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Vorsorgeuntersuchung

NRW: 90 000 blaue Briefe an Eltern

06.11.2009 | 18:40 Uhr

Düsseldorf. Tausende Eltern in NRW „schwänzen” mit ihren Kindern die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen. Das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (Liga) schätzt, dass in diesem Jahr 90 000 Mahnbriefe verschickt werden müssen.

Nach Angaben des Leiters der Liga-Abteilung „Gesunde Kindheit”, Martin Wilhelm Heuermann, wurden seit August allein 17 851 Mahnbriefe an Eltern mit Kindern im Alter von sechs bis zwölf Monaten verschickt. 7473 „Fälle” wurden an Jugendämter weitergeleitet, weil Eltern keinen Arztbesuch zur „U5” oder „U6” nachweisen konnten. „Das sind zehn Prozent aller Kinder dieser Alterstufe”, sagte Heuermann unserer Zeitung. Im Dezember sollen weitere Tausende „Blaue Briefe” an Eltern von Zweijährigen herausgehen.

Mitteilungs-Pflicht

Zum Schutz der Kinder vor möglicher Verwahrlosung und Misshandlung sind Kinderärzte seit 2007 verpflichtet mitzuteilen, wer zur Früherkennung „U” gekommen ist. Das Landesinstitut gleicht die Daten dann mit dem Einwohnermelderegister ab und filtert die „Schwänzer” heraus. Nach dem ersten Liga-Mahnschreiben folgt dann drei Wochen später eine zweite „einladende Erinnerung” des örtlichen Jugendamtes. Dabei droht das Jugendamt auch mit Hausbesuchen.

Laut NRW-Gesundheitsministerium wurden zum Stichtag 29. Oktober für 21 Prozent der Kinder Elternerinnerungen erstellt. Jugendämter mussten dann noch für elf Prozent der Eltern Mahnbriefe verfassen. „Es handelt sich allerdings um eine freiwillige Vorsorge”, betont Heuermann. „Es gibt keine Sanktionsmaßnahmen.”

Wilfried Goebels

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