„Nichts ist gefährlicher als ein Motorrad”
04.06.2009 | 07:20 Uhr 2009-06-04T07:20:00+0200Hagen. Strahlend blauer Himmel, kurvenreiche Strecke, jede Menge Tote: Auch in Südwestfalen haben in den vergangenen Tagen wieder Motorradfahrer ihr Leben gelassen. Autofahrer sprechen schnell von Selbstmordkommandos mit 200 PS, Biker beharren darauf, dass sie getötet werden.
Verkehrspsychologen sind sich einig: Tempoverstöße sind der Hauptgrund für tödliche Unfälle. Sie machen keinen Unterschied zwischen Fahrern von Vehikeln mit vier oder zwei Rädern.
Im Rausch der Geschwindigkeit
„Nichts ist gefährlicher als ein Motorrad”, sagen Experten der Unfallforschung der Versicherten (UDV). Untermauert wird ihre Aussage durch eine Studie. Demzufolge tragen zwei Drittel der Motorradfahrer eine Mitschuld, wenn es kracht. Das Risiko, auf einem Motorrad getötet zu werden, sei 14-mal höher als in einem Auto.
„Biker lieben den Thrill”, bestätigt Klaus Brandenstein. Der UDV-Experte kritisiert vor allem die Opfermentalität der Fahrer von sportlichen Maschinen. Diese finde sogar in ihrer Sprache Niederschlag: „Wenn ein Motorrad in der Kurve durch Steine außer Kontrolle gerät, wird es in der Regel als Schicksalsschlag interpretiert.” Von überhöhter Geschwindigkeit sei nur selten die Rede. Mehr als die Hälfte der Außerortsunfälle seien selbstverschuldet.
Besonders ältere Freizeitfahrer gefährdet
Brandenstein fordert ein radikales Umdenken beim Umgang mit Rasern auf zwei Rädern. „Ein Fahrsicherheitstraining allein reicht nicht aus.” Vielmehr müsste man die Köpfe von betroffenen Bikern erreichen. Vor allem ältere Freizeitfahrer ab 35 Jahren seien gefährdet.
„Wer nur einige Kilometer im Jahr fährt, verliert schnell das Gefühl für das Bike.” Es sei genau diese Generation, die sich die 200 PS-Maschinen leisten kann. In Kombination mit geringem Gewicht seien 200 PS kaum noch zu beherrschen. Deshalb fordere die UDV die Industrie auf, die Selbstbeschränkung von 100 PS wieder zu beleben.
Bei gutem Wetter schnell unvorsichtig
Diplom-Psychologe Hartmut Kerwien, der ein Verkehrspsychologisches Institut in Herford betreibt, bricht eine Lanze für die Motorradfahrer. Die Persönlichkeitsstruktur der Temposünder unterscheide sich weder bei Pkw- noch bei Motorradfahrern. „Bei gutem Wetter geraten die Hormone schnell durcheinander, egal, ob man mit zwei oder vier Rädern unterwegs ist.” Wer Respekt vor seinem und dem Leben der anderen habe, der solle sich vor Fahrtantritt immer wieder das enorme Risiko vor Augen führen.
Statistik spricht von weniger tödlichen Motorradunfällen
Achim Kuschefski, Leiter des Instituts für Zweiradsicherheit in Essen, ist von der UDV-Studie wenig begeistert. „Die Zahl der tödlichen Motorradunfälle ist um 18,8 Prozent zurückgegangen. 2008 starben 655 Motorradfahrer, 2007 waren es noch 807.” Das spiegele die Studie nicht wider. Sie basiere vielmehr auf falsch interpretierten Zahlen. Natürlich verzeihe das Auto eher Fehler als ein Motorrad. Es stehe aber eindeutig fest, dass 75 Prozent der Unfälle, bei denen Autofahrer mit Bikern kollidieren, „von Autofahrern verursacht werden”.
Laut Kuschefski könnten Motorrad-Airbags Leben retten. „Bisher gibt es sie nur für die Honda Gold Wing.” Crash-Tests des ADAC belegen ihre Wirksamkeit. Die Firma Dainese bietet Airbags in der Lederkombi und im Helm an. Rennfahrer haben es bereits getestet. Mit Erfolg.

09:17
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22:27
Interessant ist, dass es KEINE Raser gibt, die sich hier zu Wort melden. Weder PKW-Raser, noch Öotorrad-Raser, noch Rennrad-Raser (Nebeneinander-her-fahrer). Jeder verteufelt die andere Gruppe, sieht die Schuld beim Anderen. Und ich bin der festen Überzeugung: JEDER ist früher einmal gerast, rast heute auch noch - wenn man mal verschlafen hat - wenn die Frau zu Hause schon mit Opernkarten wartet - wenn der Mann zu Hause mit den Kids schon auf Mutti wartet - Morgens beim Zur-Schule-Bringen der Kinder, die mal wieder getrödelt haben - usw., usw. Jeder scheint das hier aber zu verdrängen. Eigentlich kann sich JEDER der Raserei schuldig bekennen - ob in früheren Lebensjahren oder auch heute noch - ich jedenfalls gebe zu, mich nicht immer korrekt an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten. Ich breche auch andere Gesetze - wie jeder andere Mitbürger auch. Dieser Staat fängt an alles zu reglementieren - Genosse Honnecker hätte sich sehr gefreut! Was er in in der DDR nicht geschafft haben, machen wir alle nun gemeinsam - Jeder beäugt den Anderen, bespitzelt, verurteilt. StaSi läßt grüßen. Rücksichtnahme? Meinetwegen auch gegen den Raser? OK, wenn er es doch soooo viel eiliger hat als ich - bitte, ich lasse ihn passieren. Sowohl im Auto (300 Ps im Mercedes) als auch auf dem Motorrad (126 PS Kawasaki Sportmotorrad). Andererseits breche ich auch mit genau diesen Fahrzeugen die Geschwindigkeitsbegrenzung. Ich bin nicht perfekt, ich bin nicht gut. Ich bin EIN MENSCH. Kein Roboter. Menschen machen Fehler. Alle. Auch Du, der das hier liest.
04:47
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04:35
an #38 - das war wirklich der erste vernünftige text, wenn ich den (teilweise) schrott weiter oben lese...
ich fahre selber motorrad - nein keine supersportler sondern eine schöne 330kg schwere chopper - höchstgeschwindigkeit ... ähm mir egal - bin noch nie schneller als 180 gefahren (weil ich mir wie der grossteil der zweiradfahrer der gefahr bewusst bin!). Allerdings wurde ich schon einmal angefahren mit tempo 20 bis 30 beim einbiegen zum discounter meiner wahl - der unfallverursacher hatte behauptet ich sei mit bestimmt 150 sachen in die einfahrt hineingefahren - Dummerweise hat mein motorrad seit ich es umgebaut habe (wert ca. 25.000 Euro) einen Unfalldatenschreiber an bord ( http://www.grygier.de/werner/uds.htm )
dieser hat bewiesen, das ich mit 24km/h, mit blinker, abblendlicht und bremsend nach links abgebogen bin... der Unfallgegner hat das bis zur gerichtsverhandlung nicht anerkannt, ja sogar geleugnet...
ich denke jeder sollte sich an die eigene nase fassen, wenn es darum geht im strassenverkehr vorsichtig unterwegs zu sein. und sind wir mal ehrlich JEDE Fahrschule (soweit man eine besucht hat) lehrt einen doch, das motorradfahrer vom tempo her schlechtER einzuschätzen sind als PKW - warum muss mann im zweifelsfall dann doch vor das motorradfahren, oder es nicht vorbeilassen nur weil man es darf ???
nunja - macht doch alle was ihr wollt - ich freue mich und wünsche jedem motorradfahrer 500 bis 1000 Euro für sowas sinnvolles auszugeben wie ein UDS - und allseits gute (freie) fahrt -
P.S. Nummer 38 - du brauchst seit neuestem gesetz keinen organspendeausweis mehr - SONDERN du musst einen antrag stellen, das sie dich nicht ausweiden dürfen !!
Der typ der meine Leber oder Lunge bekommt tut mir jetzt schon leid..
21:49
Motorradfahrer sterben. Vorzugsweise im Sommer, Aurofahrer sterben.....dass ganze Jahr über. Es sterben irre und vorsichtige Fahrer. Die Irren sind selbst schuld die Vorsichtigen hatten Pech. Ich selber fahre auch eine hohe PS- Zahl. Ich halte mich an die Geschwindigkeitsvorgaben. Gibt es keine, dann fahre ich auch schnell,,,auch sehr schnell. Das Risiko dabei zu verunfallen ist damit natürlich größer...dessen bin ich mir bewusst. Schnell fahren und rasen ist aber ein großer Unterschied. Meine Erlebnisse auf dem Motorrad sind vielfältig, Zu 98 % gehören die Autofahrer zu den gefährlichen Hindernissen. Es wird die linke Spur blockiert, kurz vor knapp rausgezogen oder einfach die Vorfahrt genommen. Mein bestes Erlebnis ist dabei bezeichnend: Mein kollege wurde in einer Kurve von einem KFZ gerammt. Der Fahrer war mit seinem Radio beschäftigt und kam leider in die Gegenfahrbahn. Mein Freund hatte keine Chance und es kam zum Zusammenstoß.... nachdem ich diePolizei gerufen hatte, sicherte ich die Unfallstelle ab und musste mir von jedem zweiten Fahrzeugführer anhören, dass diese Raserei eben zu solchen Unfällen führe und die Kradfahrer selbst Schuld sind. als Kradfahrer wird man immer als schuldig angesehen. Der ältere Herr/ Dame, der/die eine Reaktionszeit wie eine Schildkröte besitzt. Der ist ja alt und kann nun einmal nich mehr so schnell reagieren wenn der Kradraser angeheizt kommt. Der provokante Autofahrer der einem aufs Hinterrad fährt und eine gefährliche Situation eröffnet (meist gebildeter mitte fünfzig) ist dann total unschuldig und erfindet ein märchen. Ich bestreite nicht, dass es Motorradraser gibt und verteufel diese Art zu fahren. Doch diese Raser sind die Minderheit, ein geringer Anteil mit dem alle anderen in einen Topf geworfen werden. Wenn dem Autofahrer bewusst wird, dass ein Motorradfahrer keinen Airbag hat und die Knautschzone sein eigener Körper ist, dann wird dieser auch dementsprechend vorsichtiger im Umgang mit dem Partner Motorradfahrer sein. Ach ja, mit dem Auto fahre ich natürlich auch und bei einem Motorrad auf der Autobahn, mache ich Platz...wenn er gerne schneller fahren möchte als ich. Trotz der erhöhten Gefährdung werde ich mir mein Hobby nicht vermiesen lassen. Auch einseitige Berichte oder Kommentare halten mich nicht davon ab. Einen Organspende- Ausweiß habe ich nicht..........darum lohnt sich der Abschuss durch einen anderen Verkehrsteilnehmer nicht.......
10:17
Leute, wer ist denn so naiv zu glauben jemand der sich auf 200PS setzt macht das nur zum spazieren fahren? Bitte, tut euch keinen Zwang an, fahrt zum Nurburgring, sammel Geld und kauft euch eine Rennstrecke .... dagegen hat niemand was. Nur bitte nicht im öffentlichen Strassenverkehr.
10:13
Sorry, aber selten so einen Blödsinn gelesen !!!
Und dazu noch meilenweit am Thema vorbei !!!
09:32
Um es einmal sehr überspitzt zu sagen: Ich kann mir vorstellen, dass die Anzahl der Motorradunfälle mit (mit-)schuldiger Autobeteiligung um ein vielfaches zurückgeht, wenn die Sicherheitskonzepte aus allen (!) Autos entfernt werden, und statt dessen ein 10 cm langer spitzer Dorn an die Stelle des Lenkrades gesetzt wird, wo normalerweise der Airbag ist. In diesem Augenblick wäre verantwortungsloses, abgelenktes Fahren für den jeweiligen Autofahrer genau so tödlich wie beim Motorrad- oder Fahrradfahren. Der Mensch wird normalerweise erst vernünftig, auch in seiner Verantwortung anderen gegenüber, wenn er selbst schmerzhaft betroffen ist. Die Gefahr muß ständig präsent sein, sonst verkommt das Fahrzeug zum Wohnzimmer/Büro, welches zufällig auch noch fährt. Und eben sehr schnell. Ein durchschnittliches Fahrzeug wiegt ca 1,5 Tonnen, und die müssen beherrscht werden. Und zwar vom Fahrer, nicht von irgend welchen in das Fahrzeug eingebauten Gimmicks. Bis jetzt ist es leider so, dass die Anzahl der Unfälle durch die Gimmicks (ABS, ESP, Airbag usw.) nicht gesunken ist. Sie haben nur einen forscheren, rücksichtsloseren Fahrstil provoziert, da ja immer mehr da ist, was einen vermeintlich schützt, respektive die Unfallfolgen für einen selbst mindert. Und zwar nur für einen selbst. Diese Konzepte sind i.d.R. nicht zum Schutz des Unfallgegners ausgelegt, sondern nur egoistisch zum Schutz des eigenen Lebens. Auch dies führt zu deutlich verantwortungsloserem Fahren, und dies auf Kosten der schwächer geschützten Verkehrsteilnehmer. Man sollte einmal daran denken, dass Autos deutlich höhere Kurvengeschwindigkeiten erreichen als Motorräder, allein wegen der physikalischen Voraussetzungen, bevor man hier von Rasern spricht. Der einzige Vorteil eines Motorrades ist die schnellere Beschleunigung, nur diese wird, obwohl in jeder, und wirklich jeder Fahrschule dies mehrfach erwähnt wird, ignoriert. Das Herumreiten auf PS-Zahlen ist ein Ablenken vom tatsächlichen Problem, nämlich dem Ignorieren, nicht Bemerken von Kradfahrern durch (abgelenkte) Autofahrer, die ihren Jab, nämlich das Führen eines Fahrzeuges, nicht zu 100% erledigen. Nur deswegen sind Autofahrer in der Regel die Hauptschuldigen, wenn es um Unfälle mit MR-Beteiligung geht. Und dies zu aktzeptieren, das tut halt vielen der hier schreibenden Cholerischen Zweiradhasser weh. Ist so, kann man aber nicht ändern. Nach durchlesen aller Kommentare ist mir übrigens aufgefallen, das die Verbalausfälle auch nur von dieser Gruppe kommen. Ich schliesse deswegen, obwohl es dazu verleitet, nicht auf deren Autofahrstil zurück.
06:28
Biker lieben den Thrill ?
Ist nicht richtig. Sicher lieben Biker die Nm der Beschleunigung und das Wind-Wetter-Gefühl des Fahrens; die größere Gefahr,die unfalltechnisch mitschwingt, ist nicht so relevant.
Probleme sind nur Überschätzung, Müdigkeit und so hohe Geschwindigkeiten. Leiden hinken motorisierte Zweiräder in der Sicherheitstechnik um 20 Jahre zurück. ABS ist keine Pflicht und bis auf BMW mit der damaligen C1 entwickelten die Hersteller keine wirklichen Sicherheitskonzepte. Auch der Airbag von Honda für die Dickschiff-2-Räder Goldwing ist keine wirkliche Alternative; lediglich Unfälle im unteren Geschwindigkeitbereich werden abgemildert und der Fahrer zum Motorradloslassen gezwungen, damit er bei höherer Geschwindigkeit besser über der Motorrad fliegt. Je nachdem wie und wo man gebremst oder nicht gebremst fällt ... bleiben Schwerstverletzungen oder das Ableben.
Entwicklungsfähig wurden sicherlich nur Nm, PS und Endgeschwindigkeit wirklich gepuscht. Letzteres ist bedauerlich.
21:25
Motorrisierte Zweiräder abschaffen und wir haben ein paar Probleme weniger ;-)