Niederländer träumen von 2000-Meter-Berg
30.08.2011 | 18:12 Uhr 2011-08-30T18:12:00+0200
Den Haag/Winterberg.Was für die Deutschen das Land der tausend Berge ist, sind für die Niederländer die „holländischen Alpen“. Das Sauerland profitiert von der unbändigen Reiselust unserer europäischen Nachbarn. Doch jetzt droht Ungemach: Im Land der Windmühlen und des Käses wird über den Bau eines künstlichen 2000-Meter-Berges nachgedacht.
Thijs Zonneveld hat wahrlich einen Stein ins Rollen gebracht. In einer Kolumne in der Tageszeitung De Pers fantasierte der Sportjournalist und ehemalige Radrennprofi über die magere Oranje-Bilanz bei internationalen Ski- und Radwettbewerben. Das Ergebnis seiner Ursachenforschung: „Das Land ist flach. Flach ist nützlich, um Rüben zu züchten, Kühe zu halten oder gerade Straßen zu bauen, aber sportlich ist es eine Katastrophe.“ Seine ultimative Lösung: In der niederländischen Tiefebene, genauer: in der Provinz Flevoland, muss ein Berg her, an dem Frau Antje & Co. Ski- und Radfahren, Klettern, Wandern und Urlaub machen können. 2000 Meter hoch, mit Serpentinen, Pisten und einem Alpendorf.
Der Wille kann Berge versetzen
„Een grap“ (ein Scherz, ein Flachwitz, nicht mit „ein Grappa“ zu übersetzen), erklärte der Kolumnist nachträglich diese Schnapsidee. Doch Zonneveld hatte eine Lawine ausgelöst, wie er selbst einräumt: „Das Thema beschäftigt mich derzeit sehr“, so der Niederländer gegenüber dieser Zeitung.
Die breite Front der Interessierten, die derzeit in höheren Sphären schweben (nicht nur aus Sportvereinen, Radsport Union und nationalem Skiverband), wächst täglich. Am Montag, so bestätigte Zonneveld gegenüber der WAZ-Mediengruppe, trafen sich Ingenieure, Geologen, Unterstützer aus Kommunen und mögliche Investoren zu einer Sitzung, in der Ideen einer Umsetzung diskutiert wurden. Der Wille kann eben Berge versetzen.
Die Menschen im Land der riesigen Tulpenfelder seien verrückt nach Bergen, meint Thijs Zonneveld und erzählt davon, dass manche seiner Landsleute sogar für einen einzigen Tag ins Sauerland fahren - nur um das Skifahren zu lernen. Apropos Sauerland: Was ist, wenn die potenziellen Urlauber in Zukunft im Land des einen Berges bleiben? Es wäre eine Katastrophe für Winterberg & Co. Jeder dritte Tourist in der Wintersportmetropole kommt aus den Niederlanden, im ersten Halbjahr 2012 stieg die Zahl der internationalen Übernachtungsgäste im Sauerland - vornehmlich Niederländer - um 9 Prozent, bei der Zahl der Übernachtungen wurde ein Plus von 12,2 Prozent erzielt.
Oder doch ein Sommerloch-Thema?
Und doch: Den heimischen Touristikern stehen wegen der Gedankenspiele im Nachbarland keinesfalls die Haare zu Berge. Künstliche Wintersportanlagen, das bestätigte sich nach der Öffnung der Skihallen in Bottrop und Neuss, werden als Ergänzung genutzt, ersetzen aber keinen Urlaub in der richtigen Natur.
Während Thijs Zonneveld weiter Höhenluft schnuppert („Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Berg entstehen wird“), sehen Kritiker das mögliche Leuchtturmprojekt im Land der Grachten mehr unter dem Gesichtspunkt Sommerloch. Eine Zeitung fand die Formulierung „Hollands Wolkenkuckucksberg“. Gut möglich, dass das Projekt eines Tages über alle Berge sein wird.

11:42
Dann gibt es demnächst auch Jodelschulen in Holland, do diddel maisje dö, maisje diddeln jö
10:35
lol, welch geistiger Dünnsch... Einen 2000m Berg. Wer mal in Landgraaf war, weis wie die Ausmaße sein müssen um eine Erhöhung zum Skifahren zu nutzen. Um bei 2000m Höhe ein taugliches Gefälle zum Skifahren zu erreichen, muss der Berg wohl einen Durchmesser von 10-15 km haben. Und den dann 2000 m hoch aufschütten?
09:33
prima, macht mal, dann fahren die wenigstens nicht mehr alle kostenlos durch Deutschland, um dann in Österreich Ski zu fahren...
09:11
So abwegig ist, dass nicht, dass die Niederländer sich einen Ski-Berg hochziehen.
Imho steht in Bottrop eine Ski-Halle auf einer Abraumhalde.
2000 Meter Berg halte ich aber für etwas übertrieben.
08:59
... und die Österreicher graben sich demnächst ein Meer...
08:53
Was so in manchem Hirn vorgeht.....
08:50
Die hätten sich mal 100 Jahre früher entscheiden können....dann hätten wir keine Berge Halden vom Pütt...
08:33
#7 von robert_do , jo, der Alb/ptraum unserer düsteren Klimaprognostiker, Umwelt-Apostel, und Hype-Marktschreier.
Ebbe statt Flut, son Schietkram auch! :)
Gruß
08:30
Als Anleitung, wie mans machen könnte, empfehle ich folgenden Film:
Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam.
(The Englishman Who Went Up a Hill But Came Down a Mountain)
Sehr zu empfehlen, und Kurzweil überdies. :)
Gruß
08:25
Meine Güte, gönnt denen es doch. Dann wissen sie Winterreifen zu schätzen. Ausserdem, die Skihalle in Bottrop und Neuss hat auch nicht dazu geführt, das Gäste rund um Winterberg ausbleiben.