Lehrer im Chatroom bedroht - Kripo Soest ermittelt Hausanschluss
02.03.2010 | 07:00 Uhr 2010-03-02T07:00:00+0100
Soest. Die Soester Kriminalpolizei hat den Hausanschluss ermittelt, über die am Mittwochabend eine Drohung gegen zwei Lehrer der Hanna-Ahrendt-Gesamtschule in einem Internetchat verbreitet wurde.
„Nun ist es nur eine Frage der Zeit”, so Polizeipressesprecher Winfried Schnieders, „dass wir auch den Absender aufspüren können”.
Amerikanischer Anbieter
Die Untersuchungen ziehen sich etwas in die Länge, weil der Chatroom, in dem die Drohung erschienen ist, von dem amerikanischen Anbieter ICQ betrieben wird. Der dazugehörige Server steht aber in Deutschland.
Information des Kollegiums
Obwohl in der Hanna-Ahrendt-Gesamtschule am Donnerstag und Freitag vorsorglich der Unterricht ausgefallen war, geht die Kripo weiterin davon aus, „dass es keine akute Gefährdung oder Bedrohung der Schülerinnen und Schüler” gibt oder gegeben hat. Eine entsprechende E-Mail verschickte die Schule auch am Freitag an alle Lehrerinnen, Lehrer und Klassenpflegschaftsvorsitzenden.
Normaler Schulbetrieb
Gestern begann der Betrieb der Soester Gesamtschule pünktlich um 7.30 Uhr. Zwei Polizisten der Abteilung Vorbeugung und ein Schulpsychologe bereiteten das Kollegium auf den anstehenden Unterricht vor. Winfried Schnieders: „In der ersten Stunde haben sich die Lehrer mit ihren Klassen noch einmal über die Bestürzung und Angst unterhalten, die eine Drohung auslösen kann.”
Drei Jahre Gefängnis
Außerdem hätten sie den Schülern eine rechtliche Würdigung des Geschehens vorgetragen. Denn das, was passiert sei, „war kein dummer Streich”. Winfried Schnieders: „Die Drohung im Internet ist eine Störung des öffentlichen Friedens und wird mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft.” Jüngste Urteile hätten gezeigt, dass Richter dieses Strafmaß auch ausschöpfen.
Schock und Angst
Für die beiden Schüler Manuel (13) und Joel (14) ist das nur ein kleiner Trost. Denn sie sind immer noch geschockt. Und sie haben Angst. Ähnlich geht es Michael Brinkmann, Vater von Jan und Lars: „Wenn man so etwas im Fernsehen sieht, ist es ganz weit weg. Nun ist es bei uns passiert. Einfach schrecklich.” Der Familienvater hofft, „dass alles wieder gut wird”.

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