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Montagsrunde

Leser loben Politik-Redaktion der Westfalenpost

18.01.2011 | 18:21 Uhr
Leser loben Politik-Redaktion der Westfalenpost
Montagsrunde der Westfalenpost mit Lesern und Redakteuren zum Thema Politik.

Hagen. Die Leser sind neugierig auf die Westfalenpost. Sie treffen sich bei der Montagsrunde im Hagener Pressehaus auf ein Wort mit der Politikredaktion der WP.

Hans-Jürgen Held aus Hagen fragt: „Wer schreibt denn nun ,Li’ und ,goe’?“ Die Redakteure, die diese Kürzel haben, sitzen mit dem Leser aus Hagen am Tisch. Rudolf Limpinsel ist der Autor der Seite-1-Kolumne, die mit dem Kürzel „Li“ endet. Auch sein Kollege Thorsten Keim („kei“) schreibt in dieser Rubrik. „Sie lese ich gern“, prasseln die Komplimente aus der Leserrunde auf die beiden ein.

Und „goe“ ist auch da. Wilfried Goebels, der Düsseldorfer Korrespondent unserer Zeitung. „Berichten Sie emotional oder neutral?“ Das will der Arnsberger Leser Paul Windsheimer wissen. Goebels beantwortet die Frage so: „Zeitungen sind Tendenzbetriebe. Farbe und Emotion sollten nicht außen vor bleiben.“ Die Leser kennen die Westfalenpost als die bürgerliche Familienzeitung in Südwestfalen, die sich konservativen Werten verpflichtet fühlt.

Von den Lesern kam Lob, aber auch Kritik.

„Die Zeit der Kampfblätter ist vorbei.“

Leser Dietmar Schwalm gibt zu bedenken: „Braucht eine Zeitung nicht ein breites Meinungsspektrum statt nur der einen Linie?“ Tendenz und Meinungsvielfalt müssen sich nicht ausschließen - die WP hat beides. Aber, so gibt der künftige Chefredakteur der Westfalenpost, Stefan Hans Kläsener, dem Leser aus Arnsberg Recht: „Die Zeit der Kampfblätter ist vorbei.“ Die Politikredakteure wissen: In den Familien ihrer Leser ist das ­Meinungs­spektrum breit gefächert. Alle wollen sich im Blatt wiederfinden.

So auch Leser Sebastian Hillebrandt aus Olsberg. Er fragt: „Wie will die WP es schaffen, in Zukunft ihre Unverwechselbarkeit zu wahren?“ Dazu Wilfried Goebels: „Heute setzen Zeitungen viel ausgeprägter als früher eigene Themen.“ Das gelte nicht nur für Spiegel, Focus, Süddeutsche oder Welt am Sonntag, sondern auch für die Westfalenpost. So deckte sie etwa die „Bleifuß-Affäre“ um den damaligen NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) auf. Er war mit seinem Pkw im Mescheder Ortsteil Olpe zu schnell gefahren. Als Konsequenz daraus musste Wittke sein Amt niederlegen.

Der Fall ist ein Beispiel für die ganz besondere Stärke der WP: „Das Lokale und das Regionale sind die Pfunde, mit denen unsere Zeitung wuchert.“ Das unterstreicht Martin Korte, Mitglied der Chefredaktion. Der Leiter des Politikressorts, der für den Mantel insgesamt verantwortlich ist, erläutert den Gästen der Montagsrunde: „Die WAZ-Mediengruppe, und damit auch die Westfalenpost, greift auf dem hart umkämpften Zeitungsmarkt mit einer Lokalisierungs- und Regionalisierungs-Offensive an. Unser Verbreitungsgebiet Südwestfalen soll künftig noch stärker in den Mittelpunkt gerückt werden.“ Leser loben den unter Chefredakteur Bodo Zapp eingeschlagenen Heimatzeitungskurs der WP. Hans-Jürgen Held gefällt die Seite „In der Nachbarschaft“ sehr gut. Torsten Tullius aus Iserlohn sagt: „Ich fand es sehr interessant, wie Ihre Zeitung den Dioxinskandal auf die regionale Ebene heruntergebrochen hat.“ Werner Schneider aus Hagen lobt die Leserbriefseite. „Viele Themen werden dort noch einmal sehr facettenreich aufgearbeitet.“

„Die Zeitung darf sich dem Internet nicht verschließen.“

Ganz grundsätzlich merkt Jürgen Keite zur morgendlichen Westfalenpost-Lektüre an: „Ein Frühstück ohne Zeitung kann ich mir gar nicht vorstellen.“ Zwar gehe er auch ins Internet. „Das Netz kann die Zeitung aber nicht ersetzen.“ Das findet auch Rolf Toben aus Schwelm. Er ist sicher: „Ein nicht geringer Teil der älteren Leser orientiert sich kaum am Medium Internet.“ Aber, so betont aus Sicht der Zeitung Martin Korte zum Thema: „Die Zeitung darf sich dem Internet nicht verschließen.“ Was sich auf Dauer ändern müsse, sei die „Freibier-Mentalität“ von Internet-Nutzern. Korte: „Gute Information hat ihren Preis - das gilt auch für das Internet.“

Leser Roland Chrzanowski aus Iserlohn bekennt: „Mir geht es beim Zeitunglesen weniger um Aktualität als um Hintergrund.“ Und was Hintergrundberichterstattung an­geht, so ist Leser Thomas Holland-Letz aus Ennepetal der Meinung: „Ich finde, dass Sie in der Politik-Redaktion ganz gut unterwegs sind.“

Jörg Fleischer

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Kommentare
20.01.2011
08:10
Leser loben Politik-Redaktion der Westfalenpost
von Plem | #2

1. „Die Zeit der Kampfblätter ist vorbei.“

Also ein Spiegelbild der Politik. Alles glattgebügelter Mainstream, natürlich political correct und geprägt vom common sense.

2. „Das Lokale und das Regionale sind die Pfunde, mit denen unsere Zeitung wuchert.“

Ich nenne die WP immer das Folklore-Blättchen. Immer mit dem Kamerateam dabei, wenn der OB Oma Schmidt zum 100. Geburtstag gratuliert.

3. „Freibier-Mentalität“

Für diesen Mist 1,20 Euro zahlen? - Da lege ich lieber 40 Cent drauf und kauf mir ne Frankfurter Rundschau.

Mir reicht der Online-Auftritt vollkommen aus, um auf lokaler Ebene auf dem Laufenden zu bleiben. Aber abonnieren oder kaufen? - Definitiv Nein.

19.01.2011
19:55
Leser loben Politik-Redaktion der Westfalenpost
von Name_erforderlich | #1

Solange man als Leser hier so gnadenlos mit Werbung zugeballert wird, würde ich den Begriff Freibier-Mentalität aber noch mal überdenken, Herr Korte.
Ok - die WAZ ist auf dem erklärten Weg zum Qualitätsjournalismus. Sagen Sie einfach Bescheid, wenn es soweit ist, denn bisher kann ich das in diesem Portal noch nicht so recht erkennen. Danach können wir über das Bezahlen von hochwertigen Inhalten (keine abgekupferten Agentur-Meldungen oder vom Lehrer geschriebene Berichte über das Sommerfest der Grundschule) gerne reden!

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