Mann nach 22 Jahren unter Mordverdacht vor Gericht
11.08.2009 | 14:58 Uhr 2009-08-11T14:58:00+0200Soest/Arnsberg. Vor dem Arnsberger Landgericht muss sich seit heute ein 40 Jahre alter Mann verantworten. Er soll vor 22 Jahren eine junge Frau mit 74 Messerstichen getötet haben. Neue DNA-Analysemethoden machten den Prozess möglich. Nun hofft ein ganzer Ort auf Klarheit.
Es ist ein wahrer Kriminalfall, kein fiktiver Mord am Hellweg. Vor 22 Jahren soll, so die Staatsanwaltschaft, der heute 40 Jahre alte Jörg B. aus Soest die 26 Jahre alte Ursula S. in Ostönnen mit 74 Messerstichen umgebracht haben. Seit Dienstag läuft der Prozess.
Auf die Spur des Familienvaters brachte die Ermittler ein neuartiges DNA-Analyseverfahren, mit dem Tatortspuren von damals ausgewertet wurden. Prozessauftakt gegen den Fußballer von GW Ostönnen ist heute vor dem Arnsberger Landgericht.
Was macht das Verbrechen mit der Ortsgemeinschaft?
Ostönnen, der 1200-Einwohner-Ort an der B 1 zwischen Soest und Werl, wurde erstmals urkundlich im Jahr 1169 erwähnt - in einem Protokoll über einen Streit. Vielleicht passt das Stichwort Streit auch zu dem, was sich in dem Dorf seit 22 Jahren abspielt. Damals, in der Nacht vom 27. Mai auf den 28. Mai 1987, wurde nach der Aufstiegsfeier der Kreisliga-Fußballer die 26-Jährige in ihrer Wohnung mit 74 Messerstichen getötet. Die Dorfgemeinschaft hat an diesem Fall Schaden genommen, glaubt man Medienberichten. Im Spiegel war kürzlich von „vergifteten Beziehungen zwischen den Menschen” und von „Misstrauen und Denunziation” zu lesen.
Im Februar dieses Jahres wurde der bis dahin unbescholtene Familienvater in seiner Soester Wohnung verhaftet. Jörg B. hatte zwei Wochen zuvor eine Speichelprobe abgegeben. Bei der Laboranalyse wurde eine Übereinstimmung mit der DNA-Probe von einer gelben Wolldecke am Tatort festgestellt. Seitdem schweigt der Tatverdächtige, dem die Anklage ein sexuell motiviertes Verbrechen vorwirft. „Er hat nur gesagt, dass er es nicht war”, so Staatsanwalt Marco Karlin.
Ortsvorsteherin spricht von Verunsicherung
Ortsvorsteherin Elisabeth Prolingheuer will von tiefen Gräben in Ostönnen seit den Ereignissen von 1987 nichts wissen. Dass Menschen denunziert wurden, habe sie persönlich nicht erlebt, nur von Einzelfällen gehört. „Die Tat hat aber zu einer Verunsicherung geführt - die Sicherheit war dahin, dass ein solcher Mord auf einem Dorf wie unserem nicht geschehen kann.” Die Diskussionen über den Fall hätten in der Dorfgemeinschaft nie ganz aufgehört, erzählt die Ortsvorsteherin, die Festnahme habe das Ganze wieder „aufgewühlt”.
„Nein, er war es nicht”, ist Andreas Glade von der Unschuld von Jörg B. überzeugt. Der Fußball-Trainer kennt den Angeklagten im Arnsberger Mordprozess seit 17 Jahren. „Wir waren fast täglich zusammen, beim Training, bei den Spielen. Und am Abend vor der Festnahme war er bei der Übungseinheit noch dabei”, sagt Glade, der damals noch Trainer der 1. Mannschaft der Grün-Weißen war.
Mannschaftskameraden stehen unter Schock
Er stehe noch immer unter Schock, sagt der Werler. „Jörg war ein richtiger Kumpel. Immer für alle da. Er hat den Laden zusammengehalten.” Zu Beginn der Untersuchungshaft in der JVA Hamm habe der 40-Jährige niemanden an sich herangelassen, sich eingeigelt, erzählt Glade, doch seit drei Monaten schaue der Familienvater aus Soest, der bis 2004 in unmittelbarer Nähe des Tatortes wohnte, wieder nach vorne. „Er treibt Sport, hat einen Job in der Gefängnis-Küche und ist froh, dass der Prozess beginnt”, wie Mitspieler, die ihn besucht haben, bestätigten.
„Er hofft, dass die Wahrheit ans Licht kommt”, sagt Andreas Glade. Jörg B. beteuert nach wie vor, nicht der Mörder von Ursula S. zu sein. Davon ist auch seine Ehefrau überzeugt. Glade: „Ich ziehe den Hut vor ihr. Sie ist dermaßen stark. Sie kämpft so sehr für ihren Ehemann.”
Von Anfang an unter Verdacht
Im Mannschaftskreis sei der Mord kein Dauerthema gewesen. Aber bei der Feier zum Aufstieg in die A-Kreisliga im Mai 2008 sei das Thema kurz angesprochen worden - weil die Tat nach einer Aufstiegsfeier geschah. Da habe Jörg B., so erzählt der Trainer, gesagt: „Hört mir auf damit.” Mit den polizeilichen Ermittlungen habe er damals „ganz schön Theater” gehabt. Er zählte von Anfang an zu den fünf Hauptverdächtigen.
Der Sprecher des Landgerichts Arnsberg, Peter Marchlewski, erwartet einen langwierigen Prozess in diesem „in dieser Form besonderen Fall”. Die entscheidende Frage sei die Verwertbarkeit von DNA-Spuren von vor 22 Jahren.
In Ostönnen hofft man auf zweifelsfreie Klarheit. „Wenn er es nicht war, muss er vollständig rehabilitiert werden”, sagt Ortsvorsteherin Prolingheuer, „wenn er es war, muss er dafür geradestehen.”

14:39
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23:34
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23:00
Mann sollte die ganze ehemalige Fußballmannschaft unter die Lupe nehmen , ich glaube erst dann wäre man sicher wer es war !!!!!
08:51
Was ich mich frage: Sind die gefundenen DNA Spuren (Fingernägel und gelbe Wolldecke) die einzigen Indizien? Diese ließen sich leider / zum Glück (kommt auf die Blickrichtung an) leicht entkräften. Die beiden können sich doch auf der Feier gezankt haben und sie hat ihn dabei gekratzt. Schon hätte sie Hautpartikel unter den Fingernägeln, oder? Und die Wolldecke? Wer sagt denn, daß er nicht Tags zuvor bei ihr oder den beiden war, zu Besuch, o.ä.? Auch dann: DNA Spuren.
Es müssen doch mehrere Indizien vorhanden sein, weil Mord ist doch schon ne heftige Anklage!
Wenn er es wirklich war, warum ist er denn nicht einfach mit z.B. 25 aus Soest weggezogen, denn er hätte doch wissen müssen, MORD verjährt nicht! (Ja, ich weiß wohl, die Speichelprobe kann man ihm auch in Hamburg oder München oder sonstwo abnehmen)
Das ist -denke ich- eine verdammt knifflige Angelegenheit. Wird er (möglicherweise) unschuldig verurteilt, freut sich der wahre Täter nen Loch in seinen Bauch. Andersrum, wird er freigesprochen, obwohl er es doch war ... freut er sich wie Bolle ... Klar, auch die dritte Variante (schuldig und verurteilt) gibt es.
00:15
zu Firtz Walter:
Ich denke mal er hat nichts bei der Festnahme (gefragt)gesagt da seine Kinder dabei waren wie wir alle wissen ist er Famielenvater und wollte bestimmt nur seine Kinder schützen ! Würden wir das nicht alle tun !!!
zu AliMomente: MÖRDER es wurde noch keiner Verurteilt also keine voreiligen Schlüsse ziehen !!!
Also ich denke abwarten .........
22:41
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22:39
Gottes Mühlen Malen Langsam aber .............. SICHER !!!!!!
20:00
NULL ZWEIFEL !!
WENN JEMAND SO UNSCHULDIG IST,WIE DIESER JÖRG BREN.... VORGIBT,WARUM HAT ER DANN BEI SEINER FESTNAHME NICHT DEN GRUND ERFRAGT ,WESHALB ER FESTGENOMMEN WORDEN IST ??
16:20
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