Kevin Kuranyi rettet das 3:3
26.10.2009 | 12:19 Uhr 2009-10-26T12:19:00+0100
Eine irre Aufholjagd. Ein Fußballspiel voller Emotionen und Leidenschaft., Schalke 04 und der Hamburger SV trennten sich 3:3.
Dramatischer geht's kaum noch. In einem mitreißenden Spitzenspiel trennten sich die Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 und Hamburger SV leistungsgerecht mit einem 3:3 (0:2)-Unentschieden. Am Ende durften sich beide Mannschaften für einen tollen Auftritt feiern lassen.
Begeisterte Zuschauer
„Das war ein großes Spiel”, befand Schalkes Trainer Felix Magath. Die Fans aus beiden Lagern erhoben sich nach dem Abpfiff von ihren Sitzen und applaudierten begeistert: Zwei offensive Mannschaften, flüssige Kombinationen, turbulente Strafraumszenen - die zahlenden Kunden hatten von Beginn an eine hochwertige Unterhaltung präsentiert bekommen.
Auch deshalb, weil sich der HSV in der Arena pudelwohl fühlte und seine Spitzenposition in der nationalen Liga eindrucksvoll unterstrich. Vor einer sicheren Abwehr mit dem sehr starken Torwart Frank Rost agierten mit Ze Roberto und Eljero Elia zwei Akteure, die von den Schalker Defensivspezialisten nie in den Griff zu bekommen waren. Ze Roberto, einer der ballsichersten Akteure der Liga, bestach mit klugem Auge, Elia, einer der schnellsten Akteure der Liga, mit feinem Passspiel.
Schneller Elia
Sein unnachahmlicher Antritt bildete die Basis beim 0:1. Elia ließ auf der linken Seite Carlos Zambrano wie eine Slalomstange stehen, schob den Ball überlegt in die Mitte, wo Marcus Berg einschob. 27. Minute, Hamburg führte mit 1:0. Dass der HSV auch bei Standardsituationen gefährlich sein kann, bewies Piotr Trochowski mit dem Pausenpfiff, als er einen Freistoß aus 32 Metern ins Netz beförderte. Schalkes Schlussmann Manuel Neuer agierte dabei unglücklich. Er hatte auf die andere Ecke spekuliert. „Wir hätten den Sieg verdient gehabt”, analysierte HSV-Coach Bruno Labbadia: „Nach der Pause haben wir es versäumt, das dritte und vierte Tor nachzulegen.”
Es spricht für die Königsblauen, dass sie sich zu keiner Phase der Begegnung aufgaben. Die Mannschaft rackerte, kämpfte bis zum Umfallen. Und wurde vom Publikum frenetisch unterstützt und nach vorne getrieben.
Rot für Rozenahl
Und Schalke kam. Unwiderstehlich. 50. Minute: Rafinha flankt nach innen, Kevin Kuranyi ist zur Stelle und köpft das 1:2. 60. Minute: David Rozehnal foult 18 Meter vor dem eigenen Tor den frei auf Rost zulaufenden Kuranyi. Der HSV-Innenverteidiger sieht die Rote Karte, Rost lenkt den Freistoß von Marcelo Bordon an die Latte und den Abpraller verwandelt Lukas Schmitz per Kopf. 2:2.
Das Spiel droht zu kippen. Die Arena kocht. Zwei Treffer innerhalb von zehn Minuten. Die Erfolgserlebnisse beflügelten die Hausherren und lähmten gleichermaßen den Elan der Gäste. Die Platzherren agierten in Überzahl und überlegen. Alles sprach für die Schalker. Bis zur 80. Minute, als die Hamburger einen brandgefährlichen Konter ansetzten und Ze Roberto, der beste Akteur auf dem Platz, mustergültig auf Marcus Berg passte, der zum 2:3 einschob.
Ein Tiefschlag, den die Schalker wegsteckten. Unglaublich: Nach einer Flanke von Heiko Westermann köpft Kevin Kuranyi das 3:3 (90.). „Ich hätte das Spiel lieber gewonnen”, gestand Schalke-Trainer Felix Magath: „Ich hadere mit den Gegentreffern.”

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