Pilotenvereinigung warnt vor höherem Unfallrisiko
03.12.2009 | 14:36 Uhr 2009-12-03T14:36:00+0100
Frankfurt/Braunschweig. Der Streit um zu lange Flugzeiten für Piloten spitzt sich zu. Die Vereinigung Cockpit wirft dem Luftfahrt-Bundesamt vor, Fluggesellschaften unbefristete Ausnahmegenehmigungen zu erteilen. In den letzten Monaten soll es 218 Verstöße gegen Regelflugdienstzeiten gegeben haben.
Die Vereinigung Cockpit, ihr gehören 8200 Pilotinnen und Piloten an, wirft dem Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig vor, sich bei der Kontrolle der Sicherheit im Luftverkehr auf die Seite der Fluggesellschaften zu stellen.
„Das Luftfahrt-Bundesamt hat Fluglinien unbefristete Ausnahmegenehmigungen erteilt, ohne Auskunft zu erteilen, an wen diese vergeben wurden”, sagt Pressesprecher Jörg Handwerg. Dies sei ein Grund dafür, dass bei Einsatzplänen an die maximal erlaubte Flugzeit herangegangen werde. „So kommt es zwangsläufig zu Überschreitungen.”
218 Verstöße gegen Regelflugdienstzeiten
In den vergangenen sechs Monaten registrierte das Luftfahrt-Bundesamt auf WDR-Nachfrage 218 Verstöße gegen die Regelflugdienstzeiten. Handwerg: „Mit jeder Stunde, die der Pilot länger fliegt, wächst das Unfallrisiko.”
Zu einer Eskalation der Auseinandersetzung zwischen der Vereinigung Cockpit und dem Luftfahrt-Bundesamt hat die Meldung eines LTU-Flugkapitäns geführt. Er rief bei der Behörde an und zeigte vor einem Flug ein Sicherheitsrisiko wegen Übermüdung der Crew an. Das Amt gab die Anzeige an die LTU weiter. Jetzt drohen dem Piloten disziplinarische Maßnahmen.

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