Jerusalem als Krimi-Kulisse
15.11.2009 | 16:45 Uhr 2009-11-15T16:45:00+0100
Hagen. Das ZDF wagt sich an eine wirklich spannend-brisante Produktion: Die Seele eines Mörders. Heiner Lauterbach ermittelt als Kommissar Michael Ochajon in Jerusalem.
Ein Krimi, der in mehrfacher Hinsicht unter die Haut geht - und bei Erfolg zur Serie ausgebaut werden soll: Heiner Lauterbach spielt in „Die Seele eines Mörders” (ZDF, 20.15 Uhr) einen Jerusalemer Kriminalbeamten.
Es mutet schon ein wenig unwirklich an, wie Heiner Lauterbach da als Kommissar in der Altstadt von Jerusalem herumstöbert. Irgendwie passt die fremde und befremdliche Kulisse anfänglich nicht zu dieser Person. Doch nach und nach gewöhnen sich die Augen an die Bilder und der Zuschauer taucht immer tiefer in eine ebenso unheimliche wie spannende Geschichte ein.
Es gilt, einen mysteriösen Mord aufzuklären, und die Wurzeln des Verbrechens führen weit zurück in deutsche Konzentrationslager und zu dem teuflischen KZ-Arzt Mengele. Doch der Film begnügt sich nicht mit einer eindimensionalen Geschichtslinie, sondern weitet sich noch dramatischer aus. Denn hier kommen nun auch innerjüdische Probleme zum Vorschein und zur Sprache, werden die Differenzen zwischen jemenitischen und aschkenasischen Juden im jungen Staat Israel zusätzlich thematisiert. Schuld, Verantwortung und Verdrängung auch aus dieser Sicht; traumatische Begebenheiten, die in ihrer Wirkung bis in die Gegenwart reichen.
Moralischer Drahtseilakt
Mit hochkarätiger Besetzung und dem notwendigen Fingerspitzengefühl wird dieser Krimi vorangeschoben. Neben Heiner Lauterbach agieren Nicole Heesters, Michael Degen und andere ernst zu nehmende Schauspieler aus Deutschland. Regisseur Peter Keglevic gelingt ein moralischer Drahtseilakt. Dass er auch in einigen wenigen Passagen die palästinensische Problematik in sein Jerusalem-Bild einwebt, ist mutig. Aber auch das wirkt keineswegs anmaßend oder oberlehrerhaft. Eine Fortsetzung wäre also durchaus interessant.

11:39
Ein spannender Fall mit interessanter Thematik vor einer Kulisse, wie sie der einheimische Kriminalkonsument nicht kennt, dazu gute schauspielerische Leistungen...fast alles passt in diesem Fernsehkrimi. Das fast bezieht sich auch nur auf die doch dauernd hinterlegte Musik, die jedoch bestimmt nicht jedem auffällt und daher eher ein Fall für das subjektive Empfinden ist.
Erfreulich: Der anfangs oft in skandinavischen Filmen zu sehende Einsatz der wackeligen Handkamera, der wohl-dosiert eine Einstellung gewaltig aufwerten kann, jedoch mittlerweile einen Großteil von TV- und Kinoproduktionen einfach nur nervig werden läßt, wurde im vorliegenden Krimi eher dezent gehalten, sowohl in Vorkommen, als auch im Grad der Verwacklung. Auch waren an guten Schnitten nicht wenige zu sehen.
Eine gute Grundlage für Fortsetzungen...
11:39
Ein spannender Fall mit interessanter Thematik vor einer Kulisse, wie sie der einheimische Kriminalkonsument nicht kennt, dazu gute schauspielerische Leistungen...fast alles passt in diesem Fernsehkrimi. Das fast bezieht sich auch nur auf die doch dauernd hinterlegte Musik, die jedoch bestimmt nicht jedem auffällt und daher eher ein Fall für das subjektive Empfinden ist.
Erfreulich: Der anfangs oft in skandinavischen Filmen zu sehende Einsatz der wackeligen Handkamera, der wohl-dosiert eine Einstellung gewaltig aufwerten kann, jedoch mittlerweile einen Großteil von TV- und Kinoproduktionen einfach nur nervig werden läßt, wurde im vorliegenden Krimi eher dezent gehalten, sowohl in Vorkommen, als auch im Grad der Verwacklung. Auch waren an guten Schnitten nicht wenige zu sehen.
Eine gute Grundlage für Fortsetzungen...