„Kirche ist auch ein Platz für Tiere“
23.08.2010 | 18:20 Uhr 2010-08-23T18:20:00+0200
Hagen / Dortmund.Hagen / Dortmund. Eine neue Theologie anzustoßen, die das Tier als Mitgeschöpf achtet und seine Würde schützt. Das ist das Ziel und der Wunsch der Mitglieder des Vereins „Aktion Kirche und Tiere“, die vom 27. bis 29. August in Dortmund den ersten ökumenischen Kirchentag „Mensch und Tier“ organisieren.
„Die Resonanz der Menschen zeigt uns, dass wir den Nagel der Zeit getroffen haben“, freut sich Pfarrer Friedrich Laker von der evangelischen Lydiakirche in Dortmund, der gleichzeitig Gesamtverantwortlicher vor Ort und zweiter Vorsitzender der „Aktion Kirche und Tiere“ ist. Knapp 5000 Karten wurden im Vorverkauf bereits verkauft oder vorbestellt – deutschlandweit.
In rund 50 Einzelveranstaltungen sollen in diesen drei Tagen an 12 Orten in der nördlichen Innenstadt in Dortmund eine Vielzahl von Themen angesprochen werden. Im Fokus steht dabei stets die Verbindung zwischen Kirche, Mensch und Tier. So etwa bei der Podiumsdiskussion am Samstag, bei der es um die Stellung von Tieren „zwischen Ware und Würde“ geht. Oder bei der Ausstellung über die Schimpansen, die nach einem qualvollen Leben als Versuchstiere im österreichischen Gut Aiderbichl ein Zuhause gefunden haben.
„Wir möchten mehr ins Bewusstsein rücken, wie eng unser aller Leben miteinander verknüpft ist“, beschreibt Pfarrer Laker die Intention der Veranstaltung. „Es geht nicht darum, andere, ebenso wichtige Themen in der Kirche auszusparen, sondern vielmehr alle Themen anzusprechen, die christliche Menschen interessieren. Und eins davon ist, Tieren in der Kirche einen Platz zu geben.“
Diese Verbindung werde deutlich, wenn man sich zum Beispiel bewusst mache, dass Massentierhaltung in direktem Zusammenhang mit der Klimaerwärmung stehe. Oder wie oft Tiere heutzutage bei einsamen Menschen die Funktion eines Seelsorger einnehmen würden. „In der Vergangenheit wurden Tiere in der Kirche sehr stiefmütterlich behandelt“, weiß auch Britta Freitag, die ehrenamtlich die Kirchentagsleitung übernommen hat. „Umso wichtiger ist es, diese Zusammenhänge nun aufzuzeigen und mehr Menschen klar zu machen, dass es sich rächt, wenn der Mensch das Tier quält.“ Unterstützung erhält der Kirchentag von vielen Seiten: Sowohl der Deutsche Tierschutzbund als auch der Landestierschutzverband NRW, der ADAC und prominente Tierschützer wie Prinzessin Maja von Hohenzollern und Nina Hagen sind mit dabei.
Los geht es am Freitag um 17.30 Uhr im Fredenbaumpark, dem Hauptveranstaltungsort, wo auch am Sonntag der Abschlussgottesdienst mit anschließender Mensch- und Tiersegnung stattfinden wird. Das Festivalticket kostet 20 Euro. Im Preis inbegriffen ist ein Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr. Zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten werden zusätzliche Busse eingesetzt.
Es ist erlaubt, zu allen Veranstaltungen Tiere mitzubringen. Die Veranstalter geben jedoch zu bedenken, dass jeder Tierhalter sich vorab überlegen sollte, inwieweit ihr Tier sich bei einer solchen Großveranstaltung wohl fühlt oder ob es sinnvoller ist, das Tier nur bei der Segnung am Sonntag dabei zu haben.

17:23
Die Hindus hätten bestimmt etwas spannendes zum Thema Rinderbraten an den Essständen zu berichten.
Aber man bildet ja wieder ein Ghetto in dem man christliche Menschen einlädt.
Irgendwann wird sich, auch bei Tierliebhabern, die Erkenntnis durchsetzen das Glaube überflüssig weil beliebig ist.
Was sagt eigentlich der aktuelle Katechismus der katholischen Kirche? Rechtfertigt der immer noch Tierquälerei wenn es dem Menschen Nutzen bringt und dem Menschen dient?
Oder wurde das, wie die Vorhölle für ungetaufte Kinder, abgeschafft?