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"Man sollte es locker sehen"

04.08.2009 | 19:14 Uhr

Gelsenkirchen/Soest. Wegen der Proteste gegen das Vereinslied des FC Schalke 04, das eine angeblich islamfeindliche Passage enthält, ermittelt nun der Staatsschutz.

Wegen der Proteste gegen das Vereinslied des FC Schalke 04, das eine angeblich islamfeindliche Passage enthält, ermittelt nun der Staatsschutz. Bislang gebe es allerdings keine konkreten Drohungen gegen Angehörige des Fußballvereins, so ein Sprecher. Salim Abdullah, Leiter des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland in Soest, bezeichnet die Empörung einiger Muslime als grotesk und appelliert für mehr Verständnis.

„Eigentlich müsste das Schalke-Lied für alle Muslime eine tiefe Genugtuung sein”, sagt Salim Abdullah. Wo sonst würde abseits der Arena auf Schalke der Prophet Mohammed von Nicht-Muslimen mit einer Hymne anerkannt? „Ich selbst habe es 100 000-mal mitgesungen”, berichtet der 79-Jährige, der selbst ein Fan der Königsblauen ist.

„Man sollte das locker und cool sehen”, findet der Leiter des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland. Strenggenommen gebe die strittige Passage des Schalke-Liedes im wesentlichen historische Fakten wieder. So heißt es unter anderem: Mohammed war ein Prophet / Der vom Fußballspielen nichts versteht. „Wie soll er auch?” fragt Salim Abdullah. „Zu Zeiten des Propheten gab es noch gar keinen Fußball.” Die Farbe Weiß sei die Farbe des Propheten gewesen. Die in dem 1797 verfassten Jägerlied (auf welches die Schalke-Hymne zurückgeht) aufgeführte grüne Farbe sei später hinzugekommen. Abdullah zufolge habe der Patriarch von Alexandria dem Propheten ein grünes Gewand geschenkt, welches Mohammed aufgrund des bequemen Schnittes besonders gut gefallen habe.

Davon, die königsblaue Hymne künftig nicht mehr zu singen, hält Salim Abdullah nichts: „Ohne das Lied ist Schalke nicht mehr Schalke.” Vielmehr sei Humor gefragt, sagt der 79-Jährige, der im vergangenen Jahr vom Kölner Oberbürgermeister Schramma den Karnevalsorden der Stadt überreicht bekam.

Auch Aiman Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, erkennt in dem Vereinslied „keine böse Absicht oder direkte Blasphemie”. Allerdings komme auch nicht der Respekt zum Ausdruck, „den wir als Muslime dem Propheten entgegenbringen”.

Silke Wrona

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