Stuntman schickt seine Kinder durchs Feuer
14.08.2009 | 18:19 Uhr 2009-08-14T18:19:00+0200Lennestadt. Ist er ein Rabenvater, weil er seine Kinder (2 und 4 Jahre) einen Stunt durchs Feuer machen ließ? Der Profistuntman Ivica Zdravkovic wehrt sich gegen solche Vorwürfe. "Ich würde meine Kinder nie einer Gefahr aussetzen".
Die feuerfeste Kleidung sitzt, die Räder und die Körperteile sind mit speziellem, feuerfestem Gel präpariert. Jetzt kann es losgehen für Emily und Connor - mit ihren Rädern geht es durchs Feuer. Das Ungewöhnliche bei dem Stunt: die Beiden sind erst zwei und vier Jahre alt.
Die Kinder des Lennestädter Profistuntmans Ivica Zdravkovic sind vorbereitet. „Wir haben bestimmt ein halbes Jahr geübt, bevor sie durch die kurze Flamme gefahren sind. Ich würde meine Kinder nie einer Gefahr aussetzen”, beschreibt es der Stuntman.
Durch eine Berichterstattung in der Bild-Zeitung sieht er sich zu unrecht als Rabenvater dargestellt. „Ich bin seit 13 Jahren Profi. Sicherheit hat bei mir immer absolut höchste Priorität”, so Zdravkovic. Er berichtet im Gespräch mit der WP: „Mein Sohn hatte ein Video von meinen Stunts gesehen. Anschließend hat er dann auf seinem Fahrrad mich nachgespielt. Und die Kleine hat das gesehen und ist immer hinterher. Erst mit dem Bobbycar, dann mit dem Laufrad.”
Kinderschutzbund skeptisch
Nachdem er mit seinen Kids ein halbes Jahr ohne Feuer eine Fahrt über einen Stock geübt und sich in Gesprächen mit den Kindern darauf vorbereitet hat, haben die Kids es dann durch das Feuer probiert. „Natürlich feuerfest angezogen und mit Gel eingeschmiert - aber die Flamme war auch nur 10 bis 15 Zentimeter hoch”, so Zdravkovic. „Es ist ein Bruchteil einer Sekunde, die die Kinder durch das Feuer fahren. Die Flamme geht schon fast durch die Räder aus.”
„Man kann Kindern Grenzerfahrungen ermöglichen, wenn man sie denn pädagogisch begleitet. Sie müssen wissen, was passieren kann - und man muss ihre Gefühle wahrnehmen können”, meint der Geschäftsführer des Kinderschutzbundes NRW, Friedhelm Güthoff. Völlig unverantwortlich findet er die Feuerfahrten nicht. „Als Profi wird der Vater wissen, was er da macht. Ich glaube aber trotzdem, dass es in dem Alter einfach noch zu früh ist. Auch wenn die Kinder es selber wollen. Man sollte warten, bis die Kinder 6, 7 oder 8 Jahre alt sind. Dann können sie auch selber besser abschätzen, was sie da tun”, so Güthoff.

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