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Licht am Ende des Tunnels

29.09.2009 | 18:20 Uhr

Licht am Ende des Tunnels sieht die Wirtschaft in Südwestfalen.

Arnsberg/Siegen. (nö/step)

Die Wirtschaft in Südwestfalen sieht trotz schlechter Lageeinschätzung wieder Licht am Ende des Tunnels. Die Firmen erholen sich - wenn auch langsam - von der langen konjunkturellen Talfahrt. Der Abwärtstrend ist gebrochen: Dieses Fazit ziehen die Industrie- und Handelskammern Arnsberg und Siegen nach ihren Herbstumfragen unter den Mitgliedsbetrieben.

„Wir glauben, dass damit die Talsohle durchschritten ist. Der Aufstieg aus dem Konjunkturtal wird aber beschwerlich sein”, sagte der Siegener IHK-Präsident Vetter jüngst, nachdem der von der Kammer berechnete Klimaindikator für die Region Siegen/Olpe/Wittgenstein erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder gestiegen ist. Mit nun 83 Punkten liegt er aber weiter unter der 100-Zähler-Marke, die für ein ausgewogenes Verhälnis positiver und negativer Einschätzungen steht.

Ähnlich, fast wortgleich, fällt der Befund der Nachbarkammer in Arnsberg für die Wirtschaft im Sauerland und im Kreis Soest aus: „Der Abwärtstrend ist gebrochen, aber der Weg aus der Krise wird lang und steinig”, bilanzierte IHK-Chefvolkswirt Ralf Hueß das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Kammer bei über 400 Mitgliedsunternehmen.

Danach hat sich die Wirtschaft im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest nach 11-monatiger Talfahrt wieder gefangen, so die IHK Arnsberg. Das Lagebild zeige sich gebessert, sei aber „alles andere als erfreulich”. Die Krise hat nach Aussage von Hueß Teile der Industrie und des Großhandels immer noch fest im Griff, besonders Chemie- und Metallindustrie, Elektrotechnik und Maschinenbau. Dagegen bewerteten Konsumgüterhersteller, Bauwirtschaft, Einzelhandel und Dienstleister ihre Lage mehrheitlich positiv. Nur 14 Prozent der befragten Firmen (nach 9 Prozent im Sommer) nannten ihre aktuelle Lage gut, aber noch 34 Prozent (nach 37 Prozent) schlecht.

Die Aussichten sind freundlicher: 23 Prozent der Betriebe erwarten nach der Umfrage 2010 bessere Geschäfte; damit hätten sich die Geschäftserwartungen im Vergleich zum Höhepunkt der Krise verbessert. Vor allem die Exportwirtschaft sieht Chancen - jede dritte Firma erwartet eine Steigerung. Die Auslandsnachfrage nehme langsam, aber stetig zu und wachse damit wieder „in ihre Rolle als Wachstumsmotor hinein”, so Hueß.

Wermutstropfen: „Insgesamt steht die Erholung auf schwachen Füßen.” Die meisten Unternehmen seien immer noch weit von einer angemessenen Auslastung entfernt; ihre Ertrags- und Liquiditätslage bleibt laut Hueß oft angespannt. Die Absatzschwäche schlage zudem immer stärker auf die Beschäftigung durch: 35 Prozent der Betriebe rechnen laut Kammerumfrage damit, 2010 Personal abbauen zu müssen, vor allem in Industrie und Transportgewerbe.

Ähnlich schlecht beurteilen auch die Unternehmer der IHK Siegen ihre Lage - nach Aussage von Hauptgeschäftsführer Mockenhaupt zum Teil schlechter als zu Jahresbeginn. Dies belegten die Industrie-Umsätze. Bis Juli ist laut Mockenhaupt der Umsatz der Betriebe mit über 50 Mitarbeitern um ein Viertel gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Gegenüber dem Boom-Jahr 2007 habe sich die Kapazitätsauslastung fast halbiert. Unter dem Strich beurteilt fast jeder zweite Industriebetrieb die Lage schlecht, ein Viertel erwartet eine Verbesserung.

Sven Nölting

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