Stahl-Skelett wird komplett demontiert
23.02.2010 | 17:47 Uhr 2010-02-23T17:47:00+0100
Hamm-Uentrop. Die Serie von Pleiten, Pech und Pannen an deutschen Großbaustellen reißt nicht ab. Jetzt ist die RWE betroffen. In Hamm-Uentrop, wo ein neues Kraftwerk entsteht, muss ein über 50 Meter hohes Skelett aus Stahl wieder demontiert werden.
Schuld daran ist die Qualität des Stahls, der aus China stammt. Bereits im Oktober war dieser Teil der Baustelle stillgelegt worden, weil bei Routine-Kontrollen Mängel an den Schweißnähten festgestellt worden waren.
Nach mehreren Gutachten, die von der RWE in Auftrag gegeben worden sind, steht nun fest, dass der Schaden nur durch einen kompletten Abriss des stählernen Monstrums behoben werden kann. RWE-Pressesprecher André Bauguitte bestätigte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung: „Der Total-Abriss und der zügige Wiederaufbau ist die Lösung, die von uns von Beginn an bevorzugt wurde.” Bauguitte geht davon aus, dass mit der Demontage umgehend begonnen wird.
Schätzungen von Experten, dass für diese Maßnahme ein hoher zweistelliger Millionen-Betrag investiert werden muss, wollte der RWE-Sprecher nicht bestätigen: „Zu den finanziellen Auswirkungen kann man noch nichts sagen.” Außerdem liege die Bauausführung nicht bei der RWE, sondern das damit beauftragte Unternehmen Alstom sei dafür verantwortlich: „Sie haben den Auftrag, ein qualitativ hochwertiges Kesselgerüst zu liefern.”
Für die ehrgeizigen Planungen der RWE, am Standort Uentrop bereits im kommenden Jahr den ersten Block in Betrieb nehmen zu können, bedeutet die Stahl-Panne einen erheblichen Rückschlag. „Es ist richtig, dass für die Bauverzögerung in erster Linie die festgestellten Mängel verantwortlich sind”, bestätigte André Bauguitte. Statt wie geplant im Sommer 2011, wird das Kraftwerk nun vermutlich ein Jahr später ans Netz gehen.
Der neue Stahl kommt übrigens aus Europa. Es sei allerdings nicht ungewöhnlich, Stahl für solche Großobjekte in China einzukaufen, erklärte Bauguitte. Das Kraftwerk in Uentrop gehört mit weit über 1000 Arbeitern zu den größten Baustellen in Europa.

16:05
Tja, in Frankfurt wurde das dortige Airrailcenter auch mit chinesischen Stahlträgern gebaut. Nach Prüfung mussten die Träger größterteils von deutschen Firmen nachgearbeitet werden, sodass sich die ursprünglich geplanten Kosten mehr als verdoppelt haben. Da ham wa abba jespart. Unter uns: Wie wollen diese inkompetenten Pfeifen von Bauherren einen durch Nichterfüllung eines Vertrages anfallenden Mehraufwand juristisch bei einem chinesischen Lieferanten einfordern? Viel Spaß dabei, da kann man sich mit dem jeweiligen Vertrag wahrscheinlich nur noch den Hintern wischen, egal was drin steht.
05:52
Ne, es ist nicht ungewöhnlich, dass der Stahl aus China kommt. Es ist aber auch nicht ungewöhnlich, dass er Schrott ist. In Datteln waren auch Schweißnähte nocht in Ordnung, ebenso in Kerpen. Dort muss auch wieder abgerissen werden. Wann lernen die es endlich?