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Standort-Vergleich

Kommunen im Kreis Olpe liegen vorn

29.06.2010 | 18:43 Uhr
Kommunen im Kreis Olpe liegen vorn

Siegen/OlpeSiegen/Olpe. Ranglisten gibt es inzwischen für fast alles: die besten Ärzte, die attraktivsten Städte, die schlauesten Schüler. Auch regional liegen sie im Trend: So bewerten die Unternehmen im IHK-Bezirk Siegen die Wirtschaftsfreundlichkeit ihrer Standort-Kommune in Schulnoten von zwei minus bis glatt ausreichend. Dabei liegen die Gemeinden im Kreis Olpe durchweg besser als die in Siegen-Wittgenstein.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen zum Thema Standortzufriedenheit unter rund 400 Unternehmen in den 18 Städten und Gemeinden im IHK-Bezirk. Gefragt wurde: Wie schätzen die Betriebe die Wirtschaftsfreundlichkeit ihrer Standortgemeinde ein? Wie bewerten sie das Gewerbeflächenangebot und die Grundstückspreise? Wie zufrieden sind die Firmen mit der Verkehrsanbindung?

Über alle 18 Kommunen im Kammerbezirk hinweg lag die Bewertung der Unternehmen für die Wirtschafts- und Servicefreundlichkeit der Kommunen nach der Umfrage zwischen zwei minus und einem glatten ausreichend. Auffallend ist laut IHK Siegen, dass die Kommunen im Kreis Olpe bei dieser Bewertung durchweg besser abschneiden als die Kommunen im Kreis Siegen-Wittgenstein. Das gelte sowohl für die Bewertung durch Industrie, Baugewerbe und Großhandel als auch für die Bewertung durch den Einzelhandel und das Dienstleistungsgewerbe. Lennestadt liegt vor Attendorn, Erndtebrück, Wenden, Olpe, Drolshagen und dem Kreis Olpe, bis mit Wilnsdorf die erste Gemeinde aus dem Siegerland auf Platz acht auftaucht. Die mit Abstand schlechteste Note erhält Kirchhundem.

Bei den befragten Industrie-, Baugewerbe- und Großhandelsunternehmen liegen Attendorn, Wenden und Lennestadt an der Spitze. Einzelhandel und Dienstleistungsgewerbe bewerteten anders als die Industriebetriebe. Beim Einzelhandel und Dienstleistungsgewerbe liegen die Gemeinden Wilnsdorf, Erndtebrück, Lennestadt, Finnentrop und Olpe vorn.

Besonders gut auf die Beurteilung der Wirtschaftsfreundlichkeit wirkt es sich nach der Umfrage aus, wenn den Unternehmen ein konkreter Ansprechpartner für ihre Belange in der jeweiligen Kommune bekannt ist. Auch wenn in vielen kleinen Kommunen im IHK-Bezirk dieser Ansprechpartner oft der Chef der Verwaltung, also der Bürgermeister selbst sei, komme es den Unternehmen nicht auf den Status des Ansprechpartners an. Es reiche ihnen offenbar, einen konkreten Ansprechpartner zu kennen.

Eines wird in der Studie besonders deutlich: Nach wie vor sind es die harten Standortfaktoren, denen die Unternehmen höchste Priorität zumessen. Gute Verkehrsanbindung, verfügbare und preiswerte Gewerbeflächen, aber auch Straßen in einem guten baulichen Zustand, stehen auf der Liste ganz oben. Besonders gut bewerten die Unternehmen aus den Kommunen Erndtebrück, Neunkirchen, Burbach, Freudenberg und Wilnsdorf deren Gewerbeflächenangebot mit den Schulnoten 1 bis 2,3. Erndtebrück führt auch die Liste der Bewertungen bei den preisgünstigsten Flächen an. Besonders schlecht beim Gewerbeflächenangebot schneiden die Gemeinden Drolshagen, Burbach und Netphen ab.

Nähe zur A 45 von Vorteil

Die besten Noten im Hinblick auf die Verkehrsanbindung vergeben die Unternehmen – nicht überraschend – an die Kommunen, die in Autobahnnähe liegen. Das sind Wenden, Drolshagen, Burbach, Olpe, Wilnsdorf und Freudenberg. Ebenso wenig verwunderlich ist, dass in dieser Rangliste die Gemeinden Kirchhundem, Erndtebrück, Bad Berleburg, Bad Laasphe und auch Finnentrop von ihren Unternehmen nur ausreichend bewertet werden. Diese Bewertung unterstreicht laut IHK Siegen, dass insbesondere für den Wittgensteiner Bereich die Verkehrsanbindung ein neuralgischer Punkt für die Unternehmen ist, der schnell behandelt werden müsse.

Die IHK Siegen hat den Kommunen im Kammerbezirk die Ergebnisse der Studie nach eigenen Angaben zur Verfügung gestellt. Ziel sei, dass aus der Auswertung Hilfen für Politik und Verwaltung entnommen werden könnten, um das „im Durchschnitt gute Verhältnis“ zwischen Kommunen und Betrieben noch verbessern zu können.

Westfalenpost

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