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Klare Worte

05.07.2009 | 19:54 Uhr

Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit präsentiert sich Horst Köhler mehr noch als zuvor als ein Bundespräsident, der ein Gespür für Sorgen der Menschen hat und gegenüber den sogenannten Mächtigen Klartext redet, wenn es ihm notwendig erscheint.

Seine eindrücklichen Worte zum Verhalten der Banken in der Finanzkrise sind alles andere als eine Sonntagsrede, zumal sie nicht nur wegen seines hohen Amtes an Bedeutung gewinnen. Als Mann, der aus der von ihm kritisierten Finanzwelt kommt, weiß er, was jetzt die Aufgabe verantwortungsbewusster Banken wäre: Den Aufschwung mit Kreditvergaben stärken. Und nicht, die Vorzüge niedriger Zinssätze vornehmlich für sich selbst zu nutzen.

Auch auf anderen politischen Feldern scheut Köhler nicht vor eindeutigen Aussagen: „Die DDR war ein Unrechtsstaat” ist solch ein Satz, der gut tut. Dass Politiker gut daran täten, die Bürger in die Diskussion über die Vorteile der europäischen Idee mit einzubeziehen, ist für den Präsidenten ein naheliegender Appell - Bürgernähe ist ihm ein vorrangiges Anliegen.

Sehr deutlich wurde dies bei seinem ausführlichen Treffen mit WP-Lesern bei der Berliner „Tafel der Demokratie”. Es gehört sich nicht, über Details solch eines Gesprächs zu berichten. Eines wurde dabei allen klar: Der erste Mann im Staate biedert sich nicht an, ihm ist es ernst mit der Anteilnahme am Leben, an Sorgen und Freuden der Bürger. Das ist vielen wichtiger als eine große Rede für die Kamera-Öffentlichkeit. Vom Flüchtlingskind zum Präsidenten: Diese persönliche Lebensgeschichte wirkt sich wie seine Erfahrungen im Ausland auf das Sagen und Handeln aus.

Von Bodo Zapp

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