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Streusalz knapp, Eisregen kommt

16.02.2010 | 17:56 Uhr
Streusalz knapp, Eisregen kommt

Weil am Montag allein die Autobahnmeistereien mit Streusalz beliefert worden sind, hat in Ostwestfalen eine Straßenmeisterei den Streudienst einstellen müssen. Auch in Südwestfalen sind die Vorräte knapp, reichen gerade noch, um heute Bundes- und Landesstraßen sparsam zu streuen.

„Wir hoffen, dass wir mit unseren Salzvorräten über den Donnerstag kommen”, sagt Rudolf Heupel, Sprecher der Straßenmeistereien im Hochsauerland. In Ostwestfalen haben seine Kollegen am Montag den Streudienst für einen Tag quittiert, weil ihnen das Salz schlicht ausgegangen war. Ganz so knapp ist man im Sauerland noch nicht. „Wir haben noch etwas Salz in unseren Hallen”, sagt Rudolf Heupel. Genug zumindest, um in der Nacht die Steigungsstrecken zu streuen. Und zwar „sparsamst”, wie Rudolf Heupel betont.

Für morgen hat der Wetterdienst abends und nachts Regen, Schnee und Schneeregen vorhergesagt. Für Donnerstag ebenfalls Schnee und gefrierenden Regen samt Glätte. Ob man dafür einigermaßen gewappnet ist, das kann Rudolf Heupel nicht vorhersagen. Es komme darauf an, wie stark die Temperaturen anziehen, wie viel man streuen müsse - und ob die Straßenmeistereien morgen Salz bekommen. Am Montag sind lediglich die Autobahnmeistereien beliefert worden.

Nullpunkt in Sicht

„Wenn wir täglich unsere Lieferung bekommen, dann müsste es klappen”, sagt auch Karl-Josef Fischer, Sprecher der Straßenmeistereien in Hagen, Iserlohn, Kreuztal und Lennestadt. Zumindest für den angekündigten Eisregen haben alle vier Straßenmeistereien heute noch Streusalz.

Doch: „Der Nullpunkt ist in Sicht”, sagt Bernhard Meier, Sprecher des Landesbetriebs Strassen.NRW. „Es wird mehr gebraucht als nachgeliefert werden kann”, fügt er hinzu. Der Salzproduzent Esco arbeitet Tag und Nacht in drei Schichten durch, um täglich die Höchstmenge von 20 000 Tonnen Auftausalz zu produzieren. Allein in NRW allerdings werden Meier zufolge an einem „vollen Wintertag” 10 000 Tonnen benötigt.

Vorrang für Autobahnen

Zumindest gestern hat der Landesbetrieb eine neue Streusalz-Lieferung von insgesamt 2600 Tonnen Salz erhalten. Damit komme man heute noch hin, sagt Meier. Doch wenn Eisregen und überfrierende Nässe über zwei Tage anhalten, „dann wird es schwierig”.

Weil das Salz nicht für alle reichen kann, hat der Landesbetrieb längst festgelegt, dass die Autobahnmeistereien vorrangig beliefert werden, danach erst die Bundes- und Landesstraßen. Viele Städte und Gemeinden sind ganz vom Nachschub ausgeschlossen. Denn der Landesbetrieb hat in ihrem Auftrag einen Vertrag mit dem Salzlieferanten ausgehandelt - und kann daher über die Zuteilung bestimmen. „Eine Autobahn, über die am Tag 60 000 Autos fahren ist für die Mobilität wichtiger als andere Straßen”, begründet Meier diese Entscheidung. Im Übrigen genüge bei geringen Geschwindigkeiten innerorts Split und Sand.

Selbst auf den Autobahnen aber können nicht mehr alle Fahrbahnen gestreut, sondern nur geräumt werden - zumindest bei Schneefall. Doch gegen die angekündigte überfrierende Nässe und Eisregen hilft allein Salz. Hätte man sich das knappe Gut also nicht besser für dieses Wetter aufgespart, statt wie bis vor kurzem bei Schnee zu salzen? „Vor drei Wochen hätte wohl noch niemand vorgeschlagen, zwei Tage lang kein Salz zu streuen”, sagt Bernhard Meier. Da hat offenbar noch niemand geahnt, wie lange der Winter anhält.

Nina Grunsky

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Kommentare
17.02.2010
08:43
Streusalz knapp, Eisregen kommt
von Mikke | #3

@Bahnfahrer:
Na gut. Klar, bei der Bahn AG sind immer noch etliche Emergency-Teams damit beschäftigt zu erkunden, wer so plötzlich die ganzen Blätter auf die Schienen gestreut hat. Das kann dauern. Aber was machen zum Beispiel die Gemeinden? Hat denn bei denen keiner mehr eine Oma im Haus, deren Knie sich mit dem Wetter auskennt? Wie ist es möglich, daß scheinbar Deutschland-weit nur noch Schwachmaten in solchen Stellen beschäftigt sind? Lernt man heute wirklich in der Grundschule nicht mehr, daß es Jahreszeiten gibt, auf die man sich (so wie früher üblich) vorbereiten kann und muss? Zum Haareraufen ist das!

17.02.2010
07:50
Streusalz knapp, Eisregen kommt
von Bahnfahrer | #2

1*Mikke>In Deutschland sind öfters Beamte für solche Bestellungen zuständig. Und bis da einer anfängt zu denken ist schon wieder Sommer. Die meisten hatten doch eine schlechte Kindheit.
Also bitte etwas mehr Rücksicht.

16.02.2010
18:22
Streusalz knapp, Eisregen kommt
von Mikke | #1

Alles klar. Februar, und da kommt plötzlich und unerwartet der Winter. Wer hätte damit rechnen können?

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