Indizien zwangen Polizei zum Handeln
16.03.2009 | 11:33 Uhr 2009-03-16T11:33:00+0100Ennepetal. Die Umstände der Verhaftung des 17-Jährigen Schülers, der angekündigt hatte, am 20. April das Ennepetaler Reichenbach-Gymnasium in die Luft sprengen zu wollen, beschäftigten am Wochenende die Gemüter.
Viele äußerten sich angesichts der bei dem Jungen gefundenen Gegenstände, die zum Bau eines Sprengsatzes bestimmt waren, erleichtert über die konsequente Haltung der Polizei. Andere wiederum kritisierten die Festnahme des Minderjährigen während des Unterrichts als überzogen.
Dazu nahm die Polizei gegenüber der WP Stellung. „Uns lagen viele Indizien vor, die uns zum Handeln gezwungen haben, gerade vor dem Hintergrund des Amoklaufs in Winnenden. So eine Tat kann Auslöser für eine weitere Tat sein, zumal der Schüler kein Trittbrettfahrer war, da er sein Vorhaben ja schon vor Winnenden angekündigt hatte”, rechtfertigte Polizeisprecher Trust das Vorgehen der Ermittler. Dass die Beamten den Schüler während des Unterrichts abführten und - wie ein Augenzeuge schilderte - ihm Handschellen anlegten, erklärte Trust damit, dass man „nicht ausschließen konnte, dass er etwas mit sich führte”.
Darüber hinaus erreichte die Redaktion am Samstag der Brief besorgter Eltern, der offensichtlich vor der Festnahme geschrieben wurde. Darin machen die Eltern ihrer Sorge um die Sicherheit ihrer Kinder am Reichenbach-Gymnasium Luft. Wörtlich heißt es: „Schon zu oft wurde dieser Junge als Spinner dargestellt. Allein aus dieser Tatsache leitet sich die Befürchtung her, dass er - selbst von Lehrkräften der Lächerlichkeit vor Schülern preisgegeben - irgendwann Ernst machen könnte.” Der Polizei stellen die Briefschreiber, die ungenannt bleiben möchten, um „unsere Kinder nicht noch weiter zu gefährden”, ein gutes Zeugnis aus, von der Schule habe man sich mehr erhofft.
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Zwanghaftes Handel gehört doch therapiert, oder?