Kachelmann in U-Haft
22.03.2010 | 19:23 Uhr 2010-03-22T19:23:00+0100
Meteorologe Jörg Kachelmann sitzt in Untersuchungshaft. Er soll seine langjährige Freundin vergewaltigt haben.
„Jörg Kachelmann ein Sexualstraftäter?” Doris Lausch aus Hagen reagiert schockiert auf die Nachricht, dass Deutschlands populärster Wettermann wegen des Verdachts der Vergewaltigung in Untersuchungshaft sitzt. Zuallererst gelte doch wohl die Unschuldsvermutung, sagt die Seniorin. „Der ist doch so sympathisch, dem traue ich das nicht zu.”
Jörg Kachelmann ist das Gesicht der Sendung „Das Wetter im Ersten”. Mit seinen Stehgreifprognosen und seinen scheinbar unzähmbaren Haaren bringt er kurz vor Acht nicht nur Doris Lausch zum Schmunzeln. Wie sie wird der Vorwurf Millionen von Fernsehzuschauern irritiert haben. Ein schwerwiegender Vorwurf, der die Karriere des Journalisten, Moderators und Meteorologen schlagartig beenden kann. Der 51-Jährige steht unter Verdacht, seine langjährige Freundin vergewaltigt zu haben.
Haftbefehl erlassen
Der Schweizer soll seine Freundin nach einem Beziehungsstreit in der gemeinsamen Wohnung zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Der Vorfall soll sich laut Bild.de bereits Anfang Februar im baden-württembergischen Schwetzingen ereignet haben. Die Staatsanwaltschaft Mannheim bestätigt in einer Mitteilung, dass sich der Tatverdacht der Vergewaltigung erhärtet habe, woraufhin das Amtsgericht Mannheim einen Haftbefehl erlassen habe.
Ein Sprecher der Bundespolizei teilte mit, dass Jörg Kachelmann am 20. März am Frankfurter Flughafen verhaftet worden sei. Der Meteorologe befand sich auf der Heimreise aus dem kanadischen Vancouver, von wo er für die ARD von den Olympischen Winterspielen berichtet hatte.
Kachelmann sitzt in der Justizvollzugsanstalt Mannheim in einer für zwei Häftlinge ausgerichteten Zelle in Untersuchungshaft. Da er in Deutschland keinen festen Wohnsitz habe, bestehe Fluchtgefahr, berichten Medien in der Schweiz.
Bei Meteomedia, Kachelmanns Wetterdienst mit Sitz in der Schweiz und in Bochum, scheinen die Nerven blank zu liegen. Eine Stellungnahme war gestern nicht zu erhalten. Die Verbindung wurde immer wieder innerhalb kürzester Zeit unterbrochen, sprich, der Hörer kurz abgenommen und wieder aufgelegt. Agnes Toellner, Pressesprecherin der ARD, will eigentlich „kein einziges Wort sagen”. „Nur soviel: Vor wenigen Stunden war er noch ein beliebter Meteorologe und nun . . .” Sie spricht den Satz nicht zu Ende. „Bevor die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, werden wir keine weitere Stellungnahmen abgeben.”
Ehemaliger Wettersoldat
Der ehemalige Wettersoldat der Schweizer Armee ist seit Mitte der 1990er Jahre auf den Bildschirmen in Deutschland zu sehen. Seinen Durchbruch als Fernseh-Meteorologe schaffte er 2002, als der Deutsche Wetterdienst die Bevölkerung unzureichend vor dem Orkan Anna warnte. Die öffentlich-rechtlichen Sender setzten danach auf Kachelmanns private Firma.
Der 51-Jährige hat nie Meteorologie studiert, sein Wissen hat er sich als Autodidakt angeeignet. Sein Studium der Geographie, Mathematik und Physik brach er zwei Monate vor dem Examen ab. Danach verdiente er sich als Journalist bei verschiedenen Tageszeitungen jenseits der Alpen sein Geld. Für die von ihm 1990 gegründete Meteomedia AG arbeiten mittlerweile 120 Mitarbeiter, die Dutzende von Dienstleistern und TV-Stationen in Deutschland und der Schweiz bedienen.
Anwalt von Unschuld überzeugt
Für Kachelmanns Anwalt, den Kölner Professor Dr. Ralf Höcker, ist der Vorwurf haltlos. Er ist sich sicher: „Er ist falsch und frei erfunden.” Eine erkennbar machende Berichterstattung sei unzulässig.

09:29
Die ehemalige Freundin des Herrn Kachelmann, hat sich offenbar, direkt nach der vermeindlichen Vergewaltigung, einer (forensischen) Untersuchung unterzogen --->
der Befund war wohl positiv, d. h., dass der Arzt Anzeichen von Gewalt festgestellt hat ...
Natürlich gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung, trotzdem darf man sich ja fragen, ob eine Staatsanwaltschaft leichtfertig einen Haftbefehl erlässt und ob die Geschädigte alles frei erfunden hat, besonders im Hinblick auf die Prominenz des Angeklagten ???
Manchmal macht Ruhm abgehoben ...