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Rückblick auf die Katastrophe

06.02.2009 | 14:53 Uhr
Rückblick auf die Katastrophe

Die meisten Menschen können sich noch genau erinnern, was sie gerade taten, als plötzlich alle Medien über die Terroranschläge auf das New Yorker World Trade Center berichteten.

Christian Dassel, der Autor des Dokumentarfilms „Wo warst Du, als der 11. September in die Geschichte einging?”, saß in einem Kölner Schneideraum und wollte unbedingt einen Film über das Rückwärtseinparken von Frauen fertig kriegen. Erst nach wiederholten Anrufen schaltete er den Fernseher ein und reagierte dann wie alle anderen schockiert.

In der Folge entstand die Idee zu der - inzwischen dreiteiligen - Reihe Wo warst Du, als. . .? (So.,  8. Februar, ARD, 23.35 Uhr). Betroffene erzählen darin, wie sie den 11. September 2001, den Fall der Berliner Mauer 1989 (15. Februar) und die Tsunami-Katastrophe Weihnachten 2004 (22. Februar) erlebten. Der Autor musste sich auf eine lange Recherche einstellen. Viele Angehörige der Opfer des 11. September lehnten es ab, mit Journalisten zu sprechen und sich die schrecklichen Ereignisse in Erinnerung rufen.

Drei Protagonisten bildeten eine Ausnahme, darunter Susan Borchert, deren Mann im New Yorker Trade Center arbeitete, und Lars Fiechtner. Er war mit dem Auto unterwegs nach Berlin und hatte verzweifelt versucht, seine Schwester zu erreichen, die in einer Speditionsfirma im 32. Stock des Trade Centers arbeitete.

Susan Borchert war fast verrückt geworden vor Sorge um ihren Mann. Er arbeitete im 103. Stock des World Trade Centers, aber die Büros seines Versicherungskonzerns lagen über beide Türme verteilt. Klaus Borchert befand sich im zweiten Turm, erzählte er später, und hatte großes Glück. Er gelangte fast gefahrlos durch das Treppenhaus nach draußen.

Insgesamt gesehen enthält der eindrucksvolle Film viele emotionale und bedenkenswerte Aussagen der Betroffenen. Dennoch bleibt zum Schluss die Frage, ob man mit einer Reihe zum Thema „Wo warst Du, als. . .?” auch unfreiwillig einem weit verbreiteten Katastrophen-Voyeurismus Vorschub leistet.

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