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Schweinegrippe packt ganze Familie: ein Erfahrungsbericht

20.11.2009 | 10:21 Uhr

Hagen. Das Schweinegrippe-Virus hat die ganze Familie gepackt. Die WP-Mitarbeiterin Manuela Nossutta schildert, wie es ist, mit der Schweinegrippe zu leben - von der Ansteckung über den Arztbesuch bis zum Krankheitsverlauf.

Tochter Deborah hat es zuerst erwischt. Dann hat sich das Virus den Papa ausgesucht. Und nun liegt auch Mama Manuela flach. Ein Virus, eine Familie, kein Einzelfall.

Wo haben wir uns angesteckt? In den letzten Wochen häuften sich die Krankheitsfälle an der Schule meiner Tochter (10 Jahre). Allein in ihrer Klasse meldeten sich 10 von 26 Schülern krank.

Viele Fälle in der Schule

Wie verläuft die Grippe? Es begann am Samstagabend bei meiner Tochter von jetzt auf gleich, ganz plötzlich mit Fieber, Frieren und Schwäche. Ich habe ihr Paracetamol gegen das Fieber gegeben, und am Sonntag ging es ihr schon etwas besser. Die Symptome bei meinem Mann waren anders: starker Schnupfen, Husten, Gelenkschmerzen und Augenbrennen, Augentränen, Schwindel.

Leere Schulklassen: Vor allem Kinder sind von der Schweinegrippe betroffen. Foto: ddp

Am Montag haben wir einen Arzt aufgesucht. Die Praxis war rappelvoll, die Wartezeit daher extrem lang. Der Arzt mit Mundschutz und Gummihandschuhen erklärte, dass es sich sicher um die Neue Grippe handelt. Aber bloß keine Panik: Zurzeit steige die Zahl der Erkrankten stark an. Die meisten Fälle verliefen aber mild. Daher Behandlung mit Paracetamol, Schnupfenspray und Thymianhalstabletten.

Jede Bewegung schmerzt

Meine Tochter fühlte sich bereits am Montag wieder besser, so wie immer. Am Montagabend begann die Krankheit dann auch bei mir. Mich hat es schwer erwischt: Fieber, Schwäche, kalter Schweiß, Husten, Schnupfen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen. Jede Bewegung verstärkte die Kopfschmerzen und jeder Husten verstreute die Schmerzen noch einmal gesteigert durch den gesamten Kopf. Dazu kamen schwere Beine und Gelenkschmerzen.

Nach etwa 48 Stunden blieb von den Beschwerden nur noch eine leichte Schwäche und der Husten. Es wird täglich besser.

Kinder stecken Grippe leichter weg

Fazit: Erwachsene stecken die Neue Grippe nicht so leicht weg wie Kinder. Erwachsene sollten besonders das Fieber genau beobachten.Steigt es auf über 38,5°, sollte der Arzt unbedingt erneut aufgesucht werden. Ein einigermaßen gesunder Mensch kann die Grippe recht gut verkraften. Da man etwa eine Woche ansteckend ist, sollte man besondere Rücksicht auf andere nehmen. Wer zurzeit Grippe-Symptome hat, sollte besser einen Arzt aufsuchen und auf gar keinen Fall weitermachen wie gewohnt.

Rücksichtnahme hilft am besten, die Grippe in Schach zu halten. Denn: Je mehr Fälle, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen.

Virus war schneller 

Impfen oder nicht? Wir standen auf einer Impf-Warteliste. Leider war das Virus schneller. Schweinegrippe macht einsam: Besonders für Kinder ist es furchtbar, sich nicht wie gewohnt mit Freunden verabreden zu können, obwohl man sich schon besser fühlt. Wenn die Eltern dazu noch krank sind und auch nicht so recht spielen können, ist das für Kinder fast nicht auszuhalten. Kinder sind zehn Tage ansteckend, Erwachsene circa eine Woche. Jetzt haben wir uns von der Impf-Warteliste streichen lassen, denn wir sind immun. Das ist das einzig Gute an der Geschichte.

Redaktion

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