Pinkwart hält an Studiengebühren fest
19.04.2010 | 19:53 Uhr 2010-04-19T19:53:00+0200
Düsseldorf. NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sieht keine Alternative zu Studiengebühren. Die Pläne von SPD und Grünen, die Gebühren zu streichen, "machen das Studium schlecht". Die beiden Parteien würden die "Studenten verschaukeln", sagt Pinkwart.
Der nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) warnt bei einer Abschaffung der Studiengebühren vor einer schlechteren Lehre an den NRW-Hochschulen: "SPD und Grüne machen das Studium schlechter" „Aus den Studiengebühren sind 2000 zusätzliche Vollzeitstellen finanziert worden”, sagte Pinkwart unserer Zeitung.
Die SPD hatte versprochen, die Studiengebühren bis spätestens 2012 abzuschaffen. In dieser Woche macht ein Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) landesweit mobil. Pinkwart warf SPD und Grünen aber vor, die „Studenten zu verschaukeln”. Die Opposition habe keinen Fahrplan, um den NRW-Hochschulen die Studienbeiträge von 280 Millionen Euro im Jahr zu ersetzen. „Die Seminare würden wieder voller”, warnte Pinkwart.
Neben zusätzlichen Stellen für Tutoren, Dozenten und Professoren finanzieren die Hochschulen mit Studiengebühren auch Computerräume, Lehrgebäude, Labore sowie die Betreuung von Erstsemestern und ausländischen Studierenden. Pinkwart verwies darauf, dass die Studienanfänger- und Absolventenzahlen seit Einführung der Studienbeiträge in NRW auf Rekordniveau sind und die Studiendauer sinkt. Bei Rot-Grün sei das Studium vor fünf Jahren zwar umsonst gewesen, „aber die Absolventenquote war unter dem Bundesdurchschnitt, die Studiendauer war nirgends länger als in NRW”, so Pinkwart. SPD-Hochschulexperte Karl Schultheis nannte Studiengebühren „unsozial”. Sie „schrecken Abiturienten vom Studium ab.”
Nach Angaben des Ministers stehen den NRW-Hochschulen in diesem Jahr 650 Millionen Euro mehr zur Verfügung als 2005. Außerdem belegten Studien der Uni Bochum, dass sich der Anteil der Studienanfänger aus bildungsfernen Schichten durch die Studienbeiträge nicht verringert habe. Pinkwart hob die „sozialverträgliche Gestaltung” hervor, so dass die meisten Bafög-Empfänger in NRW durch Obergrenzen bei der Rückzahlung „faktisch von Studienbeiträgen freigestellt sind”. Auch die Landesrektorenkonferenz hält Studienbeiträge zur Qualitätssteigerung für verantwortbar. „Zudem sehen wir sie als einen Solidarbeitrag von potenziell Begünstigten”, sagte Sprecher Holger Burckhart.
Keine Planungssicherheit
Pinkwart warf der Opposition vor, bisher keine Gegenfinanzierung für einen Wegfall der Studiengebühren vorgelegt zu haben. Der Kanzler der Uni Bochum rechnet vor, dass seine Hochschule aus Gebühren 150 bis 200 befristete Vollzeitstellen eingerichtet hat - in Bibliotheken, für Sprachkurse und Tutoren. Auch der Kanzler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sieht ein Problem, wenn jährlich elf Millionen Euro aus Studienbeiträgen fehlen. Pinkwart betonte, dass die Hochschulen Planungssicherheit, vor allem für das Personal, benötigten.
Der NRW-Minister erwartet, dass das Studium für die Studenten nach Wegfall von Studienbeiträgen „noch nicht einmal billiger wird, wenn es dafür ein Semester länger dauert”. Allein die Lebenshaltungskosten für das Extra-Semester seien teurer als die gesamten Beiträge.

00:04
dfdf
21:37
Man kann ruhig dumm sein, aber für die Mövenpiek
Patei reicht es immer noch. Hoffentlich hat Deutschland gelernt und die fliegen aus dem Landtag
raus.
23:21
Was soll das?
An den Hochschulen hat sich nicht viel getan und ich mutmaße - vage -, daß sich der Staat noch an den Gebühren sanieren wird.
Intelligente Kinder Alleinerziehender oder Hartz Empfänger haben nach wie vor keine Chance, studieren zu können, ergo abwählen, denn in den letzten fünf Jahren ging es kontinuierlich abwärts in NRW.
11:30
zu Stefan
Herr Rüttgers vergißt neuen Gesamtschulen den Ganztag zu geben! Narürlich setzt er sich aber per Presse für den Ausbau des Ganztags ein. Nur passt Gesamtschule nicht zur CDU-Ideologie. Meinen sie das mit Versprechen und nicht gehalten?
21:17
wie schön das Sachsen ein etwas anders gelagters Schulsystem hat.
Falls es noch keiner gemerkt hat, Bildungshoheit ist Länderhoheit. leider leider leider
18:56
wie schön dass ich nach dem Abi nach Sachsen gehe! dort ist die CDU zwar auch in der regierung, aber immerhin ist das Wort Studiengebühren da nen Fremdwort..
Spaßpartei FDP muss unter 5 bleiben!!
17:55
Alle Parteien lügen. Das wissen die Bürger. Also wählen sie das kleinere Übel. Auf keinen Fall Schwarz-Gelb: Die stecken voll von Korruption, Mietbarkeit, Spendengier und obendrei Krieg. NRW muss anders wählen. Alle Christen müssen auch den Krieg abwählen, sonst sind sie nicht glaubwürdig.
16:22
@#19 Diana: Richtig!!! Diese Aussagen sollten sie sich gut merken, damit sie nach der Wahl sehen, wie Frau Kraft eine nach der anderen leider vergißt. Wer an diese Versprechen tatsächlich glaubt, der sollte sich nicht wundern, wenn ihm die Politiker nach der Wahl sagen:Hoppala, da hab ich mich wohl versprochen...
15:06
Interessante Neuigkeiten von
Sponsoring-Rüttgers auf
http://www.wir-in-nrw-blog.de/
Vielleicht kann der Westen hier auch mal drüber berichten !
#21 von Thomas , am 19.04.2010 um 22:38
Wie kommst Du darauf, daß der Westen darüber berichten wird? Die haben nur SPD, Grüne und Linke im Visir.
14:49
Wäre Rot/Grün nicht vor fünf Jahren abgewählt worden, wäre NRW bestimmt das Vorzeigeschlaraffenland in der BRD.
Komisch nur das Sachsen Pisa-Spitze ist. Hier hat die CDU 20 Jahre lang gewütet.
Vielleicht sollte man die CDU/FDP weiter machen lassen.
Das Rot/Grün es nicht kann haben sie bereits in NRW bewiesen. Mit Schönwetterparolen kann man zwar die Dummen an sich binden, wir wollen aber Bildung.