Lob für die selbstbewussten Sauerländer
22.08.2010 | 18:43 Uhr 2010-08-22T18:43:00+0200
Berlin.Platz nehmen konnte der Bundespräsident diesmal leider nicht am Tisch unserer Zeitung bei der „Tafel der Demokratie“ Freitagabend. Aber einfach so vorbei kam er auch nicht.
Dazu gab es zu viele unter den 50 Südwestfalen, die Christian Wulff und seiner Frau Bettina ihr Anliegen persönlich vortragen wollten.
Andre Schweins, Mitglied der Westfalenpost-Chefredaktion, wendet sich, als Organisatoren und Sicherheitsleute energisch zum Weitergehen drängen, ein wenig entschuldigend an das Staatsoberhaupt: „Ich bin der Repräsentant der Leute, die sie die ganze Zeit aufgehalten haben“, sagt er. Doch Wulff entgegnet: „Die Sauerländer treten hier sehr selbstbewusst auf - und das gefällt mir sehr gut.“
Und den Besuchern an den langen, weißen Tafeln unter dem Brandenburger Tor gefällt es sehr gut, dass der erste Mann im Staate ihnen zuhört. Christian Sommer, stellvertretender Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes Hagen, setzt sich für mehr Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements ein („Ohne Freiwillige geht es nicht.“) und findet Verständnis.: „Der Bundespräsident hat mir bestätigt, dass die Freiwillige Feuerwehr eine wichtige Institution im Lande ist und hat versprochen, das Ehrenamt zu stärken. Das macht die Reise für mich zu einem großen Erfolg.“
Ein ganz besonderes Erlebnis
Ein ganz besonderes Erlebnis ist dieser warme Sommerabend an historischer Stätte für alle Teilnehmer. „Davon kann man noch lange erzählen“, sagt Karl-Rudolf Voß aus Brilon-Altenbüren, der mit seiner Tochter Lina-Madlen angereist ist. Auch wenn für ein ausführliches Gespräch mit Wulff keine Zeit ist. „Wir haben nur ein Foto gemacht und ein Autogramm bekommen, dann sagte Frau Wulff, sie und ihr Mann hätten Hunger und müssten weiter“, erzählt Voss.
Für das Präsidentenpaar ist die vom Verein „Werkstatt Deutschland“ veranstaltete Begegnung mit 1500 Bürgern eine anstrengende Angelegenheit. Sieben Mal wechseln die dauerlächelnden Neu-Berliner mühsam unter allseitiger Bedrängnis den Tisch. Aber auch Küchenchef Oliver Barda und seine Leute vom Hotel Adlon haben eine logistische Großleistung zu vollbringen, um alle Gäste mit Berliner Sülze vom Saalower Kräuterschwein, Niedersächsischem Kartoffeleintopf mit Rauchwurst und Rinderbrust sowie Welfenspeise mit Waldbeeren zu versorgen. Doch das Essen bleibt, so gigantisch sich Zutatenmengen wie 600 Liter Rinderbouillon oder 20 Kilogramm Eigelb auch anhören, nur Nebensache. Es geht um die Atmosphäre und um die Begegnung.
Brigitte und Josef Raulf aus Schmallenberg haben ein Geschenk für den Bundespräsidenten mitgebracht: „Das gehört sich doch so, wenn man eingeladen wird“, meinen sie. Aber wie den Bildband über die Schönheiten des Schmallenberger Sauerlandes überreichen? Nicht möglich, bescheidet ein Personenschützer Brigitte Raulf. Dabei hat sie das Buch extra in durchsichtige Folie verpackt, um die Harmlosigkeit zu verdeutlichen. Und kann es dann doch der Präsidentengattin in die Hand drücken. Noch ein Erfolg also. Ein wichtiger. Denn Frau Raulf mag den neuen Bundespräsidenten: „Mit seiner jungen Frau und einem kleinen Kind kann er vielleicht auch die jüngere Generation ansprechen.“
Wir wollen uns den Reichstag anschauen
Die jüngere Generation - das ist zum Beispiel die gerade 17 Jahre alt gewordene Stefanie Döll aus Attendorn, die mit ihrer Mutter gekommen ist. Hat sie ein Anliegen an den Präsidenten? Vorbereitet ist nichts. „Aber wenn er sich an unseren Tisch setzt, werden wir sicher ein Thema finden“, meint sie selbstbewusst.
Der älteste unter den von unserer Zeitung ausgewählten Teilnehmern ist mit 81 Jahren Werner Everke aus Meschede. Er hat mit seinem Enkelsohn David Rentmeister für die „Tafel der Demokratie“ den gemeinsamen Juist-Urlaub kurz unterbrochen und ist voll des Lobes über Berlin: „Heute morgen wollten wir den Reichstag anschauen“, erzählt er. „Die Schlange war so lang, dass wir zwei bis drei Stunden hätten anstehen müssen. Aber wegen meines Alters hat man uns vorgelassen.“
Juliane Rusert aus Hagen hat dafür wieder die Jugend im Blick. Sie überreicht Bettina Wulff einen Brief, in dem sie sich für die verstärkte Vermittlung ethisch-moralischer Werte an Jugendliche einsetzt.
Detlef Albrecht aus Menden betreibt dagegen Eigenwerbung: Er kann sein Mitbringsel, das er erst zu Hause vergessen hat und das ihn nach 70 Kilometern noch einmal umdrehen ließ, dem Staatsoberhaupt in die Hand drücken: ein selbst geschriebenes Buch mit historischen Kurzgeschichten aus Westfalen, das er sogleich wortreich erläutert. „Dann gehen wir zumindest klüger, als wir gekommen sind“, reagiert Wulff.
Lieber im Hintergrund hält sich Siglinde Thimel aus Bestwig. Sie hat ihr Anliegen schon schriftlich eingereicht. Das betrifft die Lage der Blinden. Sie begleitet ehrenamtlich Bewohner des Blindenheims in Meschede und wünscht sich da mehr Unterstützung. „Deshalb war es für mich schon sehr wichtig, dass ich die Einladung bekam“, sagt sie. „Das allein ist schon eine Würdigung des Ehrenamtes. Da muss ich mich hier nicht noch vordrängen.“

03:32
ungünstige verkettung: Tafel der Demokratie - Sauerland
gruß aus Duisburg
00:09
Gauck war der bessere mann. Und so ein doofer aalglater schleimtitel wie Tafel der Demokratie passt zu so einem Typen wie Wulff. Wer denkt sich so Namen für veranstaltungen aus? geht ja gar nich
15:00
Indem Du deine Ohren wäscht und nicht drin bohrst.
14:58
Die Tafelmit dem Präses von Gnaden der FDJ Schülerin Merkel, bezahlt der Steuerzahler ??
Beteikligt sich die WAZ auch als Sponsor ?? Es reicht doch schon im NRW Fernsehen die faulste Abgeordnete der EU ,Sylvana Koch-Mehrin zu bezaheln !!
11:00
Gar nicht gut für den Computer, so ein Beitrag. Wie kriege ich jetzt das ganze Schmalz aus dem Gehäuse?