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Amoklauf vereitelt

Schwelmer Schüler plante Katastrophe am 20. April

13.03.2009 | 13:22 Uhr

Ennepetal. Nach einer Amokdrohung ist am Donnerstag ein 17-jähriger Schüler eines Gymnasiums in Ennepetal festgenommen worden. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, hatte der Jugendliche gegenüber Mitschülern eine Amoktat angekündigt - und zwar schon vor dem Amoklauf von Winnenden.

Das Ennepetaler Reichenbach-Gymnasium. Foto: Rita Wiemann

Die Polizei in Ennepetal hat einen Gymnasiasten festgenommen, der möglicherweise einen Amoklauf plante. Die Tat soll K. Mitschülern gegenüber angekündigt haben. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung hätten die Ermittler chemische Substanzen und Anweisungen sichergestellt, die zum Bau eines Sprengkörpers geeignet gewesen seien.

Nicht die erste Androhung des Jungen

Wie sich abzeichnet, war es nicht das erste Mal, dass der Junge entsprechende Drohungen ausgestoßen hatte. So war er wegen bereits von der Realschule der Nachbarstadt Schwelm verwiesen worden, weil er eine Lehrerin bedroht hatte. In Ennepetal am Reichenbach-Gymnasium bekam er im Jahr 2007 eine neue Chance.

Für den 20. April hatte er angekündigt, die Schule in die Luft zu sprengen. Das Datum hat Geschichte. Zum einen ist es das Geburtsdatum von Adolf Hitler, zu anderen fand am 20. April 1999 der Amoklauf an der Columbine-Highschool statt, bei dem zwölf Studenten und ein Lehrer getötet worden waren. Die Chemikalien für die Tat hatte der Schüler zu Hause gelagert. Sie sind nach Polizeiangaben frei verkäuflich.

Kein Trittbrettfahrer der Winnenden-Tragödie

Mit dem Amoklauf von Winnenden hat diese Tat offensichtlich nichts zu tun. Denn bereits am Montag hatten sich besorgte Eltern an den Schulleiter gewendet, der wiederum die Polizei einschaltete. Die Beamten, so hieß es gestern, hätten sofort Ermittlungen aufgenommen. Am Donnerstag war K. während des Unterrichts festgenommen und anschließend vier Stunden lang verhört worden. In der Schule war K. bekannt. Nicht zuletzt, weil er häufig mit schwarzem Mantel und abgeschnittenen Handschuhen zum Unterricht erschien.

Die Schule selbst hat gestern die Schüler informiert. „Schüler und Kollegen werden nicht allein gelassen”, sagte der Schulleiter. Daher würden bei Bedarf entsprechende Gespräche in den Klassen geführt. Und weiter: „Wir versuchen nicht stur zur Tagesordnung zurückzufinden, aber ein bisschen Normalität tut allen gut.”

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Von Torsten Berninghaus und ddp

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Kommentare
17.03.2009
21:19
Schwelmer Schüler plante Katastrophe am 20. April
von fandel | #7

Abgesehen von der Vorgehnsweise der Polizei und der Motivation frage ich mich, wie gut der Westen recherchiert und ob hier im Nachhinein noch Artikel verändert werden.
Ich habe nämlich das hier vor einigen Tagen NICHT gelesen: Zitat Zum einen ist es das Geburtsdatum von Adolf Hitler ,
sondern zum 100sten Geburtstag von Adolf Hitler
Und eben das ist ein echt schlimmer historischer Fehler des Herrn Berninghaus .
Fiel aber offenbar niemandem auf, oder?

13.03.2009
21:05
Schwelmer Schüler plante Katastrophe am 20. April
von J.Kerner | #6

@Johannes K.

Wie die Verhaftung abgelaufen ist, da kann man geteilter Meinung sein, aber bei dem Schüler über ein kindliches Gemüt zu reden ...

wie wäre es mal mit Google:

- Schwarzpulver (ist in Chinaböllern vorhanden) und Rohrbombe
- Salzsäure (war auch auf den Fotos) und (Säure-)bombe

Eine Frage noch, was wollte er mit den Schwertern und Messern?

Ich habe eher das Gefühl, dass das o.g. Gemüt zu Ihnen passt!

13.03.2009
20:46
Schwelmer Schüler plante Katastrophe am 20. April
von Mini3389 | #5

Tja, ich kann nur sagen (ich bin auf dieser Schule), dass natürlich alle das Festnehmen mitbekommen haben. Und natürlich brach eine kleine Hysterie aus, die Gerüchteküche brodelte. Manche Lehrer wollten keine Auskunft geben, haben die Sache heruntergespielt, manche haben bereitwillig alle Neuigkeiten erzählt.
Nur die Ungewissheit war wirklich schlimm in diesen Tagen, denn niemand wusste, was wirklich los war. Nur gut, dass er jetzt erstmal weg ist...

13.03.2009
19:33
Schwelmer Schüler plante Katastrophe am 20. April
von Johannes K. | #4

@ von_nebenan:
völlig richtig: über das Vorgehen, nicht über die Verhaftung.
Mal abgesehen von der Wirksamkeit von Spielzeugpistolen, Chinaböllern und Wunderkerzen (!), die doch eher das kindliche Gemüt des Verhafteten dokumentieren (aber auf den Polizeifotos richtig gut kommen), vermisse *ich* bis jetzt von den Befürwortern des Vorgehens jedes Argument für das absolut unprofessionelle Verhalten der Polizei, das Schüler in Angst versetzte und vor allem gefährdete. Gibts denn wirklich keins?

13.03.2009
19:12
Schwelmer Schüler plante Katastrophe am 20. April
von helgasp | #3

@ von nebenan

Ich habe mich gestern über das Vorgehen der Polizei gewundert und tue es heute immer noch.

Die Polizei hatte drei Tage lang ermittelt und sollte, meiner Meinung nach, dann auch am vierten Tag in der Lage sein, den entsprechenden Schüler - kontrolliert - außerhalb des Schulbetriebs festzunehmen. Mir wäre das Risko der Gefährdung anderer Schüler zu groß gewesen.

Dass die geplante Tat von den Informierten angezeigt wurde und die Polzei dieser Anzeige nachging, war selbstverständlich korrekt. Nur die Art der Festnahme selbst stelle ich in Frage.

13.03.2009
18:58
Schwelmer Schüler plante Katastrophe am 20. April
von Cuewalda | #2

So eine Sammlung fällt heute zu Hause nicht mehr auf? Irgendwo muss ja auch das Geld herkommen für die Waffensammlung, den Chemiebaukasten etc. Unter Taschengeldparagraf fällt das ganze bestimmt nicht.

Danke an die, die sich nicht gescheut haben zu reagieren und rechtzeitig die Behörden einzuschalten und so (möglicherweise) Schlimmeres verhindert haben.

Wer weis was einige Hirne noch so ausbrüten, ggf. sich als Trittbrettfahrer wichtig machen (gut wenn hier die Strafverfolgung und Verurteilung zeitnah erfolgen).

13.03.2009
18:27
Schwelmer Schüler plante Katastrophe am 20. April
von von_nebenan | #1

Komisch,ich vermisse diejenigen, die im Bericht über die Verhaftung sich über das Vorgehen der Polizei beschwerd haben.

Danke an alle Beteiligten, die aufmerksam waren und Danke an die Polizei.

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