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Vergewaltigungsvorwurf

Jörg Kachelmann lässt sich von TV-Anwalt verteidigen

10.04.2010 | 18:37 Uhr
Jörg Kachelmann lässt sich von TV-Anwalt verteidigen

Köln. Der der Vergewaltigung beschuldigte Wetter-Moderator Jörg Kachelmann setzt auf eine medienerfahrene Verteidigung: Einer seiner Rechtsanwälte ist Prof. Dr. Ralf Höcker - ein gefragter Experte auf TV-Sendern.

Unser Mandant Jörg Kachelmann ist unschuldig”, das ist eine der wenigen konkreten Aussagen, zu denen sich sein Rechtsanwalt, Prof. Dr. Ralf Höcker, hinreißen lässt. Und der Jurist Ralf Höcker weiß auch, warum er schweigt. Denn er ist - ebenso wie der von ihm vertretene Oberwetterfrosch - ein bekannter Fernseh-Profi.

In den TV-Sendungen Stern TV (RTL), Akte und Kerner (SAT 1) war und ist er ein gern gesehener Gast. Eigene Fernsehsendungen wie Einspruch flimmerten mit dem gebürtigten Kölner über den Schirm. Als Experte für alltägliche juristische Stolperfallen hat er sich nicht nur im Fernsehen, sondern auch als Buchautor einen Namen gemacht.

Ralf Höcker kennt die Spielregeln des Medienbetriebs wie kaum ein anderer. Das macht er auch unmissverständlich deutlich: „Wir wollen nicht bei Kerner sitzen und E-Mails vorlesen. Unsere Aufgabe ist es, die Persönlichkeitsrechte von Jörg Kachelmann so gut wie möglich zu schützen.”

Strategie der Anwälte bleibt geheim

Der wegen des Verdachts der Vergewaltigung verhaftete Meteorologe und Moderator Joerg Kachelmann (3.v.l.) geht nach seinem Haftprüfungstermin neben seinem Rechtsanwalt Reinhard Georg Birkenstock (l.) im Hof des Amtsgerichts in Mannheim zu einen Gefangenentransporter. Foto:ddp

Darum werde er auch keine Strategie offenbaren, wie er und sein Mitstreiter, Rechtsanwalt Dr. Reinhard Birkenstock, weiter vorgehen. Und genau darum hat der Schweizer Jörg Kachelmann auch die Staranwälte eingeschaltet. Er will die Vergewaltigungsvorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. Anwälte und Mandant waren sich von vornherein einig, „keine mediale Schlammschlacht zu beginnen”. 

Und doch gab es ein Nachrichten-Magazin, das aus den nichtöffentlichen Ermittlungsakten zitierte und eine Boulevard-Zeitung, die private SMS-Nachrichten veröffentlichte, die „Herr Kachelmann angeblich an eine dritte Person versendet hat”. Gegen beide Veröffentlichungen erwirkte Höcker eine einstweilige Verfügung. Auch die Gerichte urteilten: Diese Veröffentlichungen stellen schwerwiegende Persönlichkeitsverletzungen dar.

Auf die Frage, warum Jörg Kachelmann noch immer in Haft sitzt, zitiert Ralf Höcker seinen Kompagnon Reinhard Birkenstock: „Man ist schnell verhaftet, aber man ist nicht leicht enthaftet.” Bis heute sei noch keine Entscheidung über die Haftfortsetzung gefallen, weil weitere Sachprüfungen erforderlich seien.

Sachaufklärung beschleunigen

Die Verteidigung sei in ständigem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft, um im Auftrag von Jörg Kachelmann die weitere Sachaufklärung zu beschleunigen. Ralf Höcker: „Wir arbeiten und arbeiten. Die erforderliche Gründlichkeit bedingt aber, dass derzeit die Dauer der Untersuchungen nicht konkret abgeschätzt werden kann.”

Weitere Erklärungen können und wollen die Anwälte nicht abgeben. Man könne die Angriffe aus Teilen der Presse nur abschmettern, wenn man sich selbst an die Spielregeln halte. Ralf Höcker: „Wir müssen konsequent sein.”

Volker Dörken

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Kommentare
03.11.2010
12:27
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von Böhm frank | #2

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11.04.2010
23:41
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von Matthias.Kiesel | #1

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