissen nicht, wie wir uns schützen sollen.“ Und dann verweist er auf den Axträuber, der in der Nacht vom 15. auf den 16. März 2010 im Halbstundentakt vier Tankstellen in Hagen, in Kamen, am Autohof Strängenbach und in Gütersloh überfallen hat. Seine Beute soll im fünfstelligen Bereich gelegen haben. Der Mann ist noch immer auf freiem Fuß.

Die Kripo geht davon aus, dass der etwa 40 Jahre alte Räuber ein Bauarbeiter ist. Da sich die Ermittlungen schwierig gestalten, hat die Polizei das Fernsehen eingeschaltet. Voraussichtlich am 7. Juni 2010 wird der „WDR Kriminalreport“ in WDR III einen Beitrag über den „Tankstellenräuber mit dem Beil“ senden.

Volker Dörken

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Kommentare
12.05.2010
10:21
Tankstellen werden immer häufiger von Kriminellen heimgesucht
von voltago | #3

Warum müßt ihr Blödis auch noch drauf hinweisen, daß die wenigsten gefasst werden?
Journalistische Informationspflicht?
Gruß

12.05.2010
09:43
Tankstellen werden immer häufiger von Kriminellen heimgesucht
von jopi107 | #2

Es gibt eine einfache Möglichkeit, zumindest dem nächtlichen Benzinklau vorzubeugen. Habe ich in Belgien erlebt. Nach 22.00 Uhr werden die Zapfsäulen gesperrt und erst freigeschaltet, wenn der Kunde vorab bezahlt hat. Man kann wählen zwischen 20 und 50 Euro. Das reicht im allgemeinen für eine nächtliche Tankung.

12.05.2010
09:35
Tankstellen werden immer häufiger von Kriminellen heimgesucht
von Brombowle | #1

Ich dachte die gehören schon Kriminellen.

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