Sechs Tonnen Käse für die Turner
02.06.2009 | 19:03 Uhr 2009-06-02T19:03:00+0200Hagen/Frankfurt. 400 000 Brötchen. Dazu sechs Tonnen Käse, acht Tonnen Konfitüre. 7,5 Tonnen Müsli, 50 000 Liter Milch und 130 000 Teebeutel. Das ist die Einkaufsliste für das Internationale Deutsche Turnfest, das derzeit in Frankfurt gefeiert wird.
Aus diesen Zutaten bereiten 6000 Helfer jeden Morgen Frühstück für die Sportler, die in 150 Schulen rund um die Mainmetropole auf ihren Isomatten übernachten. Darunter Markus Eckert vom DJK Bösperde, der mit der A-Jugend im Faustball zum Turnfest an den Main gereist ist. Die Mannschaft hat im Pokalturnier knapp das Halbfinale verpasst, ist fünfte unter 20 Teams geworden. „Das ist in Ordnung”, wertet Trainer Markus Eckert dieses Ergebnis, das eigentlich gar nicht so wichtig ist: „Hier ist Dabeisein wirklich alles.”
Breitensportler unter sich
Und Eckert ist nun schon zum siebten Mal dabei. 1986 hat er in Berlin erstmals am Internationalen Deutschen Turnfest teilgenommen, das alle vier Jahre stattfindet. „Wenn man das einmal erlebt hat und infiziert worden ist, fährt man immer wieder hin”, sagt Eckert. „Hier sind Breitensportler unter sich. Die Leistung steht im Hintergrund”, beschreibt er die entspannte Atmosphäre. Bei 29 Grad und Sonnenschein sieht er um sich herum nur „glückliche Menschen, die Spaß am Sport haben.”
65 000 Teilnehmer aus 3400 Vereinen und 36 Nationen sind nach Frankfurt gekommen. Zwar nicht ganz so viele wie bei früheren Turnfesten, umso besser sei das Drumherum, lobt Eckert. Mit Feuerwerk, Lasershow und Musik auf der Flussfestmeile am Main. Dort tanzen abends zur Musik einer Abba-Revival-Band 12-jährige Mädchen gemeinsam mit 70-Jährigen Damen, schildert Martina Grote, Übungsleiterin der Werler Kangaroos, die Stimmung. „Man lernt sich hier kennen.”
Lektion fürs Leben
Mit 40 Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 25 Jahre ist sie in der Turnstadt - darunter ein Junge. Mit einer Mischung aus Turnen, Gymnastik, Tanz und Akrobatik treten die Kangaroos an, um ihren Titel beim Tuju-Star zu verteidigen, der deutschen Meisterschaft der Jugend-Showgruppen.
Mindestens so wichtig wie der Sieg ist jedoch für Martina Grote, dass die Kinder „Eindrücke fürs ganze Leben sammeln”. Auf dem Turnfest lernen sie Grote zufolge, nicht Konkurrenzdenken, sondern soziales Miteinander. Später seien sie auch im Alltag, in der Schule füreinander da.
Das Gemeinschaftsgefühl ist auch für Frank Sykownik vom TSV Kabel der Grund, immer wieder mit dem Nachwuchs zum Turnfest zu fahren: „Die Kinder lernen sich ganz neu kennen”, sagt er. Die Wettkämpfe hingegen seien bei jedem Fest die gleichen. Dabei ist in diesem Jahr auch sein 13-jähriger Sohn Max. Sein Resümee der Reise: „Toll.”

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