Schulwechsel an Auflagen geknüpft
18.03.2009 | 18:34 Uhr 2009-03-18T18:34:00+0100Ennepetal. Der 17-jährige Schüler, der am Reichenbach-Gymnasium in Ennepetal mit einer Amoktat gedroht haben soll, hat offenbar eine schwierige Vorgeschichte.
Knapp eine Woche nach seiner Festnahme wird bekannt, dass der damalige Ennepetaler Schulleiter, Wilbert Neuser, therapeutische Bedingungen an die Aufnahme des Jungen geknüpft hatte. Das Kollegium war darüber nicht vollständig informiert.
Galt als beschulbar aber nicht austherapiert
Mittlerweile arbeitet Wilbert Neuser als schulfachlicher Dezernent bei der Bezirksregierung Arnsberg. Auf Anfrage der Westfalenpost erklärte Mittwoch ein Behördensprecher, wie es zu der Vereinbarung kam: „Da der Junge aus einer stationären Unterbringung kam und als beschulbar, aber nicht als austherapiert galt, wurde eine außerschulische psychologische Betreuung vereinbart.” Die Schule habe bis Ende 2007 in regelmäßigem Kontakt zu dem zuständigen Therapeuten gestanden. Dann sei dem Schüler eine gute Zukunfts-Prognose bescheinigt worden. Als Wilbert Neuser nach Arnsberg wechselte, habe er die Sache dem Nachfolger übergeben.
Auf die Frage, warum das Kollegium über die Vereinbarung nicht informiert war, heißt es: „Wichtig ist, dass solche Jugendliche nicht stigmatisiert werden. Der Schüler war ohnedies in einer Außenseiterrolle.”
Landrat dankt Bürgern für Zivilcourage
Unabhängig davon machte der Landrat des EN-Kreises, Arnim Brux, Mittwoch die Haltung seiner Behörde in dem Fall deutlich: „Wer Angst verbreite, muss mit Konsequenzen rechnen, die sich möglicherweise sehr negativ auf den weiteren Lebensweg auswirken können.” Gleichzeitig bedankte sich Brux bei den Bürgern für die gezeigte Wachsamkeit und Zivilcourage.
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