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Schwäche der Gegenwart, Schatten der Vergangenheit

21.09.2009 | 15:50 Uhr

Hannover. In Rekordzeit hatte Neven Subotic den Kabinenaufenthalt nach dem Spiel hinter sich gebracht. Kaum mehr als 15 Minuten nach Abpfiff marschierte der junge Innenverteidiger - das Haar noch feucht - wortkarg in Richtung Mannschaftsbus. Ein typischer Fluchtreflex nach Niederlagen.

Dabei hatte Borussia Dortmund gar nicht verloren, eigentlich war viel eher das Gegenteil der Fall wie Trainer Jürgen Klopp nicht müde wurde zu betonen. „Mit unserem Trainingslager in Marienfeld wollten wir auf die Stopptaste drücken, um neu anzufangen”, sagte Klopp - quasi mit der Fernbedienung in der Hand - nach dem 1:1 (1:0) bei Hannover 96: „Wir haben hier einen Schritt nach vorne gemacht.”

Argumente in Halbzeit eins gesammelt

Argumente für diese Sichtweise sammelte der 42-Jährige allerdings vorwiegend in der ersten Halbzeit, als aus einer stabilen Defensive heraus beste Chancen herausgespielt wurden, die allerdings von Nuri Sahin, Tinga und dem gefällig agierenden Tamas Hajnal nicht verwertet wurden. „Wir machen vorne die Bälle nicht rein”, ärgerte sich Klopp über das eine mickrige Törchen, das Nuri Sahin kurz vor dem Halbzeitpfiff unter unfreiwilliger Mithilfe der Hannoveraner Abwehr zustande gebracht hatte: „Wie schon vergangene Woche musste das Einszunull eigentlich schon das Dreizunull sein.”

Mittlerweile suboptimal

Dass es das nicht war, empfindet auch Jürgen Klopp mittlerweile als suboptimal. Sechs Spiele sind absolviert, fünf Mal führte der BVB, niemals aber gelang Nelson Valdez, Mohamed Zidan und Co. ein zweiter Treffer, der Selbstvertrauen und Ruhe bringen könnte. 90 Minuten als Ein-Tor-Phase. Dem BVB fehlt im Zentrum ein Instinktstürmer, einer, der richtig steht, der eiskalt abschließt und von überall trifft. Wenn man es genau nimmt: ein Alexander Frei.

Verkauf von Frei unvermeidlich

Der Schweizer Nationalstürmer - ein Egozentriker von nicht eben beeindruckender Geschwindigkeit - stand dennoch in jeder Saison für eine erkleckliche Torausbeute. „Ein Alexander Frei stünde uns tatsächlich gut zu Gesicht”, sagte Jürgen Klopp am Samstagabend im Sportstudio des ZDF. Allein: Der Schritt, Frei zu verkaufen, war unvermeidlich, weil er selbst es ausdrücklich so wollte und weil den BVB noch immer die Schatten der Vergangenheit plagen, als Gelder flossen, die heute erst verdient werden.

Ein zu seltener Moment: Nuri Sahin jubelt nach einem Torerfolg für den BVB.

Zum Beispiel mit den fast fünf Millionen Euro, die der 30-Jährige ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages in die schwarzgelbe Kasse spülte. Und weil gleichwertiger Ersatz in diesen Preiskategorien nicht leicht zu finden ist, kam der Argentinier Lucas Barrios - eine exotische und wie sich zeigt riskante Lösung, weil der 24-Jährige Zeit benötigt, um sich zu akklimatisieren. Ein Problem im Hier und Jetzt der Dortmunder Harmlosigkeit.

Führung verspielt

So ging auch in Hannover die Führung dahin. Wie schon gegen Stuttgart und Bayern fiel der Gegentreffer durch Didier Ya Konan kurz nach der Pause, was speziell dem Dortmunder Spiel im weiteren Verlauf nicht gerade zuträglich war: Der Ball sprang zwischen den Mannschaften hin und her wie eine wild gewordene Flipperkugel, es folgten Kerze, Luftloch, Missverständnis.

"Ein Punkt ist zu wenig"

Kein schönes Spiel, was Klopp vor der Pokal-Partie beim Karlsruher SC und dem Derby gegen Schalke aus seiner Analyse beflissentlich ausklammerte. „Ein Punkt ist zu wenig”, wandelte Torwart Roman Weidenfeller Subotics Miene in Worte um. Und traf damit die Sache.

Daniel Berg

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Kommentare
21.09.2009
20:57
Schwäche der Gegenwart, Schatten der Vergangenheit
von M. Zander | #1

Ja Alexander Frei wollte Dortmund zum Schluss verlassen, aber was die Reporter immer vergessen zu fragen ist WARUM?!
Mit allen Spielern wurde nötiger oder unnötiger Weise verlängert, ja selbst mit diesem Trainer, was zu dem Zeitpunkt nicht nötig war.
Alex Frei hat man hingehalten und immer wieder vertröstet, und von Klopp bekam er auch wenn der Trainer es nicht zugibt, nicht gerade viel Wertschätzung.
Klopp wollte ihn nicht mehr in der Mannschaft haben, genauer gesagt, er wollte ihn eigentlich wie auch Petric gar nicht in der Mannschaft haben.
Watzke und Zorc hätten sehr gerne mit Frei verlängert, hätte der Trainer dies auch gewollt, aber er hatte ja schon in der Rückrunde versucht ihn zu vergraueln. Man nehme allein das Spiel gegen Hoffenheim, welchen Grund gab e Frei auf der Bank zu lassen....
Klopp konnte Frei nicht lleiden und kann persönliches von dienstlichem nicht trennen und ist kein bisschen professionell und das schlimme ist, die meisten Dortmundfans (ich bin auch einer) so dumm sind und eine rosarote Brille tragen und sich so vom Klopp an der Nase rum führen lassen.

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