Lafontaine überrumpelt wieder alle
09.10.2009 | 18:51 Uhr 2009-10-09T18:51:00+0200Berlin. Oskar Lafontaine will zurück ins Saarland. Dort bleibt er bis auf weiteres Fraktionschef der Linken im Landtag. Die SPD im Bund freut es, die Grünen an der Saar weniger.
Da haben sie ihn mal wieder vollständig missverstanden. Rückzug? Ins Saarland? Ach was, winkt Oskar Lafontaine ab, als er am frühen Nachmittag im idyllischen Städtchen Rheinsberg im Norden Brandenburgs vor die Presse tritt: „Das wäre fahrlässig.”
Zu früh gefreut und zu früh gehämt also, die Sozialdemokraten im Bund wie die Christdemokraten an der Saar. „Der Egomane zeigt wieder, dass ihm jegliches Verantwortungsbewusstsein fehlt”, tönt deren Generalsekretär Stephan Toscani bereits am Vormittag, als die Nachricht vom Abschied Lafontaines aus der Fraktionsspitze der Linken im Bundestag noch nicht mehr ist als ein sich freilich stetig verdichtendes Gerücht. Zum zweiten Mal Flucht aus der Bundespolitik: „Heute so, morgen so, das ist typisch Lafontaine,” ätzt die Saar-CDU.
Zentrales Hindernis
„Es gibt keinen Sozialdemokraten, der ihm eine Träne nachweint, höchstens aus Freude”, lässt zur gleichen Zeit der SPD-Präside Ralph Stegner vernehmen. Schließlich sei der Mann ein „zentrales Hindernis” gewesen für einen „unverkrampften Umgang” der SPD mit der Linkspartei im Bund: „Das ist nun weg.”
Das nun ist es gerade nicht. Jedenfalls nicht ganz. Immerhin ist Lafontaine entschlossen, sich im nächsten Jahr zum Parteichef wiederwählen zu lassen. Seinen Sitz im Bundestag behält er ohnehin. Und er bleibt bis auf weiteres Fraktionschef der Linken im saarländischen Landtag. Lafontaine weg? Von wegen.
Langfristige Arbeit strukturieren
Um nichts weiter als die Partei „breiter aufzustellen” und ihre „längerfristige Arbeit” neu zu strukturieren gehe es ihm, lässt er verbreiten. Ein wenig gewiss auch darum, innerparteiliche Kritiker zum Schweigen zu bringen, die gelegentlich Anstoß an seiner „Machtfülle” genommen haben. Ist doch Lafontaine der einzige Linke gewesen, der zwei Spitzenämter, den Partei- und Fraktionsvorsitz, kombiniert hat.
Gegrummel hat es bislang auch immer wieder über den Frauenmangel in der obersten Führungsetage gegeben, für eine auf den Fortschritts- und Gleichheitsgedanken eingeschworene Partei ein in der Tat schwer erträglicher Zustand. Dem soll jetzt ebenfalls abgeholfen werden. Vom nächsten Jahr an soll die Linke, wie Lafontaine sie sich vorstellt, an ihrer Spitze ein strikt symmetrisches Bild bieten, Mann, Frau, Ost, West.
Wiederwahl angestrebt
In Rheinsberg, dem Ort ihrer konstituierenden Sitzung, wählt die Fraktion am Nachmittag nach Lafontaines Ankündigung seinen bisherigen Tandempartner Gregor Gysi erneut ins Amt, bis auf weiteres allein. Im nächsten Jahr soll ihm dann eine Frau aus dem Westen zur Seite treten. Solange wollen die Genossen abwarten und schauen, welche sich dafür qualifiziert. Ebenfalls 2010 endet regulär die Amtszeit Lafontaines und Lothar Biskys an der Parteispitze. Lafontaine will sich dann wiederwählen lassen, und zwar gemeinsam mit einer Kollegin aus dem Osten.
Den Fraktionsvorsitz an der Saar, wo er als Spitzenkandidat am 30. August ein Rekordergebnis von 21 Prozent für seine Partei erfocht, wird er übrigens voraussichtlich nur dann behalten, wenn es dort zu einem rot-rot-grünen Regierungsbündnis kommt. Das nun entscheidet sich ausgerechnet am morgigen Sonntag, wenn die Grünen auf einem Landesparteitag darüber abstimmen, ob sie mit CDU und Liberalen oder mit SPD und Linken paktieren wollen.
Lieblingsbösewicht der Grünen
Da wirkt Lafontaines alle überumpelnder Entschluss, den Fraktionsvorsitz im Bund aufzugeben, im Land aber zumindest vorläufig zu behalten, wie der Blitzschlag aus heiterem Himmel. Der Mann ist schließlich mehr noch für die Grünen als für die SPD der Lieblingsbösewicht im Land, man hat sich im Wahlkampf nichts geschenkt. Ihn jetzt womöglich weiter in der Landespolitik agieren sehen zu müssen, empfinden Grüne, nicht zuletzt Landeschef Hubert Ulrich, „eher als Drohung denn als Hilfe”. Für Ulrich, dem ohnehin eine Jamaika-Neigung nachgesagt wird, ist Lafontaines Ankündigung ein „Affront gegen die rot-rot-grünen Gespräche”, bedeute sie doch, dass der Mann sich in einer solchen Koalition als „Neben-Ministerpräsident” installieren wolle. Schon wieder ein Missverständnis?

12:23
Lass Oskar sein wie er will, er ist der Einzige, der noch weis, wie es an der Basis aussieht und was sozialdemokratisch heisst.
Bei der SPD kann man das S streichen und bei der CDU das C.
Die Grünen, einst auch eine Pazifistenpartei, sind so unglaubwürdig geworden, dass man K___ möchte. Ansonsten stimme ich dem Beitrag v. Auwilly 100% zu.
01:06
Und wenn sich vor mir nochmal jemand meldet und sagt. Hallo ich bin ein Grüner. sage ich Hallo, warum lügst Du mich eigentlich an?
Durch diese Koalition mit der FDP und der CDU wird doch gerade jetzt die asoziale und zutiefst Arbeitnehmerfeindliche Politik auch im Bundesrat abgesichert. Die bisherigen Grünen- Wähler werden nun wissen, was die Grünen inzwischen in Wirklichkeit sind. ******* und Machtgeil. Sonst nichts.
Politikwechsel ?? Nur Sprüche fürs dumme Wählervolk.
13:30
Die Leute wählen ihn? Welche Leute?
Ihn oder besser die Partei der Linken wählen etwa 10 bis 15%. Das sind aber nicht die Leute.
Die Leute wählen immer wieder denselben Quark - anders als im richtigen Leben. Da ist man konsequenter.
Nicht wahr, Herr Reisler?
13:27
Fällt der Name Lafontaine, setzt bei den meisten Deutschen das Hirn aus.
11:06
Lafontaine ist wahrscheinlich der letzte SOZI in der BRD!
10:55
da sieht man mal wieder, was eine Zusage der Grünen wert ist... Wie lassen sich die Ziele von CDU/FDP mit denen der Grünen da noch vereinbaren????
23:54
Und Oskar Lafontaine ist der Ehrlichste von allen.
20:16
Die Linke ist die einzigste Partei in Deutschland der man noch vertrauen kann, der Rest ist nur Machtgeilheit und Ausbgeutung. Sagt mir wie vielen Menschen es in den letzten 10 Jahren besser gegangen ist ?
19:51
Früpher nannte man so einen Rattenfänger, heute heißt er Lafontaine und die Leute wählen ihn. Früher hieß es das dumme Schwein läuft immer auf den eigenen Metzger ZU2
Wie wenig hat sich geändert ????
15:54
Der EHEMALIGE Genosse Verpisst sich mal wieder nachdem er seine Rache ausgekostet hat und die Kommunisten stark gemacht hat .......