Im klangvollen Bann des Schöpfungsaktes
07.09.2011 | 19:00 Uhr 2011-09-07T19:00:00+0200
Hagen. Mit Haydns „Schöpfung“ hat in der Hagener Stadthalle die neue Sinfoniekonzert-Saison begonnen. Durch die Aufführung wurde zugleich das 30-jährige Jubiläum des Hauses gefeiert, das am 13. September 1981 ebenfalls mit diesem Monumentalwerk eröffnet wurde.
Mit Haydns „Schöpfung“ hat in der Hagener Stadthalle die neue Sinfoniekonzert-Saison begonnen. Durch die Aufführung wurde zugleich das 30-jährige Jubiläum des Hauses gefeiert, das am 13. September 1981 ebenfalls mit diesem Monumentalwerk eröffnet wurde.
Es war ein gewaltiger Klangkörper, den Generalmusikdirektor Florian Ludwig zu dirigieren hatte, der ihm aber auch hochkonzentriert über den ganzen Abend folgte. Ein besonderes Augen- beziehungsweise eher „Ohrenmerk“ galt dem neu gebildeten Philharmonischen Chor Hagen, der nicht nur mit GMD Ludwig probt, sondern dessen Mitglieder von ihm auch individuell und entsprechend professionell gefördert werden.
Und welches Werk eignet sich besser als Haydns „Schöpfung“, um das Vermögen dieses Chores eindrucksvoll zu demonstrieren: „Und laut ertönt aus ihren Kehlen des Schöpfers Lob“ verursachte im hymnischen Volumen ein unmittelbares Gänsehautgefühl im ausverkauften Saal. Dieser Chor, das wurde vom ersten präszien Einsatz an sofort klar, ist eine großartige Bereicherung für die regionale Musikszene, und die Kulturgemeinde wird noch sehr viel Freude an künftigen Konzerten mit ihm haben.
Handverlesene Solisten setzten alsdann die weiteren markanten Zeichen dieser ebenso machtvollen wie einfühlsamen Komposition: Ruth Ziesak (Sopran), Dominik Wortig (Tenor) und Björn Waag (Bariton) sind längst auch international renommierte Sänger mit großer Erfahrung und wundervollen Stimmen. Ihr gemeinsamer Weg durch den biblischen Schöpfungsakt geriet zu einem gewaltigen Loben und Preisen, nuanchenreich abgestimmt und mit Chor und Orchester im besten Einvernehmen vorgetragen.
Wie ein Gottesdienst
Ruth Ziesak, die schon an großen Häusern von Mailand bis New York gesungen hat und dabei mit Dirigenten wie Ricardo Muti oder Kent Nagano zusammen arbeitete, setzte mit ihrem Sopran die wundervollsten Klanglichter. Ihre Interpretaion der Zeile „Und Liebe girrt das zarte Taubenpaar“ verzauberte das Publikum in höchster Qualität.
Dominik Wortig, am Wochenende noch im Hagener Theater mit der „Fledermaus“-Operette im heiteren Fach unterwegs, hatte nicht minder schöne Szenen als lupenreiner Tenor, während Björn Waags Bariton Haydns Schöpfungsvorgang mit dunkler Klarheit buchstäblich zu erden wusste.
Den Zuhörern wurde mit der Aufführung nicht nur ein ganz besonderes Kunstwerk geboten. Haydns „Schöpfung“, so sie denn derart intensiv und vollkommen vorgetragen wird, strahlt eine sehr intime Sakralwirkung aus, entfaltet sich geradezu als ein musikalisches Gottesdienst-Erlebnis der mitreißenden Art. Generalmusikdirektor Florian Ludwig ist es gelungen, Hadyns Meisterwerk wahrhaft meisterlich aufzuführen.

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