Mittägliche Tafelrunde mit Merkel und Gewerkschaften im Kanzleramt
28.08.2009 | 21:38 Uhr 2009-08-28T21:38:00+0200
Berlin. Nein, ein Schlemmergelage ist das wirklich nicht gewesen. Rindsbrühe mit Gemüse, Kalbsschnitzel, zum Nachtisch Melone, nicht einmal der pfennigfuchserischste Steuerzahler-Funktionär wäre in der Lage, hier einen Exzess oder Skandal zu wittern.
Auf einem anderen Blatt steht die Frage, wozu diese mittägliche Tafelrunde Angela Merkels mit DGB-Chef Michael Sommer und den Vorsitzenden der acht Einzelgewerkschaften gestern im Kanzleramt unbedingt sein musste. Seit 2007 trifft man sich üblicherweise etwa alle sechs Monate in diesem Kreis, die bislang letzte turnusmäßige Begegnung fand am 9. Juni statt, ein halbes Jahr ist das noch nicht her.
Über die Lage auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt und die Folgen der Finanzkrise wolle man sich austauschen, hatte es zuvor geheißen, doch dass darüber hinaus der Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden die Gelegenheit willkommen war, sich vier Wochen vor der Bundestagswahl ihren Besuchern freundlich zu erweisen, darf man wohl gerne annehmen.
Danksagungen im Minutentakt
Als Merkel zu Beginn mit Sommer vor die Kameras tritt, da braucht sie weniger als fünf Minuten, um gleich dreimal danke zu sagen. Danke für den Beitrag der Gewerkschaften zur „Erfolgsgeschichte unseres Konjunkturprogramms”, danke für die Unterstützung ihrer Position zur Regulierung der internationalen Finanzmärkte, „ein herzliches Dankeschön für viel Verantwortung in schwerer Zeit”.
Mit einem Lob der Gewerkschaften hatte sich zuvor auch der Vorsitzende des christdemokratischen Sozialfügels gemeldet. „Es gibt eine gegenseitige Achtung. Wir wissen als CDU, dass wir den Gewerkschaften viel zu verdanken haben”, so Karl-Josef Laumann. „Umgekehrt sehen die Gewerkschafter, dass wir derzeit alles unternehmen, damit die Arbeitnehmer von der Krise nicht so stark betroffen werden.” Laumanns Fazit: „Das Verhältnis war schon schlechter.”
Viele gute Freunde in den C-Parteien
Und als hätte eine unsichtbare Hand Regie geführt, haben zeitgleich auch die beiden anderen Arbeiterführer der Union ihren Auftritt. „Ein Streichkonzert bei den Sozialleistungen passt nicht in diese Zeit. Mit mir braucht keiner über Änderungen am Kündigungsschutz oder bei der Mitbestimmung zu reden. Bei mir darf keiner die Gewerkschaften schlecht machen”, gelobt Jürgen Rüttgers. „Fest steht, dass die Union in einer schwarz-gelben Koalition keine neoliberale Politik zulassen wird. Da bin ich kampferprobt”, sekundiert Horst Seehofer. Die Arbeitnehmer und ihre Organisationen haben in den C-Parteien viele gute Freunde, so soll man das verstehen.
Der Union kommt zustatten, dass es die einstige privilegierte Partnerschaft zwischen SPD und Gewerkschaften so nicht mehr gibt. Sie ist unter Gerhard Schröders Kanzlerschaft zu Bruch gegangen. Folgerichtig hüten sich in diesem Wahljahr die Arbeitnehmerverbände, eine Präferenz erkennen zu lassen, was Sozialdemokraten schmallippig kommentieren. Am wichtigsten für die SPD sei, dass die Gewerkschaften überhaupt zum Wählen aufriefen, hört man von Franz Müntefering, während sein Wahlkampfmanager Kajo Wasserhövel sich mit dem Hinweis tröstet: „Alle haben im Kopf, wie die Position von Schwarz-Gelb zu gewerkschaftlichen Grundanliegen ist.”
Sommer ist irritiert
Also etwa zum Kündigungsschutz oder zum Flächentarif: Dass sich hier etwas ändern müsse, liest man freilich nur noch im Wahlprogramm der FDP, während sich die Union darüber, ganz anders als beim vorigen Mal, sittsam ausschweigt. Umso peinlicher berührt war man hier, die heiklen Punkte in einem ominösen Papier aus dem Wirtschaftsministerium zu finden, mit dem Karl-Theodor zu Guttenberg die neoliberale schwarz-gelbe Katze aus dem Sack gelassen zu haben schien. Es lässt sich denn auch keineswegs sagen, dass die Charme-Offensive der Union bei den gewerkschaftlichen Adressaten jegliche Skepsis beschwichtigt hätte. „Wir sind natürlich irritiert”, gibt DGB-Chef Sommer bei Merkel zu Protokoll, und beklagt Angriffe auf „erkämpfte und sinnvolle Arbeitnehmerrechte”.

10:30
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01:41
Christlich ist was besser schmeckt.
21:49
#7:
Gut, dass es die Linke gibt. Diese haben das klarste Wahlprogramm von allen Parteien. Und wenn nur 20 % davon umgesetzt würden, würde die Schere zwischen arm und reich etwas geschlossen. Das ist der Weg. Und warum sollte der unchristlich sein. Viel schlimmer ist, was sich christliche Politiker erlauben. Warum streicht die CDU das C nicht aus dem Kürzel. Sind Krieg in Afghanistan, freier Lauf der Finanzjongleure, Boni für Pleitebanken, Abzocke der Bürger und Schwachen, Bedienung der nicht gewählten Lobbyisten etc. etwa christlich??? Ich könnte kotzen. Gut, dass die Linke als demokratische Partei dem Grundgesetz entspricht. Immer mehr Wähler denken so. Die großen Betrügerparteien haben ihr Pulver verschossen.
18:15
Liebe Angela Merkel lass dich doch nicht von Gewerkschaftsfuzzis einlullen, sind doch nur alles verkappt Linke.
15:30
Die Beliebigkeitskanzlerin in ihrer Rolle als Wölfin im Schafspelz hat wohl kiloweise Kreide gefressen... ! Da hilft nur Wegwählen !!!!!
13:29
an anderer Stelle hier ist zu lesen das kein Geld für Schulobst da ist. Armes Deutschland
12:50
Schon wieder eine Tafelrunde? Waren Ackermann und Elstner auch dabei? Wer bezahlt das? In meiner Firma gab es gegen den Hunger Brötchen und Saft. Der Firma geht es gut!
09:00
Lügen über Lügen. Warum wurde überhaupt eingeladen? Warum kann man nicht Schnittchen oder Brötchen servieren?
08:23
War Bundeskanzler Ackermann auch dabei?
03:42
Wie bei Kohl,
demütiges Lügen und am darauf folgenden Tag zuschlagen.. nichts neues aus der FDJ-Fraktion..