Schäfer organisieren Protestzug der Lämmer
04.06.2010 | 18:34 Uhr 2010-06-04T18:34:00+0200
Berlin/Soest/Werl.Mehrere Schäfer starten mit ihren Schafherden in Berlin, um quer durch Deutschland, die Niederlande, Belgien und Luxemburg zu tippeln - aus Protest.
„Mit 50 Kollegen aus NRW fahren wir heute zum Auftakt des Protestes nach Berlin“, berichtet Anton Hense (54) aus Lichtenau-Herbram, der gemeinsam mit Wolfgang Scholle (57) den Treck der Lämmer für die NRW-Berufsschäfer organisiert hat.
Kein leichtes Unterfangen. Denn es ist das erste Mal, dass sich Schäfer mit ihren Tieren auf eine 1400 Kilometer lange Strecke begeben. Eineinhalb Jahre wurde die Demo der Wolltiere geplant. Zwölf Schäferteams teilen sich die gesamte Wegstrecke auf. „Da muss viel bedacht werden“, erklärt Hense, dessen Vorfahren ebenfalls Schäfer waren.
Zehn bis zwölf Kilometer haben die Organisatoren als Tagespensum für die Herden eingeplant. In Bad Blomberg - an der Landesgrenze zu Niedersachsen - werden Anton Hense und Wolfgang Scholle den Schäferstaffelstab übernehmen. Am Samstag, 24. Juni, ziehen sie dann über Bad Driburg in mehreren Teilabschnitten nach Paderborn. Hier besuchen sie am 1. August das Libori-Fest.
Schäfer protestieren gegen wachsende Bürokratie
Immer wieder wird es auf dem langen Weg Veranstaltungen und Podiums-Diskussionen geben, bei denen die Bürger über das Anliegen der Schäfer informiert werden. Entlang der B 1 - über Geseke und Erwitte - setzt die Kolonne ihren Weg fort. Am 7. und 8. August legt sie einen Zwischenstopp in Soest ein. Für die Versorgung der Tiere in der Börde und die Ausarbeitung der Nachtquartiere sind die Schäfereien Ernst-Georg Brinkmann aus Ense sowie Thomas und Alfons Pieper aus Wickede zuständig.
„Im Vorfeld haben wir uns am 7. Mai mit Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg getroffen“, berichtet Anton Hense. Dort hat der Minister die Hirten eingeladen, mit ihrem Schaftreck auch in seinem Heimatdorf Büderich vorbeizuschauen.
„Dieser Bürokratiewahnsinn ist nicht mehr umsetzbar“, schimpft Anton Hense. Mit der Einzelkennzeichnung bei der mobilen Tierhaltung durch die EU habe 2004 alles angefangen. Für jedes Herdentier müssten etwa zehn DIN-A-4-Seiten an Formularen ausgefüllt werden. Bei Herden, die zwischen 300 und 400 Tier stark sind, ein Riesenaufwand.
Außerdem würden viele Schafe gerade im Sommer, wenn sie durch die Büsche streifen, die elektronische Ohrmarke verlieren. Dazu Markus Barkhausen vom Haus Düsse in Bad Sassendorf und Mitarbeiter des Schafzuchtverbandes NRW: „Dann muss der Schäfer die gesamte Herde ablaufen, um festzustellen, welche Nummer fehlt.“ Das Chaos sei kaum noch zu bewältigen, wenn mehrere Ohrclips gleichzeitig verlorengingen.
„Wir wollen zurück zur Bestandskennzeichnung“, so Anton Hesse. Sie habe sich bewährt, weil ja jeder Betrieb in Europa einmalig sei. Auch die Verbraucherverbände verträten diese Meinung. Jedem einzelnen Schaf einen eigenen (Ziffer-)Namen zu geben, sei schlicht weg „belämmert“.
Das werden die Schäfer auch bei ihrem Termin vor dem Europäischen Parlament in Brüssel zum Ausdruck bringen, bevor sie beim Grünlandtag in Trier eintreffen, wo der Hirtenzug am 17. Oktober endet.

08:05
Wenn keine Patente helfen um Monopole zu schaffen, flüstert man Politikern halt alle möglichen Gesetze und Verordnungen ein, die nur noch von kapitalstarken Grossanbietern erfüllt werden können.
17:02
#4
da kann ich nur zustiimmen.
Dieser ganze Bürokraitsmus ist ja nicht von den Schäfern erfunden worden sondern von ach so intelligenten u. fachkompetenten Politikern
15:45
#2 von nazi
Die FAULEN deutschen BEAMTEN tun nur was Ihnen, vereinfacht gesagt von, so scheint mir, DUMMEN POLITIKERN aufgetragen wird.
15:03
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
14:30
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
12:28
Für jedes Herdentier müssten etwa zehn DIN-A-4-Seiten an Formularen ausgefüllt werden.
Die spinnen die Römer.... ähmm EU-Bürokraten.
Brandzeichen und fertisch.