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Keiner krank im Krankenhaus

03.12.2007 | 17:16 Uhr

Die Uniklinik Münster setzt im neuen Studienhospital Schauspieler als Patienten ein. Das Ziel ist es, realistische Arbeitsbedingungen zu simulieren.

Von Ulrich Friske

Münster. Ein Patientenzimmer im Krankenhaus. Im Bett ein älterer Mann mit fahlem Gesicht, vor dem Bett eine angehende Ärztin. Sie fragt, er antwortet: nach früheren Krankheiten, nach Symptomen. Der Mann ist bemüht, aber geschwächt. Und etwas durcheinander. Nach ein paar Minuten fällt ihm ein, dass er eine Herzoperation hatte. Ausbildung im Studienhospital der Medizinischen Fakultät der Uni Münster.

Der Patient heißt Anton Biedermeier und hat Herzprobleme. In Wirklichkeit heißt er Thomas Zinke, ist Hobby-Schauspieler und hat nichts am Herzen. Die angehende Ärztin heißt Frederike Franke und ist erst in viereinhalb Jahren Ärztin. Jetzt ist sie Medizinstudentin im vierten Semester und lernt unter realistischen Bedingungen, wie man eine Anamnese macht, also die Vorgeschichte des Patienten erfragt. Dabei kommt es darauf an, geschickt Fragen zu stellen. „Eine gute Anamnese ist 80 Prozent der Diagnose”, weiß Dr. Hendrik Friedrichs, ärztlicher Leiter des Studienhospitals. Er hat die Studenten auf ihren Einsatz vorbereitet. Zusammen mit Psychologin Janina Sensmeier und Markus Masin, er ist für die Simulationspatienten zuständig, sorgt er dafür, dass die Studenten so viel wie möglich im Umgang mit Patienten lernen - ohne dabei Kranke zu nerven.

 

Ulrich FRISKE

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