Laser-Attacke auf Helikopter in Meschede und Lünen
26.06.2010 | 13:08 Uhr 2010-06-26T13:08:00+0200
Meschede/Lünen.„Wir waren im Landeanflug auf das St.-Walburga-Krankenhaus in Meschede. Da traf uns plötzlich der grelle Laserstrahl“, erinnert sich Co-Pilot Sven Mainz (44) an die gefährliche Attacke von Donnerstagnacht.
Kurz nach Beendigung des Fußball-WM-Spiels Deutschland gegen Ghana wurde die vierköpfige Besatzung des ADAC-Rettungshubschraubers alarmiert. Weil sich sein Zustand rapide verschlechterte, musste ein Patient umgehend von Meschede nach Lünen verlegt werden.
Christoph Westfalen im Anflug
„Christoph Westfalen“, der am Flughafen Münster/Osnabrück stationiert ist, hob sofort mit Pilot Mario Ziegler, Co-Pilot Sven Mainz, Notarzt Dr. Georg Rohe und Rettungsassistent Atze Rahe in Richtung Sauerland ab. „Kurz nach 23 Uhr setzten wir in Meschede zur Landung an. Dann traf uns der grüne Laserstrahl“, so Co-Pilot Sven Mainz.
Nur weil Pilot Mario Ziegler sofort reagierte und den Kopf zur Seite drehte, konnte er den Helikopter sicher absetzen. Der Notfall-Patient wurde aufgenommen. Dann startete die Maschine in Richtung Lünen. Kurz nach Mitternacht ging der Hubschrauber dort am Luftrettungsstützpunkt beim St.-Marien-Hospital nieder. Und wieder zuckte ein grüner Laserstrahl ins Cockpit. Er traf den Piloten in der linken Gesichthälfte. Sven Mainz: „Um eine gefährliche Blendung und gleichzeitig eine sichere Landung zu ermöglichen, musste Mario seinen Kopf zur Seite drehen.“
Vier Angriffe mit der Lichtkanone
Diese Laserattacke in Lünen war der vierte lebensgefährliche Angriff innerhalb von vier Wochen auf „Christoph Westfalen“.
Am 5. Juni wurden die ADAC-Luftretter zum ersten Mal in Münster von einem Laser beschossen. Dabei wurde der Pilot derart heftig durch den Strahl geblendet, erinnert sich der damalige Co-Pilot Ralf Schmidt, dass „der Kollege einen vorübergehenden Sehverlust erlitt und ein paar Tage ausfiel“. In der Nacht zum 19. Juni erwischte es die Besatzung bei einem Einsatz in Marl. Der Laserstrahl traf ein Auge des Co-Piloten Andreas Parketny. Zum Glück ohne größere Folgen. Nach einer leichten Irritation konnte der Helikopter ohne weitere Probleme nach Münster zurückfliegen.
Die Piloten fragen: Wie können wir uns schützen?
„Für uns bleibt natürlich die Frage, wie wir uns zukünftig vor solchen Angriffen schützen können“, betont Sven Mainz. Denn es sei nicht auszuschließen, dass es durch solche Überfälle zu Abstürzen, Toten und Verletzten kommen könnte. Sven Mainz: „Am wirksamsten ist es, wenn die Laser der Klasse 3 - ähnlich wie scharfe Waffen - nicht mehr frei zu kaufen sind.“ Denn nur diese leistungsstarken Lichtkanonen, die selbst ein Streichholz entzünden können, seien für die Piloten gefährlich. Laser-Pointer, wie sie bei Dia-Schauen oder Beamer-Präsentationen benutzt werden, könnten den Fliegern nichts anhaben.
Das Luftfahrtbundesamt hat die Berichte über die Laserangriffe an den Staatsschutz übergeben, weil sie als „gefährliche Angriffe in den Luftverkehr“ gewertet werden, die mit zehn Jahren Haftstrafe geahndet werden können.
Staatsanwaltschaft und Polizei gehen ebenso wie die Hubschrauber-Besatzungen nicht von Serientätern aus. Sven Mainz: „Das sind Zufallstäter. Die hören unsere Maschine, ziehen den Laser aus der Tasche und wollen mal sehen, ob sie uns treffen können.“

16:14
Ball flachhalten!
Starke Laser hat fast jedermann, muss man nur aus dem CD/DVD/... Brenner rausholen.
Bei ner Kinolasershow hab ich auch ein paar mal den Strahl direkt ins Auge bekommen - schon sehr unangenehm, aber den Betreiber hats offensichtlich nicht gestoert...
08:14
Vielleicht hat die Besatzung des Hubschraubers mal ein Opfer transportieren müssen, dass trotz Hubschrauberrettung verstorben ist. Und diese Laserangriffe sind Rachakte eines Angehörigen.
Oder les ich zuviele Krimis?
Ausser Acht lassen sollte man das dennoch nicht.
Es is eine Schande, dass jemand soetwas macht.
Die Jungs und Mädels retten Leben.
07:58
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16:58
@ #27 von Schwafheimer
Sie schrieben:
Haben die keinen leistunkstarken Suchscheinwerfer an ihrem Heli?
Polizei verständigen, Suchscheinwerfer draufhalten, Täter verfolgen bis die Polizei sie hat.
Ich meine:
Verbrecherjagd mit Rettungshubschrauber?
Das wäre ja das Letzte.
Das Einzige was man machen kann ist Dringlichkeitsmeldung Pan-Pan absetzen.
13:46
leistungstarken
13:45
Haben die keinen leistunkstarken Suchscheinwerfer an ihrem Heli?
Polizei verständigen, Suchscheinwerfer draufhalten, Täter verfolgen bis die Polizei sie hat.
Falls Christoph keinen leistungsfähigen Suchscheinwerfer hat, was ich bezweifle , dann sollte man einen nachrüsten.
Zum Beispiel einen SX 16 (1600 Watt).
http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/zpd/phust/hubschrauber/sx16.html
Dann wird den dämlichen Blendern vielleicht auch mal ein Lichtlein aufgehen.
10:44
@23:
Früher hat man statt nen Laserpointer nen Spiegel genommen... Funktionierte nur bei Sonnenschein, erbrachte aber fast das gleiche Ergebnis.
Ein Verbot ist der falsche Weg! Zumindest was die normalen Laserpointer angeht.
Und Verbote bringen so oder so nichts: Oder ist es erlaubt gefährlich in den Straßenverkehr (und Luftverkehr) einzugreifen? Nein! Aber das stört die ja auch nicht!
Der Vorgang an sich ist verboten, da nützt es wenig wenn man das Instrument auch noch verbietet.
Am einfachsten wäre es wohl, wenn die Eltern ihre Kinder mal anständig erziehen würden! Ich hatte als Kind auch so einen coolen Laserpointer, aber ich habe damit niemanden gefährdet!
08:42
ich denke nicht einmal, dass es den Jugendlichen um die Medienpraesenz geht.
Es gibt etwas tolles, neues? Ist laut oder hell oder beides und ausserdem ein wenig verboten (Wenn ich richtig informiert bin, bekommt man die gruenen Dinger in Deutschland nicht mehr). Da spielt man mit rum und möchte ein wenig auf dicke Hose machen, aber auf keinen Fall in der Zeitung stehen. Das gibt doch nur Aerger.
08:11
Mag sein das nicht jeder Laserpointer gefährlich ist.
Was aber um sich greift ist die Unsitte, Menschen mit diesen Spielzeugen zumindest zu belästigen und zu irritieren, wie es u.a. auch bei Sportvertanstaltungen miitlerweile geschieht.
Dass dieses zu Unfällen mit Sach- und Personenschäden führen kann, sollte jeden Nutzer klar sein.
Un wo mann mit Vernunft nicht weiter kommt, müssen ggf. Ge- bzw. Verbote ran. leider
05:58
@6:
Ganz schlauer Kommentar... Nochmal: Laserpointer sind ungefährlich! Hier ist die Rede von Klasse 3 Lasern und Lichtkanonen!
Und warum machen das die Jugendlichen (ich geh davon aus, daß Erwachsene nicht so blöd sind) so was?
Vielleicht wegen dem Ruhm? Hört sich doof an... Aber die spielen bissl mit nem Laser rum und das ganze landet dick in den Medien! Jedes mal wird ein riesen Faß aufgemacht!
Vielleicht sollten die Medien solche dummen Straftäter nicht so sehr feiern...