Land beendet Polizeieinsatz gegen Rockerbanden
03.12.2009 | 22:21 Uhr 2009-12-03T22:21:00+0100
Münster. Im Krieg zwischen den verfeindeten Rocker-Gruppen Bandidos und Hells Angels ist nach Einschätzung des NRW-Innenministeriums vom Donnerstag Ruhe eingekehrt. Die zentrale Einsatzplanung wurde jetzt beendet. In den vergangenen Wochen seien fast 4300 Personen kontrolliert worden.
Das NRW-Innenministerium hat die zentrale Führung in Sachen „Rockerkriminalität” durch das Polizeipräsidium Münster aufgehoben. „Nach unseren Feststellungen hat sich die Lage zwischen den 'Hells Angels' und den 'Bandidos' deutlich beruhigt”, zieht Einsatzleiter Hans Volkmann am Donnerstag eine erste Bilanz.
Die zentrale Einsatzübernahme am 1. November 2009 habe sich bewährt, sagt Volkmann. Danach sei es zu keinen gewaltsamen Übergriffen mehr gekommen: „Denn ist klar geworden, dass wir uns nicht auf der Nase herumtanzen lassen.” So sei auch die 10-jährige Jubiläumsfeier der Bandidos in Schwerte ohne Zwischenfall abgelaufen. Ob hier die große Polizeipräsenz oder die Disziplin unter den Rockern den problemlosen Ablauf ermöglichte, bleibt offen.
Keine Chorknaben
Polizeipressesprecher Alfons Probst unterstreicht aber: „Chorknaben sind die Rocker sicher nicht.” Das zeigt auch die Einsatzstatistik: Bei 4375 Personen- und 1244 Fahrzeugüberprüfungen nahm die Polizei fünf Menschen fest. Ein Rocker wurde inhaftiert. Die sichergestellten Gegenstände reichen von der einfachen Axt über Butterflymesser, eine Pump-Gun, Hochleistungsschleudern sowie Hieb- und Stichwaffen bis hin zu Quarzsand gefüllten Handschuhen: „Mit denen kann man kräftig zuschlagen.” Außerdem beschlagnahmte die Polizei USB-Sticks, Handys, Laptops, IPods, Chips und Videoaufzeichnungen.
Rockerheime im Visier
Alfons Probst: „Natürlich haben die einzelnen Polizei-Behörden die Rockerheime auch zukünftig im Visier.” Das Landeskriminalamt sammelt weiterhin zentral alle Erkenntnisse „in puncto Rockerkriminalität”.

0mitdiskutieren