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Schweinegrippe

"Längere Ferien schützen nicht vor Schweinegrippe"

11.08.2009 | 18:57 Uhr

Eine bessere Hygiene in den Schulen schützt Schüler und Lehrer besser vor der Schweinegrippe als eine Verlängerung der Schulferien. Auf diese Formel hat sich eine Expertenkommission unter Führung von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verständigt.

Laumann begründete den Verzicht auf eine Verlängerung der Schulferien: Längere Ferien würden nicht verhindern, dass sich Schüler privat in Gruppen träfen oder sogar eine Urlaubsreise antreten könnten - mit der Gefahr einer Infektion.

Tipps gegen die Ausbreitung der Infektion:

Häufiges Händewaschen mit Seife - mindestens 20 Sekunden lang.

Benutzen von Einmaltaschentüchern.

Taschentücher in den Mülleimer.

Vermeiden von Begrüßungsritualen (Händeschütteln, Umarmungen, Küssen).

Verzicht auf gemeinsame Gläser, Teller und Besteck.

An Schweinegrippe erkrankte Schüler und Lehrer sowie engste Familienangehörige von Infizierten sollen in „Quarantäne” zu Hause bleiben.

Touristen aus stark betroffenen Ländern wie Spanien oder Großbritannien sollen besonders achtsam sein.

Bei einem Krankheitsfall in der Familie empfahl Laumann den Angehörigen sieben Tage in häuslicher Quarantäne. In der Regel sind Kinder elf Tage und Erwachsene sieben Tage ansteckend. Laumann mahnte zur Hygiene, warnte aber vor Hysterie und Panik. Während die normale Wintergrippe oft zu Todesfällen führe, verlaufe die Schweinegrippe bisher glimpflich.

Nach dem Beschluss der Bundesländer hat auch NRW für 30 Prozent der Bevölkerung vorgesorgt und bis Oktober 1,6 bis zwei Millionen Impfdosen bestellt. Zunächst sollen Ärzte, Pflegekräfte, Schwangere und chronisch Kranke geimpft werden. „Der Verlauf der Krankheit rechtfertigt keine Impfpflicht”, so Laumann.

Keine besondere Gefahr

Eine Pandemie-Expertenrunde hatte eine Verlängerung der Schulferien gestern als „unverhältnismäßig” abgelehnt. Auch sieht das Gremium keine besondere Gefährdung in Kindertagesstätten. „Die Gefahr der Ansteckung ist bei 11- bis 15-Jähriger größer als bei den ganz Kleinen”, sagte Laumann. Am größten sind die Infektions-Risiken für 18- bis 22-Jährige. Das liege wohl an deren besonderen Verhaltensweisen.

Wilfried Goebels

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