Mindesthaltbarkeitsdatum verfällt
18.10.2011 | 18:13 Uhr 2011-10-18T18:13:00+0200
Hagen/Siegen.20 Millionen Tonnen Lebensmittel werden hierzulande alljährlich vergeudet. Jeder Deutsche wirft pro Jahr Essen im Wert von durchschnittlich 310 Euro weg. Das beklagt Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. Grund sei, dass es Missverständnisse beim Mindesthaltbarkeitsdatum gebe, heißt es aus dem Ministerium. Daher erwägen einige Koalitions-Politiker nun, das „Mindesthaltbarkeitsdatum“ auf Verpackungen durch einen anderen Hinweis zu ersetzen. Der FDP-Abgeordnete Hans-Michael Goldmann verweist auf die englische Formulierung „best before“, was so viel bedeutet wie „am besten vor dem ...“. Ob das allerdings das Verhalten der Verbraucher ändert, da hegt Professor Stephan Habscheid, Sprachwissenschaftler an der Universität Siegen, Zweifel.
Frage: Was halten Sie davon, auf Verpackungen nicht mehr „Mindesthaltbarkeitsdatum“ zu drucken, sondern einen neuen Hinweise der dem Englischen „best before“ entspricht?
Stephan Habscheid: Der Bedeutungsunterschied ist nicht allzu groß, denn in beiden Fällen wird deutlich, dass ein späterer Verzehr Nachteile mit sich bringt. Die heute übliche Bezeichnung streicht das mögliche Risiko deutlicher heraus, während der Alternativvorschlag den Verbraucher über die Art der Nachteile im Unklaren lässt. Würde jemand krank, hätten wir schnell eine ganz andere Diskussion.

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